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Arzt vom Dienst in der Kinder- und Jugendpsychiatrie

von Feb 28, 2022Aus der Praxis

Ziel

Im Psychiatrie Studium ist der Bereich der Kinder und Jugendlichen bis heute nur eine Randnotiz. Ärzte, die in der Kinder- und Jugendpsychiatrie (kurz KJP) arbeiten, landen daher nicht zufällig dort. Vielmehr haben sich aktiv für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen entschieden. Diese Haltung ist im Tagtäglichen spürbar. Trotzdem ist gerade unter der stetig gestiegenen Belastungssituation die Unzufriedenheit der Ärzte gewachsen. Überlastung erzeugt v.a. die Organisation des so g. Arztes vom Dienst (kurz AvD). Die Klinikleitung wollte handeln, aber keinen Aktionismus an den Tag legen. Da eine einfache Sachlösung, die zur allgemeinen Verbesserung der ärztlichen Situation dient, nicht auf der Hand lag, beauftragten sie 2021 ein Projekt „Neuorganisation der KJP-Dienste als partizipative Moderationslösung“. In dessen Zentrum steht eine gründliche Zufriedenheitsbefragung im ärztlichen Dienst.

Umsetzung

Die Zufriedenheitsbefragung wurde 2021/2022 in Form von Einzelinterviews mit den Ärzten der KJP durchgeführt. Teils in Präsenz, teils online. Sie fiel in eine Zeit, in der die Belastung und die Krankheitsausfälle in der KJP durch Corona besonders hoch waren. Die Beteiligungsquote lag bei 59%. Die Chefärzte haben gelegentlich an die Teilnahme erinnert, eine offizielle Nachfassaktion fand jedoch nicht statt. Hintergrund dafür war, dass zum einen die Freiwilligkeit betont wurde und zum anderen die abzuleitenden Maßnahmen zügig in die weitere Umsetzung gehen sollen.

Insgesamt weisen die Ergebnisse als einen zentralen Schmerzpunkt auf die gestiegenen Kurzfristausfälle, die für ein massiv gestiegenes Kurzfristeinspringen in den AvD-Diensten sorgen. Zu wenige der Ärzte nehmen aktiv am Dienstsystem teil, so dass dies für die AvD-Ärzte zu einer Überbelastung führt, die die Gesamtzufriedenheit und das gute Miteinander aller beeinträchtigt. In den Tageskliniken ist ebenfalls eine erhöhte Belastung festzustellen, die in den kleinen Teams vor Ort jedoch noch besser kompensiert wird.

Um Zufriedenheit der ärztlichen Mitarbeiter und Personalbindung der Ärzte in Weiterbildung weiter zu stärken, hat sich die Klinikleitung intensiv mit den Ergebnissen auseinandergesetzt und sich mehrfach zur Diskussion zusammengesetzt. Im Ergebnis wurden diverse zentrale Strukturen im Bereich der Personalaufgaben über die Kliniken der KJP beschlossen und diese definiert in die Hände der drei Leitenden OberärztInnen gegeben. Informationsaustausch, Transparenz und Klarheit soll dadurch ebenso weiter gefördert werden, wie auch dem Bedürfnis der Assistenten nach Anleitung und transparenter Struktur in einer Großklinik wie der KJP Viersen weiter Rechnung getragen werden soll.

Insbesondere stehen dabei abteilungsübergreifend fünf Themenfelder im Fokus von der Einarbeitung, Fort- und Weiterbildung, Urlaubsplanung und Rotation bis zur AvD-Begleitung inkl. Einführung in AvD, Dienstplan, AvD-Schulungen. Zur weiteren Ausarbeitung werden diverse Arbeitsgruppen aus AvD-Ärzten unter Leitung der Leitenden Oberärzte aufgesetzt, die Wünsche und Lösungsideen zu konkreten Themen aus diesen Feldern moderiert bearbeiten.

Ergebnis

Die Kontinuität und der Prozess der Beteiligung ist Teil der Lösung. Seit Projektbeginn trifft sich die Klinikleitung abteilungsübergreifend in zweiwöchentlichen Strategiesitzungen. Das Thema Personal und die Identifikation der unterschiedlichen Generationen mit der KJP ist für sie das zentrale Anliegen. So stimmen sie sich in ihrer gemeinsamen Haltung und ihrer Zukunftsvision für die KJP ab. Zugleich lassen sie die Entscheidungen für die Alltagsorganisation im Tagesgeschäft. Es gelingt ihnen gemeinsam, es der Selbstorganisation ihrer Teams und ihrer jeweils leitenden Oberärzte überlassen, zentrale, fachabteilungsübergreifende Strukturen der Personalführung zu implementieren. Mit den Oberärzten haben sie dazu die passenden Integrationsfiguren.

Referenz

ProjektArzt vom Dienst, Neuorganisation der KJP-Dienste als partizipative Moderationslösung.
Zeitraum: 2021-2022


Wir berichten laufend über Referenzprojekte aus der Praxis

Alle 3 Monate berichten wir von einem aktuell laufenden oder gerade abgeschlossenen Projekt. Unter unseren Referenzen seit dem Jahr 1999 finden sich mehrere 100 Kliniken. Darauf sind wir sehr stolz. Stolz, weil uns so viele Kliniken Jahr für Jahr ihr Vertrauen bei ihren offenen Fragen rund um den Wandel schenken. Quantität spricht erst einmal für Erfahrung. Sie sagt aber alleine nichts über die Qualität in der Begleitung. Die Branche ist im Umbruch. Das ist unser Element. Dabei bemühen wir uns stetig, aktuelle Beispiele aus unserer Praxis offen zu teilen. Die positiven Beispiele sind es, die einem schnellen Wandels den Boden bereiten. Das offene Mindset ist es, das Menschen verbindet und sie über sich selbst hinaus wachsen lassen kann. Die Haltung des Gebens ist ein Teil der Veränderung selbst, die ankommt. Die Begeisterung unserer Kunden ist unsere Motivation. Darum machen wir genau unseren Job.

Hierarchien, die sich der kritischen Reflexion, dem Feedback und der Entwicklung versperren, geht auf dem Weg der Nachwuchs aus. Andere, die sich zu wenig mit Kommunikation und Führung auseinander setzen, gehen in Konflikten unter. Die neue Generation hat eigene Ideen und bringt diese ein. Sie will Verantwortung, sucht nach Sinn, will gestalten und einen Beitrag leisten. Führungen, die an sich selbst, mit anderen und mit ihren Teams arbeiten, sind die Schlüssel zum Übergang in die neue Zeit. Hierbei mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, Menschen zu neuem Denken und Handeln zu ermutigen, hat mit “klassischer” Beratung wenig gemein. Uns ist wichtig, dass neues Selbstbewusstsein und frisches Leben in Ihrer Organisation entstehen. Entwicklung ist nie zu Ende. Mit Kliniken an den Themen zu arbeiten, die Sie im Innersten berühren, und mit Ihnen durch diese Phase zu gehen, erfüllt uns mit Freude.

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