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# 8. Die Verantwortung abgeben

von Jan 1, 2019Change Kompetenzen

Lernen vom Ameisenstaat: Wie können Sie sich mehr der Kernaufgabe Ihrer Verantwortung widmen? Und vielleicht auch mal wieder Zeit finden, sich inspirieren zu lassen!

# 8. Die Verantwortung abgeben

Ein einziges Gewusel. Könnte man denken, wenn man einen Ameisenhaufen betrachtet. Die Tierchen rennen hin und her, rastlos, immer geschäftig und lebendig. Erstmal wirkt das wie ein großes Durcheinander und Chaos. Tatsächlich aber organisieren Ameisen ihre Staaten straff. Jede einzelne Ameise hat ihre klar definierte Aufgabe, die häufig anhand ihres Körperbaus zu erkennen ist: Es gibt Arbeiterinnen, die für den Bau zuständig sind. Sie reinigen und pflegen das Innere. Andere kümmern sich nur um die Entwicklung der Eier und Larven. Wieder andere besorgen Nahrung und schleppen Beute zum Nest. Informationen werden über Duftspuren weitergegeben. Solange klar ist, wer in der Arbeitsteilung welche Verantwortung trägt und solange die Kommunikation funktioniert, funktioniert das komplexe System.

So ist das auch im Krankenhaus. Da herrscht ein interessantes Nebeneinander unterschiedlicher Berufe. Jeder hat seine Aufgabe und seinen Beitrag. Doch ist der Alltag meistens geprägt von Hektik, ungeordneten Prozessen, Notfällen. Gerade dann ist es wichtig, dass die Rollen geregelt sind. In der Führung gehört dazu auch: Ihren Mitarbeitern deren Verantwortungen von oben nach unten klar und transparent zu übertragen. Und sie dazu mit den nötigen Kompetenzen und Befugnissen auszustatten.

Sprechen Sie klar darüber, welche Verantwortungen Sie wem übertragen. Wer welche Entscheidungen trifft! Das sind zentrale Erfolgsfaktoren, die durch den Vorgesetzten auf den Weg gebracht werden müssen. Sonst nämlich entstehen Unsicherheiten – weil Menschen Verantwortung an der falschen Stelle übernehmen oder sich in andere Verantwortungsbereiche einmischen. Das kann zu gegenseitigen Anschuldigungen und Konflikten führen. Wenn Sie Verantwortung übergeben haben, dann beißen Sie sich auf die Zunge, gerade auch wenn nicht alles direkt so läuft, wie Sie es für richtig halten! Lassen Sie den Mitarbeiter in seinem Verantwortungsbereich gewähren. Legen Sie von Anfang an einen Bewährungszeitraum fest. Und beurteilen Sie das Ergebnis erst danach. Wenn Sie Menschen Verantwortlichkeit übergeben, dann entwickeln diese Zutrauen und ganz eigene Kreativität.

Und für Sie entstehen neue Freiheiten. Sie können sich Ihrer eigentlichen Kernaufgabe widmen: der Führung, der Organisation von Arbeitsteilung, Kommunikation und Zusammenarbeit. Und vielleicht finden Sie dann sogar mal wieder die Zeit, sich inspirieren zu lassen. Und z.B. ganz in Ruhe einem Haufen Ameisen bei der Arbeit zuzusehen …

Selbstreflexion zum Change

Nehmen Sie den gerade gelesenen Impuls auf und denken Sie an einen eigenen Konflikt, der Ihnen zeigt, hier will sich etwas entwickeln.
Gehen Sie dann zum Fragenkatalog und wählen Sie sich eine aus den vier Fragen zum Thema. Beantworten Sie sie schriftlich auf einem leeren Blatt. Wenn Sie gut im Schreibfluss sind, nehmen Sie auch noch eine zweite Frage zum Impuls vor. Sie sollten etwa 5-10 Minuten Zeit ohne Störung haben. Lassen Sie Ihre Gedanken frei fließen und notieren Sie, was Ihnen in den Sinn kommt ohne zu bewerten. Dann legen Sie das Blatt weg. Tauschen Sie sich in den nächsten Tagen mit jemanden dazu aus (so fassen Sie Ihre Gedanken in Worte). Und dann warten Sie ab, was das Unterbewusstsein für Sie über die Woche an die Oberfläche spült…