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Sejkora, Klaus | Schulze, Henning (2016)

von Dez 13, 2016Buchtipps

Die Kunst der starken Führung. Persönliche Potenziale kraftvoll nutzen. Ressourcen der Mitarbeiter stärken. Verlag Fischer & Gann, Munderfing.

 

Klaus Sejkora und Henning Schulze haben ein starkes Buch geschaffen. „Die Kunst der starken Führung“ nutzt praxisnah die Basics der doch recht komplexen Transaktionsanalyse (TA)*. So zeigt es auf, wie starke Führung gelingen kann. Für den Praxisbzug beginnen sie ihr Buch mit fünf Fallbeispielen von Menschen in unterschiedlichen Führungspositionen und -situationen. Die Fälle stammen aus realen Projekten der Autoren.

Im 1. Teil des Buches begleitet der Leser die fünf Personen in ihrem jeweiligen Kontext. Dabei gehen die Autoren auf die Elemente starker Führung ein. Sie legen ihr Augenmerk zum einen auf die für sie entscheidenden 5 Dimensionen des Führens:

  • die Führungskraft in ihrer Persönlichkeit und Selbststeuerung.
  • die Menschen, die es zu führen gilt.
  • die Kommunikation.
  • den Führungsauftrag.
  • die Organisation.

Zum anderen schauen sie auf 5 wichtige Stellschrauben, die je nach Kontext zu justieren sind:

  • die persönliche Autonomie, also Eigenständigkeit.
  • Klarheit über die eigene Rolle und die der anderen.
  • Klarheit über die Grenzen der Organisation, der eigenen Einheit, der Ziele, der handelnden Personen und natürlich der eigenen Grenzen.
  • Motivation und Selbstmotivation.
  • Resillienz als besondere Rolle – die Fähigkeit mit Belastung, Stress und Krisen umzugehen.

Entlang der Kapitel führen die Autoren die Modelle der TA ein. Diese dienen als Orientierung. Um sich selbst und andere Menschen sowie die Kommunikation und Interaktion zwischen ihnen besser zu verstehen und Einfluss darauf zu nehmen. Der 1. Teil des Buches mit seinen vier Kapiteln stellt so eine Art Grundlagenteil dar. Er beinhaltet viele Übungen, Fragen zur Reflexion sowie Tests (z.B. zur eigenen Resillienz).

Der 2. Teil umfasst dann konkrete Fragen aus der Führungspraxis. Hier lassen sich spezifische Themen wie nachschlagen. So z.B. das Führen in der Krise, Kommunizieren unpopulärer Entscheidungen oder Führen in Change-Prozessen.

„Die Kunst der starken Führung“ ist damit im Kern ein Arbeitsbuch zum (Selbst-) Coaching. Die Fallbeispiele geben einen guten Praxisbezug, Die Modelle der TA sind leicht verständlich erklärt. Die 51 Übungen geben Raum, sich mit dem eigenen Führungsverhalten, den eigenen Potenzialen und denen seiner Mitarbeiter zu beschäftigen. Dazu lernt man die Modelle der TA anschaulich kennen und verstehen.

* Die TA wurde in der Mitte des 20. Jahrhunderts von dem amerikanischen Psychiater Eric Berne (1910–1970) begründet und wird bis heute weltweit angereichert, modifiziert und weiterentwickelt. Die TA stellt theoretisch fundierte, anschauliche, psychologisch lebensnahe Konzepte zur Verfügung, mit denen Menschen sich selbst und andere bezüglich ihrer erlebten Wirklichkeit reflektieren, analysieren und bei Bedarf verändern können. TA integriert Gedankengut aus der Tiefenpsychologie, der Gestalt- und Verhaltenstherapie und aus systemischen Ansätzen. Sie findet Anwendung in den Bereichen Beratung, Pädagogik, Entwicklung von Organisationen und Psychotherapie (www.dgta.de).

Sejkora, K.| Schulze, H.: Die Kunst der starken Führung. Persönliche Potenziale kraftvoll nutzen. Ressourcen der Mitarbeiter stärken. Verlag Fischer & Gann, Munderfing. 2016.

 


 

Buchtipp – für noch mehr Inspiration

Sich immer wieder fort- und weiter zu bilden ist v. a. für Kopfarbeiter wichtig. Zum einen wird in der vernetzten Welt Wissen in z.T. höchster Qualität offen im Web geteilt. So kann es in kürzester Zeit in diversen Kontexten neu verknüpft werden. Dazu leisten auch wir bewusst einen Beitrag. Zum anderen wird die Kommunikation von Mensch zu Mensch zentraler Anker. Das gibt dem Menschen Würde und lässt Wissen in die Umsetzung bringen.

Führungskräfte sind für die Entwicklung von Teams verantwortlich. Gerade sie leben daher von Nähe und Distanz, Reflexion und von immer neuen Anregungen. Wie z.B. davon, von Zeit zu Zeit ein Buch in die Hand zu nehmen. Für einen oft kleinen Preis erhalten Leser die über oft lange Jahre entfalteten Gedanken von Autoren zu einem Thema. Das ist ein Geschenk! Also lassen Sie sich von unserem Buchtipp inspirieren und persönlich bereichern. Z.T. genügt dafür schon eine Randnotiz. Z.T. ist aber gerade die vertiefte Einordnung der Texte, ihrer Autoren und deren Denkmodelle erhellend. Irrlehren verstricken sich in Widerspruch zu sich selbst. Und so trainieren Bücher im Zweifel den wachen Geist. Je freier der Kopf beim Lesen ist, umso leichter fällt es dabei, sich auf neues Denken einzulassen. Und umso leichter können daraus weitere Gedanken gedeihen. Davon hängt Verstehen ab. Vorgefasste Meinungen, ererbte und erworbene Ideen sind nicht einfach abzulegen. Dazu bedarf es der Offenheit dem Buch und dem Autor gegenüber. Wenn sich der Leser bewusst einlässt, wird sich sein Blickfeld weiten. Dazu braucht es auch Ruhe und Muse beim Lesen. Die einzelnen empfohlenen Bücher haben wir zum Reinlesen direkt mit den Buchansichten verknüpft. Viele Bücher sind heute übrigens auch als Hörbücher verfügbar… Viel Spaß und Freude mit unserem Buchtipp.

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