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Stahl, Stefanie | Alt, Melanie (7. Aufl. 2011)

von Feb 1, 2014Buchtipps

So bin ich eben! Erkenne dich selbst und andere. Ellert & Richter Verlag GmbH, Hamburg.

 

In Führungskräftetrainings und in der Teamentwicklung arbeiten wir gerne mit diversen Typenmodellen, wie z.B. dem STAB Modell, das in den Grundzügen auf der Typologie von C.G. Jung fusst. Aus dieser resultieren die „Big 5“, aus denen viele weitere bekannte Persönlichkeitstest wie der 16 Personalties Test von Myers Briggs Test (MBTI) hervorgehen. Dabei werden Wesensarten von Persönlichkeiten üblicherweise anhand 4 oder 5 unterschiedlichen Dimensionen klassifiziert. So stellen auch die beiden Autorinnen Stahl und Alt auf gängige acht Präferenzen ab, die sie in 4 Dimensionen klassifizieren:

Dimension Präferenzen Präferenzen
Woher schöpfe ich Energie?  introvertiert
(aus mir selbst)
extrovertiert
(aus sozialen Kontakten)
Wie denke ich? pragmatisch anknüpfen theoretisch entwickeln
Wie erfasse ich die Welt? intuitiv sensitiv, mit den 5 Sinnen
Wie entscheide ich?  spontan, aus dem Bauch geplant, mit dem Kopf

 

Es macht neugierig, über den im Anhang ausgewiesenen Test dem eigenen Wesen weiter auf die Spur zu kommen. Stahl und  Alt inspirieren mit „So bin ich eben!“ durch ihre vergnüglichen und verständlichen “Gebrauchsanweisungen” für die diversen Typen zum Weiterdenken. Unter „Wer wir sind“ stellen die Autorinnen die Dimensionen und ihre prägnantesten Merkmale vor. In „Welcher Typ bin ich? Ihre persönliche Gebrauchsanweisung“ erfährt man dann über den Typentest, ob man z.B. eher der Zukunftsminister oder eher der Freiheitsminister ist. Sie beleuchten Allgemeines, unterschiedliche Lebensbereiche und zeigen über „Probleme und Entwicklungsmöglichkeiten“ was in Ergänzung dem jeweiligen Typ gut tun könnte.

Es ist immer wieder überraschend, wie gut das Ergebnis zutrifft. Das Gefühl, sich in der Beschreibung wiederzufinden, ja sogar sich mit den eigenen Wesenszügen gesehen zu fühlen, ist schön und wohltuend. Die Autorinnen bezeichnen dies als „Scheinwerfereffekt“.

Doch noch ein anderes Ziel verfolgen die Autorinnen. Mit ihrer Einleitung und der Beschreibung der unterschiedlichen Wesenszüge schaffen sie ein Verständnis für das jeweils andere. Das Fremde im Anderen findet eine Übersetzung. Der Unterschied wird als Ergänzung der eigenen Typologie dargestellt und Wege zu einer besseren Verständigung aufgezeigt. Und so geht es in den beiden letzten Kapiteln „Was wird jetzt anders“ und „Wie wir besser miteinander kommunizieren können“ um die Völkerverständigung im Kleinen. Mit gut greifbaren Beispielen aus dem Arbeitsalltag und dem Privatleben verdeutlichen die Autorinnen das typische Verständigungsproblem zwischen den Typen und geben Impulse für mehr Akzeptanz, Toleranz und Verständnis.

Manch einer mag den Titel im Stillen zu einem “So bin ich eben! – da kann man nichts machen“ weiterführen und sich auf Argumente für das Entspannte „So bleiben wie man ist“ freuen. Doch hier setzen die Autorinnen ein klares Statement entgegen: Die Typenlehre enthebt niemanden von der Verantwortung für das eigene Tun. So wie wir alle unsere Neigungen und Veranlagungen haben, haben wir auch den freien Willen daran zu arbeiten und immer mehr unseres Potenzials zu leben.

Stahl, Stefanie | Alt, Melanie: So bin ich eben! Erkenne dich selbst und andere. Ellert & Richter Verlag GmbH, Hamburg. 7. Auflage 2011.

 


 

Buchtipp – für noch mehr Inspiration

Sich immer wieder fort- und weiter zu bilden ist v. a. für Kopfarbeiter wichtig. Zum einen wird in der vernetzten Welt Wissen in z.T. höchster Qualität offen im Web geteilt. So kann es in kürzester Zeit in diversen Kontexten neu verknüpft werden. Dazu leisten auch wir bewusst einen Beitrag. Zum anderen wird die Kommunikation von Mensch zu Mensch zentraler Anker. Das gibt dem Menschen Würde und lässt Wissen in die Umsetzung bringen.

Führungskräfte sind für die Entwicklung von Teams verantwortlich. Gerade sie leben daher von Nähe und Distanz, Reflexion und von immer neuen Anregungen. Wie z.B. davon, von Zeit zu Zeit ein Buch in die Hand zu nehmen. Für einen oft kleinen Preis erhalten Leser die über oft lange Jahre entfalteten Gedanken von Autoren zu einem Thema. Das ist ein Geschenk! Also lassen Sie sich von unserem Buchtipp inspirieren und persönlich bereichern. Z.T. genügt dafür schon eine Randnotiz. Z.T. ist aber gerade die vertiefte Einordnung der Texte, ihrer Autoren und deren Denkmodelle erhellend. Irrlehren verstricken sich in Widerspruch zu sich selbst. Und so trainieren Bücher im Zweifel den wachen Geist. Je freier der Kopf beim Lesen ist, umso leichter fällt es dabei, sich auf neues Denken einzulassen. Und umso leichter können daraus weitere Gedanken gedeihen. Davon hängt Verstehen ab. Vorgefasste Meinungen, ererbte und erworbene Ideen sind nicht einfach abzulegen. Dazu bedarf es der Offenheit dem Buch und dem Autor gegenüber. Wenn sich der Leser bewusst einlässt, wird sich sein Blickfeld weiten. Dazu braucht es auch Ruhe und Muse beim Lesen. Die einzelnen empfohlenen Bücher haben wir zum Reinlesen direkt mit den Buchansichten verknüpft. Viele Bücher sind heute übrigens auch als Hörbücher verfügbar… Viel Spaß und Freude mit unserem Buchtipp.

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