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Grote, Sven (Hrsg., 1. Auflage 2012)

von Mrz 1, 2014Buchtipps

Die Zukunft der Führung. 30 Autoren aus Wissenschaft und Wirtschaft reflektieren über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Führung. Springer Berlin.

Viele klassische Führungsmodelle, die bis heute gelehrt werden, stammen aus den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts. Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass die klassische BWL mit ihren Denkmodellen „in die Jahre gekommen“ ist. Für Sven Grote ist das Anlass, nach neueren Perspektiven, Instrumenten und Ansätzen in der Führung zu fragen.

Grote beschäftigt sich mit den zentralen Fragen: Womit müssen Führungskräfte in den nächsten Jahren und in Zukunft umgehen? Wie nähert man sich dieser Zukunft?. In seinem Band befragt er 30 Autoren aus Wirtschaft und Wissenschaft, wie sie die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Führung sehen. Jeweils aus der Perspektive ihrer Disziplin und ihres Forschungsschwerpunktes heraus. Entstanden sind 30 Artikel, die unterschiedliche Gesichtspunkte von Führung in einer kritischen Reflexion beleuchten.

In dem Sammelband „Zukunft der Führung“ argumentiert er entlang von insgesamt neun thesenartig formulierten Mythen zum Thema Führung, zeigt neue Ansätze und den aktuellen Stand der Forschung & Wissenschaft. Die Mythen, mit denen Grote aufräumt, führen zu den jeweiligen Artikeln. Sie lauten wie folgt:

  • Mythos 1: Führungskräfte wollen Veränderungen, Mitarbeiter nicht.
  • Mythos 2: Führung muss authentisch sein.
  • Mythos 3: Unternehmensveränderer bedürfen selbst keiner Veränderung.
  • Mythos 4: Innovation – ein steiniger Weg in ein unbekanntes Land.
  • Mythos 5: Führung wirkt zum Guten – frei von Nebenwirkungen.
  • Mythos 6: Führung und Mitarbeiter müssen ein Leben lang hinzulernen
  • Mythos 7: Organisationen brauchen die Führungskraft als Held.
  • Mythos 8: Die Führungskraft führt allein (nur ihre Mitarbeiter).
  • Mythos 9: Zum Thema Führung ist alles gesagt.

Aus der Asche dieser Mythen erwachsen Ansätze wie die transformationale Führung, Führung in Projekten, Führung auf Distanz, Diversity Management, Führung in Zeiten des demografischen Wandels, Management von Ungewissheit, gesunde Führung oder Konzepte der Persönlichkeit wie postheroische Führung.

Die einzelnen Artikel fassen den jeweiligen Mythos zusammen, beleuchten die theoretischen Aspekte des Ansatzes sowie den Stand der Forschung. Sie zeigen die Möglichkeiten für die Umsetzung und die Relevanz für die Praxis auf. Der Band von Sven Grote gibt einen Überblick zum Forschungsstand des Themas Führung. Die Beiträge beziehen sich zum größten Teil auf die Praxis und anhand der Vielzahl von Beispielen bieten sie trotz theoretischer Fundierung gute Impulse die einzelnen Ansätze hinsichtlich der Einsatzmöglichkeiten im eigenen Führungsalltag zu prüfen.

Ein Werk für alle, die einen fundierten Überblick zu aktuell diskutierten neuen Führungskonzepten und -ansätzen erhalten möchten und gleichzeitig mit ein paar beliebten und noch zu wenig hinterfragten Mythen der Führung aufräumen wollen.

Sven Grote (Hrsg.): Die Zukunft der Führung. Springer-Verlag Berlin Heidelberg, 2012.

 


 

Buchtipp – für noch mehr Inspiration

Sich immer wieder fort- und weiter zu bilden ist v. a. für Kopfarbeiter wichtig. Zum einen wird in der vernetzten Welt Wissen in z.T. höchster Qualität offen im Web geteilt. So kann es in kürzester Zeit in diversen Kontexten neu verknüpft werden. Dazu leisten auch wir bewusst einen Beitrag. Zum anderen wird die Kommunikation von Mensch zu Mensch zentraler Anker. Das gibt dem Menschen Würde und lässt Wissen in die Umsetzung bringen.

Führungskräfte sind für die Entwicklung von Teams verantwortlich. Gerade sie leben daher von Nähe und Distanz, Reflexion und von immer neuen Anregungen. Wie z.B. davon, von Zeit zu Zeit ein Buch in die Hand zu nehmen. Für einen oft kleinen Preis erhalten Leser die über oft lange Jahre entfalteten Gedanken von Autoren zu einem Thema. Das ist ein Geschenk! Also lassen Sie sich von unserem Buchtipp inspirieren und persönlich bereichern. Z.T. genügt dafür schon eine Randnotiz. Z.T. ist aber gerade die vertiefte Einordnung der Texte, ihrer Autoren und deren Denkmodelle erhellend. Irrlehren verstricken sich in Widerspruch zu sich selbst. Und so trainieren Bücher im Zweifel den wachen Geist. Je freier der Kopf beim Lesen ist, umso leichter fällt es dabei, sich auf neues Denken einzulassen. Und umso leichter können daraus weitere Gedanken gedeihen. Davon hängt Verstehen ab. Vorgefasste Meinungen, ererbte und erworbene Ideen sind nicht einfach abzulegen. Dazu bedarf es der Offenheit dem Buch und dem Autor gegenüber. Wenn sich der Leser bewusst einlässt, wird sich sein Blickfeld weiten. Dazu braucht es auch Ruhe und Muse beim Lesen. Die einzelnen empfohlenen Bücher haben wir zum Reinlesen direkt mit den Buchansichten verknüpft. Viele Bücher sind heute übrigens auch als Hörbücher verfügbar… Viel Spaß und Freude mit unserem Buchtipp.

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