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Der Nerd und Freund: Die lebenswichtige Kraft der Empathie

von Feb 15, 2011Impulsgeschichten

Einem Nerd, einem fanatischen Computerfreak, wird implizit Empathie abgesprochen. Und damit oft genauso wenig mitfühlend angenommen,  so wie ein Nerd keine Empathie gäbe, bräuchte er auch keine Empathie von anderen. Dabei ist  die Fähigkeit die Welt ein bißchen mehr durch die Augen des Anderen zu sehen, doch die wichtigste Fähigkeit beim Entwickeln tiefer Freundschaften. 

Freitagnachmittag. Die Schule war aus und Lukas ging nach Hause. Ein paar Meter vor ihm lief Philip und schleppte sich mit einem Stapel Bücher ab. Philip war noch nicht lange an der Schule und so kannte Lukas ihn kaum. Jungs wie Lukas ließen ihre Schulbücher übers Wochenende im Schulspind – außer vielleicht mal eins oder zwei nahmen sie mit um ein wenig zu lernen (meistens Latein). Warum schleppt jemand so viele Bücher nach Hause? Lukas hielt Philip für einen Streber und Nerd. Eigentlich war er ihm egal. Kurz bevor Lukas in die nächste Straße abbiegen wollte, kamen ein paar Kinder auf Philip zu. Sie schubsten Philip so, dass ihm die Bücher auf den Boden fielen. Die Kinder machten sich darüber lustig und gingen weiter. Philip sah Lukas direkt in die traurigen Augen. Das ging Lukas unter die Haut. Er lief hin und half ihm, die Bücher einzusammeln. Bevor er sie Philip gab, sagte er, dass diese Kinder sich wie Vollidioten benommen hätten.

Philip schaute Lukas überrascht an: “Danke!” Philip lächelte dabei ein kleines Lächeln voll großer Dankbarkeit. Dann gingen Lukas und Philip gemeinsam ein paar Schritte. Philip lebte nur ein paar Straßen von Lukas entfernt, doch da hatten sie sich zuvor noch nicht gesehen. Für Streber wie Philip hatte sich Lukas nie interessiert. Doch nun redeten die beiden den ganzen Nachhauseweg. Philip stellte sich als cooler Typ heraus, gar nicht wie gedacht. Lukas lud ihn ein, mit ein paar Jungs am Wochenende ein bisschen zu zocken. Philip sagte zu und so verbrachten sie viel Zeit am Wochenende miteinander. Lukas und die Jungs mochten Philip. Als Lukas Philip am Montag wieder mit dem Stapel Bücher den Weg entlang gehen sah, lief er zu ihm. “Alter, wenn du das jeden Tag machen willst, dann musst du dir ordentlich Muskeln antrainieren. Um die Bücher zu tragen und, um dich gegen die Vollidioten zu behaupten.” Philip lachte und gab Lukas die Hälfte der Bücher zum Tragen.

In den kommenden Monaten wurden die beiden beste Freunde. Am Ende des Schuljahres, war Philip Klassenbester und Lukas freute sich für ihn. Und noch mehr. Philip, der Neue, war alles andere als ein Außenseiter in seiner Klasse. Er war sogar ein sehr beliebter Schüler. Lukas klopfte ihm auf die Schultern. Philip lächelte. Es war wieder dieses kleine Lächeln großer Dankbarkeit. Dann erzählte Philip seinem Freund Lukas, was ihm ihre Freundschaft bedeutete: “Weißt du, ohne dich wäre ich heute nicht mehr hier.” Er erzählte von dem Freitagnachmittag als sie sich zum ersten Mal auf dem Nachhauseweg begegneten. Und dass er nach seinem Wechsel auf die neue Schule unter Mobbing gelitten hatte. Er hatte geplant, nach diesem Freitag keinen Schritt mehr in diese Schule zu tun. So hatte er seinen Schulspind komplett leer geräumt. “Zum Glück kam es anders und ich habe dich kennengelernt…”

Manchmal ist der erste Schritt zu neuer Hoffnung und  tiefer Veränderung nicht mehr als eine kleine Geste der Empathie. Eine offene Begegnung, aufrichtiges Interesse an den Stärken des anderen und an seinen Sorgen und Nöten. Lesen Sie gleich noch eine weitere Geschichte zum Stärken der empathischen Antennen

 

[*] Freie Ausschmückung der deutschen Übersetzung von “How to save a live“ durch Markus Brandl.

 


 

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