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Lerneinheit Visionär Führen – Von inneren Bildern

von Nov 1, 2012Blogs

Wie lässt sich visionäre Führung lernen? Wieso sind innere Bilder emotional anziehend? Was meinen Präkognition und Rückwärts-Integration?

 

Führen mit Vision

Der Begriff der Vision ist im Deutschen entzaubert. Im Amerikanischen ist er mit einem fast religiösen Sinn versehen. Viele Menschen lassen es nicht zu, große Träume zu haben und in großen Zielbildern zu denken. Doch das genau sind ja die gestalterischen Potenziale, die es in der Führungsarbeit braucht. Die Frage, die sich hier stellt ist: Ist visionäre Führung erlernbar? Wie lässt sich das Führen mit emotional anziehenden inneren Bildern trainieren? Wie lässt sich zu großen Zielen hin führen? Zweierlei ist dafür entscheidend: Presencing – Präkognition und Rückwärts-Integration.

 

Präkognition – Die Zukunft in Bildern vorweg Denken

Die erste Fähigkeit, die für das Führen mit Visionen trainiert werden kann, ist die Präkognition, das Ende vorweg Denken: Am Anfang, das Ende im Sinn zu haben. Dabei geht es um einen kreativen Prozess. Ein Sich-Einlassen auf etwas Noch-Unsichtbares, noch nicht Bestehendes, ein Möglichkeitssinn. Visionäres Denken gründet deshalb auf dem Erzeugen von inneren Bildern aus der Tiefe der eigenen Persönlichkeit. Dieses geschieht in der rechten Hirnhälfte. Hirnforscher haben herausgefunden, dass dort Bilder und Emotionen erzeugt werden und analoges, kreatives und ganzheitliches Denken geschieht.

Durch den Sprung in die Zukunft werden keine Barrieren der Angst durch unbewältigbare Gefahren und Probleme gebaut, die uns von der Zukunft trennen. Wir öffnen uns dem Gedanken, dass die Zukunft auch viel besser sein könnte als das Bisherige.

Um präkognitives Denken anzuregen, können Übungen helfen, die aus eingefahrenen Denkmustern befreien. Die Wahrnehmung ist von Vorgefertigtem zu lösen, das für Neues blind macht. Visionäres Denken hat damit zu tun, frei zu spinnen, Einfälle zuzulassen, Ideen nicht sofort zu bewerten oder gar zu verurteilen. Und dadurch neue Strukturen im eigenen Denken und Fühlen entstehen zu lassen. Erst in uns und dann auch in unserer Realität des Lebens. Präkognition einzuüben heißt daher, sich Zeit zu geben und sich in innere Bilder hinein zu begeben. Absichtslose Erkundung unserer inneren Bilder der Zukunft.

Am Anfang sind die Bilder vielleicht eher wie ein weißer Monitor. Doch wir werden immer mehr Einzelheiten wahrnehmen je länger wir uns mit ihnen beschäftigen. Bilder, die zeigen, wie unser Traum der Zukunft aussieht. Wie es etwa sein wird, wenn Konflikte bearbeitet und gelöst sind. Sie werden merken: Präkognitives Denken entsteht wie von selbst. Die rechte Hirnhälfte liefert Antworten, wenn wir sie nur lassen. In der Präsenz und im Führen mit den Bildern, lassen sich im gleichen Modus auch andere mitnehmen..

 

Rückwärts-Integration – In Schleifen der Erkenntnis Schritte für den Weg 

 

Um den Weg zur Vision umzusetzen, braucht es als zudem, dass die Vision rückwärts im Entstehungsprozess bis heute integriert wird: Rückwärts-Integration. So wird in Schleifen Schritt für Schritt der Weg zur Vision mit Leben gefüllt und Erkenntnis entsteht. Dafür stehen zwei “Helfer” zur Seite:

  • Emotionen (Das Zielbild ist attraktiv, um Treiber zu werden und Zugkraft im Inneren auszulösen.) 
  • Nähe (Das Ziel steht greifbar vor Augen, das Wozu ist beantwortet.)

Je stärker die beiden Helfer aktiviert sind, umso einfacher wird es, den Weg zu verfolgen, auch wenn die erste Begeisterung verflogen ist. Dafür stellt man sich vor, es sei bereits erreicht. Das setzt voraus, den Zielzustand bereits klar gezeichnet zu haben. Malen Sie sich die Situation genau aus, so, wie sie aussieht, wenn die Vision wahr geworden ist, schauen Sie bis ins Detail. Und dann gehen Sie Schritt für Schritt den Weg zurück, der Sie dahin gebracht hat. Sie sind jetzt in der Lage zu priorisieren und zu entscheiden, was Sie auf dem Weg hält. Was gilt es zu tun? Welche Entscheidungen sind zu treffen? Welche Menschen sind mit ins Boot zu holen? Worauf ist zu achten? Und auch: Was fühlen Sie dabei?

In diesem Prozess entsteht Ordnung. Es bilden sich Prioritäten. Präkognition und Rückwärts-Integration fokussieren auf das Wesentliche auf dem Weg. Und das ist der Kern des Führens mit Visionen – in der operativen Unruhe Motivation und Ruhe aus übergeordneten Sinn stiftenden Bildern zu ziehen.

 


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