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Klapperschlangen: Die innere Haltung prägt die Beziehung

von März 30, 2026Impulsgeschichten

Klapperschlangen haben auffällige Augen und giftige Zähne. Viele Menschen finden sie unheimlich und gefährlich. Manche sagen, Klapperschlangen könnten sehr gut spüren, was ein Mensch denkt und fühlt. Entspannte emotionale Präsenz in einer positiven Haltung ist da ein Schlüssel zu einer guten unsichtbaren Verbindung.

Ein Goldsucher erzählte dem Vorreiter der Tierkommunikation J. Allen Boone (1882-1965) einmal etwas Merkwürdiges.[1] Er sagte: Klapperschlangen beißen nur sehr selten Indigene. Weiße Menschen beißen sie hingegen oft. Warum das so ist, wusste er nicht. Boone interessierte sich dafür und befragte viele Schlangenexperten. Viele bestätigten, dass Indigene und Klapperschlangen in Wüsten, Prärien und Bergen in friedlich Koexistenz miteinander lebten. Doch niemand hatte eine gute Erklärung, warum dann weiße Menschen häufig von den Giftschlangen gebissen wurden.

Durch innere Haltung Konkurrenz oder Harmonie säen

Boone legte sich schließlich einen Schluss zurecht: Unsere innere Haltung geht uns immer voraus. Unsere Gedanken, Gefühle und Absichten senden wir unbewusst energetisch aus. Manche Tiere, besonders Schlangen, scheinen dafür sehr empfänglich zu sein. Sie spüren, ob ihnen ein Mensch freundlich oder feindlich gesinnt begegnet. Dann entscheiden sie, wie sie reagieren. Sehen sie den Menschen als Freund oder als Gefahr?

Viele weiße Menschen sind in Angst vor tödlichen Schlangenbissen erzogen worden. Alarmiert wollen sie darum Schlangen bekämpfen. Die Giftschlange nimmt die feindliche Gesinnung wahr. So entsteht, zuerst im Denken und Fühlen, noch bevor jemand handelt, ein Konflikt, der in einer Teufelsspirale der Angst tödlich eskaliert. Die Schlange fühlt sich bedroht und reagiert ebenso aggressiv. Am Ende stirbt entweder die Schlange durch eine Waffe oder der Mensch durch einen Biss.

Der Indigene lebt anders. Er fühlt sich verbunden mit dem, was er den „großen Geist“ nennt. Damit meint er die Kraft, aus der alles Leben entsteht und die alles miteinander verbindet. Er sieht sich selbst als Teil der großen Gemeinschaft allen Lebens. So betrachtet er die Schlange als Mitgeschöpf, das genauso ein Recht auf Leben, Freiheit und Respekt verdient wie er selbst. Durch diese Haltung stellt er eine harmonische Beziehung her: Zwischen Indigenem und Schlange gibt es keine Angst und keine Feindseligkeit. Wenn sie sich begegnen, bleiben beide stehen. Im Moment der Ruhe scheinen sie miteinander zu kommunizieren. Sie senden sich keine Drohung, sondern Freundlichkeit. Dann gehen sie weiter. So lehren uns Schlagen, dass eine Beziehung maßgeblich durch die innere Haltung geprägt wird, lange bevor sie sich in Verhalten sichtbar spiegelt.[2]

 

Die Frau ohne Angst: Grace O. Wiley

Was Naturvölkern selbstverständlich ist, konnte später bei Grace O. Wiley (1883–1948) bewundert werden. Die sanfte selbstbestimmte Frau arbeitete und lebte viele Jahre als Schlangenforscherin mit hunderten von Giftschlangen. Grace liebte die Schlangen, auch die besonders giftigen: Klapperschlangen, bis 7,5 Meter lange Königskobras, andere Kobras, Vipern, Mambas, Tigerschlangen und viele weitere Arten. Sie trug keine Schutzkleidung, nutzte kaum Hilfsmittel und fasste die Schlangen oft mit bloßen Händen an. Deshalb wurde sie die Frau ohne Angst genannt. Kollegen fanden ihr Verhalten oft unvorsichtig. Trotzdem: Grace war sehr erfolgreich. Sie war die erste Person, der es gelang, Klapperschlangen in Gefangenschaft zu züchten. So konnte die Forschung wirksame Gegengifte gegen Schlangenbisse entwickeln.

Außerdem arbeitete Grace als Tiertrainerin und Beraterin für Filme wie Tarzan und Das Dschungelbuch. Menschen aus der ganzen Welt besuchten sie in ihrem Zoo for Happiness in Kalifornien. Dort konnten sie sehen, wie sie mit Schlangen umging. Unter ihrer Aufsicht durften Besucher die Tiere sogar anfassen. In ihren Vorträgen erklärte Grace, wie faszinierend Schlangen sind, wenn man ihnen mit Ruhe und Respekt begegnet. Sie sagte, dass Schlangen nur angreifen, wenn sie sich bedroht fühlen, erschreckt werden oder verletzt sind. Eindrucksvoll waren ihre Vorführungen im so g. Besänftigungsraum. Ein leerer Raum mit kahlen Wänden und einem massiven Tisch in der Mitte. Ausgewählte Zuschauer konnten sie dort bei ihren Besänftigungen durch eine Glasscheibe in der Tür beobachten.

Graces Schlangen-Besänftigungen

Der Ablauf mit Klapperschlangen war immer gleich: Grace betrat ruhig den Raum und stellte sich still ans Ende des Tisches. In jeder Hand hielt sie einen langen Stock. Einer hatte ein kleines Netz, um den Kopf der Schlange auf Abstand zu halten. Der andere war mit weichem Stoff umwickelt, um den Körper der Schlange zu streicheln. Die Schlange befand sich in einer Kiste auf dem Tisch. Auf Graces Zeichen hin wurde der Deckel geöffnet. Die Schlange glitt heraus und rollte sich zusammen, bereit zur Verteidigung. Ihr Kopf bewegte sich hektisch umher, der Schwanz machte laut klappernde Warngeräusche. In dem kahlen Raum bewegte sich sonst nichts. Grace stand völlig still und schaute die Schlange ruhig an. Von außen sah es so aus, als würde nichts weiter passieren. Grace bewegte sich nicht. Die Schlange griff nicht an.

Doch Grace begann bereits Kontakt aufzunehmen. Sie sprach in Gedanken mit der Schlange. Sie zeigte ihr dabei respektvoll Bewunderung, Freundlichkeit und Ruhe. Denn Grace war überzeugt, dass alle Wesen auf ehrliche liebevolle Zuwendung reagieren. Sie lobte die Schlange für ihre tollen Eigenschaften und vermittelte ihr in ihrer telepathischen Weise ganz ohne Worte und Gesten, dass keine Gefahr bestand und dass sie in diesem neuen Zuhause von Herzen willkommen war.

Mit der Zeit veränderte sich das Verhalten der Schlange. Sie reagierte auf die ruhige, freundliche Haltung. Der Schwanz bewegte sich langsamer. Der Kopf hörte auf, sich zu drehen. Die Schlange schaute Grace an. Grace begann leise zu sprechen. Die Schlange streckte sich langsam in ihrer ganzen Länge aus und legte ihren Kopf vor Grace auf den Tisch. Erst jetzt bewegte sich Grace. Sie streichelte die Schlange zuerst mit dem Stock, später mit ihren Händen. Die Schlange krümmte dabei ihren Körper, ähnlich wie eine Katze beim Streicheln.

Tragische Umstände

Grace glaubte, dass man aus jedem giftigen Wesen Gutes hervorholen könne. Man müsse ihm dazu wahrhaftig mit ruhigem Verständnis, Freundlichkeit und Liebe begegnen.

Trotzdem starb sie schließlich unter tragischen Umständen. Die Herpetologin posierte für einen Fotografen mit einer indischen Kobra (auch Brillenschlange oder Naja naja genannt) aus ihrer Sammlung. Der Blitz der Kamera erschreckte die Schlange. Grace hielt geistesgegenwärtig einen Schlangenangriff vom Fotografen ab, wurde dabei aber selbst gebissen. Sie ließ sich sofort in die Klinik bringen. Dort gab es jedoch kein spezielles Antiserum mehr gegen Kobra-Gift, sondern nur gegen gängigere Schlangenbisse. Weniger als zwei Stunden nach dem Biss starb Grace O. Wiley.

[1] Vgl. J. Allen Boone (2013): Die große Gemeinschaft der Schöpfung, 4. Auflage, S. 92-102.

[2] Dass Auswirkung der positiven menschlichen Haltung sich nicht auf Klapperschlangen begrenzt, sondern alles Lebendige umfasst, erforscht in heutiger Zeit auch die Positive Psychologie.

Schon der Volksmund kennt die Lebensweisheiten „Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus.“ und „Man erntet, was man sät.“ Wie groß der Einfluss von unserem Verhalten und mehr noch von unserer Haltung gegenüber der ganzen beseelten Umwelt ist, dürfen wir uns im Kleinen und im Großen immer wieder bewusst machen. Und wenn Freundlichkeit, doch einmal nicht mit Freundlichkeit quittiert wird, so zeigt dies doch nur, dass offensichtlich andere Umfeldfaktoren bis hin zu alten Verletzungen gerade starke Einwirkung haben.