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Referenz AnsprechpartnerIn: Im Coaching nennen wir aus Vertraulichkeit keine Referenzen, Coachees empfehlen uns eigeninitiativ weiter.

Coaching Ziel

Zur Weiterentwicklung der Strukturen wurde vor einiger Zeit eine doppelte Leitungsspitze in der Fachabteilungsambulanz aus funktionspflegerischer und ärztlicher Leitung implementiert. In der pflegerischen Leitung gab es zuvor schon einige Wechsel. Nun sollten bestehende Konflikte aufgearbeitet und ein gemeinsames Leitungsteam geformt und in der gemeinsamen Leitungsarbeit durch ein Coaching unterstützt werden.

Umsetzung 

Die Anlass- und Auftragsklärung erfolgte zunächst mit der chefärztlichen Seite. Schnell war klar, dass sowohl die oberärztliche Expertise und Konstanz geschätzt sind als auch die prozessualen Veränderungsimpulse, die durch die Leitung der Ambulanzpflege in kurzer Zeit angestoßen wurden. Das Team wehrt sich gegen die Veränderungen und es ist zu Fluktuation gekommen. Als Anliegen des Chefarztes wurde herausgearbeitet, den Prozess im Rückblick aufzuarbeiten, an der Klärung der Konflikte zu arbeiten und die Leitungen der Ambulanz bei der Entwicklung zu einem Leitungsteam sowie ggf. anschließend beim Aufbau eines stabilen Ambulanzteams regelmäßig zu coachen.

Coaching Leitungsteam

Im nächsten Schritt begann die Arbeit mit beiden Leitungspersönlichkeiten im gemeinsamen Coaching. Auch hier wurden die Vorstellungen und Anliegen an den Prozess, sowie das jeweils eigene Commitment  herausgearbeitet und je eigene Problembeschreibungen aufgenommen. Gerade zu Beginn des Prozesses gehört der Raum ganz dem Klienten und wie er diesen Raum füllt, ist der Schlüssel zum weiteren Vorgehen. Was sich zu Beginn im Erstkontakt zeigt, ist wichtig für den weiteren Prozess. In diesem Falle fielen zunächst zwei unterschiedliche „Herangehensweisen“ in den Blick. Biografie-Arbeit wurde genutzt, um die Konstruktion der „Landkarten“ tiefer zu durchdringen, in die Außensicht der Wahrnehmung zu führen sowie um Glaubenssätzen, Überzeugungen und Einstellungen auf die Spur zu kommen.

Im geschützten Raum wurden gegenseitig Stärken und blinde Flecken reflektiert. Dann wurden der Verlauf der gemeinsamen Arbeit in den Blick genommen und gemeinsam „Lessons Learned“ abgleitet. Zugleich wurden in der Reflexion Hypothesen gesammelt, welche (inneren) Konflikte und Lösungsversuche (die s.g. „Skripts“ in der Transaktionsanalyse) daran gekoppelt sein könnten, um unbewusste Muster zu würdigen und explizit zu machen. Um die Hypothesen so erlebbar zu machen, dass sie Veränderungsenergie für einen „transformatorischen Sprung“ erzeugen, braucht es dafür passende Assoziationen, Geschichten oder Metaphern. An dieser Stelle wird nachempfunden, wie Missverständnisse voneinander aus eigenen Erwartungen und Strategien in der eigenen Denkwelt erzeugt wurden, die nicht real sind.

Gut miteinander Abschließen

Um die Erkenntnisse dann für die Zukunft zu utilisieren, ist nach 1,5 Coachingeinheiten die Basis an Informationen, Hypothesen und Ideen ausreichend. Dies floss in ein Poster der Leitungspersönlichkeiten ein, in dem gemeinsame Stärken, aber auch einige Unterschiede visualisiert wurden. Der Blick für die eigene und die andere Seite ist weit geöffnet. Im vorliegenden Fall stellte sich heraus, dass ein Teil des Leitungsteams sich bereits zum nächsten Karrieresprung entschieden hatte und es im Coachingprozess unter den neuen Bedingungen, nun in erster Linie um einen runden Abschluss der gemeinsamen Leitungstätigkeit geht sowie günstige Bedingungen für die jeweiligen Neustarts zu gestalten.

Ergebnis Coaching

Sich aus der Ambulanz herauszunehmen, um einen gemeinsamen Blick auf die Leitungsarbeit zu werfen, hat den Beteiligten in Zeiten einer überlaufenden Ambulanz und chronischer Personalengpässe einiges abverlangt. Dann aber hat sich in kürzester Zeit – nach nur zwei Coachingeinheiten – bereits durch das Engagement beider ein tiefer Verständnis- und Versöhnungsprozess im Rückblick auf die gemeinsame Leitungszeit in Gang gesetzt. Beide Seite haben sich mit ihren Bitten, den fremden und eigenen Bedürfnissen auseinander gesetzt. Durch den Kontakt mit den eigenen Ideen, Wünschen und Impulsen haben beide Seiten miteinander an ihren Leitungspersönlichkeiten gearbeitet und gemeinsame Werte in den Vordergrund gerückt. Die Besinnung auf die eigene Motivation und den Sinn des eigenen Tuns erfüllt das Leitungsteam mit neuer Kraft und Zuversicht für die weiteren Wege.

Aufgrund der veränderten Umstände wurde mit dem Chefarzt vereinbart, das Leitungscoaching an der Stelle stimmig abzuschließen und den Prozess neu aufzunehmen, wenn die Nachfolge bestimmt ist. So dass dass von Anfang an das neue Leitungsteam durch ein regelmäßiges gemeinsames Coaching in ihrer herausfordernden Tätigkeit unterstützt wird.

Referenz

Projekt: Coaching Leitungsteam Ambulanz, Zertifizierter Coach der Systemischen Gesellschaft
Referenz AnsprechpartnerIn: Im Coaching nennen wir aus Vertraulichkeit keine Referenzen, Coachees empfehlen uns eigeninitiativ weiter.
Zeitraum: 2021