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	<title>Blogs - Lerneinheiten zu Gesunder Führung und Management</title>
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	<description>Unter unseren Impulsen rund um Führung im Krankenhaus finden Sie unsere gesammelten Web-Beiträge auf einen Blick.</description>
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	<title>Blogs - Lerneinheiten zu Gesunder Führung und Management</title>
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		<title>Lerneinheit Positive Fehlerkultur &#8211; Von Scham und Beschämung</title>
		<link>https://krankenhausberater.de/impuls/news/lerneinheit-positive-fehlerkultur-von-scham-und-beschaemung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Elke &#38; Stefan]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Jun 2026 22:59:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogs]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer in sozialen Systemen eine grundlegend positive Fehlerkultur aufbauen will, kommt nicht umhin, sich mit Scham und Beschämung auseinander zu setzen, den eigenen Werten und der eigenen Würde. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/lerneinheit-positive-fehlerkultur-von-scham-und-beschaemung/">Lerneinheit Positive Fehlerkultur &#8211; Von Scham und Beschämung</a> erschien zuerst auf <a href="https://krankenhausberater.de">Krankenhausberater Ruhl Consulting</a>.</p>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong style="font-size: 18px;">Stephan Marks ist einer der wichtigsten deutschen Forscher zum Thema Scham. &nbsp;Er selbst nennt Scham eine tabuisierte Emotion oder auch das „Aschenputtel“ unter den Gefühlen. Aktuell ist sein Grundlagenwerk von 2007 in einer erweiterten Neuauflage erschienen.[1] Auf über 200 Seiten widmet er sich der Scham und würdigt ihre Funktion im Kontext sozialen Miteinanders. Wer in sozialen Systemen wirklich eine grundlegend positive Fehlerkultur aufbauen will, kommt nicht umhin, sich mit seinen Forschungen zum Thema Scham und Beschämung auseinander zu setzen. Und mit den eigenen Werten und der eigenen Würde und v.a. dem Wahrnehmen und Sprechen über die Scham.&nbsp;</strong></p>
<p><strong></strong></p>
<h3 style="font-weight: 400;">Vier Quellen von Scham</h3>
<p style="font-weight: 400;">Marks beschreibt Scham als menschliches Gefühl, das unser Denken und Handeln stärker prägt als uns bewusst ist. Scham berührt die Verletzlichkeit menschlichen Lebens. Als soziale Verletzung stellt sie eines der schmerzhaftesten Gefühle dar. Sie wird &nbsp;darum als extrem unangenehm bis unaushaltbar erlebt und deshalb am liebsten verdrängt oder verborgen. So aber wird sie mehr und mehr ein <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/feedback-annehmen-meine-blinden-flecken/">blinder Fleck</a> menschlichen Verhaltens.</p>
<p style="font-weight: 400;">Scham gilt in der Psychologie (<a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/biografiearbeit-in-zyklen-von-7-jahre-und-die-7-stufen-der-moral/">Entwicklung des moralischen Gewissens</a>) als eine soziale Emotion. die sich im Laufe der menschlichen Entwicklung in Stufen ausgestaltet. Marks unterscheidet dementsprechend verschiedene Quellen von Scham, je nach zugrunde liegendem sozialen Bedürfnis:</p>
<ul style="line-height: 18pt;">
<li>
<h4>Anerkennung:</h4>
<h4><strong></strong><span style="font-size: 18px; color: #666666;">Wird jemanden in seinen Gefühlen chronisch missachtet, nicht gesehen oder nicht ernst genommen, dann verletzt das das Selbstwerterleben. Schon bei Säuglingen führt das zu Bindungstraumata. Weil dies bei vielen Menschen eine Urwunde berührt, sind Blaming und manipulativen Anerkennung als gewaltvolle Verführungsmethode in Dominanzsystemen so wirksam.&nbsp;</span></h4>
</li>
<li>
<h4>Schutz der eigenen Grenzen:</h4>
<h4><strong></strong><span style="font-size: 18px; color: #666666;">Wird die eigene Intimität oder Grenzen der eigenen Individualität körperlich oder seelisch verletzt, oder fühlt man sich bloßgestellt, dann trifft dies ein elementares Schutzbedürfnis. Die Übergriffigkeit überflutet den Menschen in seiner Ohnmächtigkeit.</span></h4>
</li>
<li>
<h4>Zugehörig:</h4>
<h4>Ausgeschlossen sein, ausgegrenzt, abgewertet, verachtet. Werten und Normen anderer nicht genügen, gespiegelt bekommen &#8222;du bist nicht oK&#8220; und die Sorge darum, was andere denken könnten. Das ist für soziale Wesen eine kaum aushaltbare Beschämung. Um das Gefühl nicht dazuzugehören zu vermeiden, passen sich Menschen an die Erwartungen anderer an und finden Kompensationsmechanismen.</h4>
</li>
<li>
<h4>Gewissen:</h4>
<h4><strong></strong>Gegen die eigenen Werte, moralischen Überzeugungen, innere Wahrheit zu handeln, führt reife Menschen dazu, sich nicht mehr selbst in die Augen schauen zu können. Mit eigener Schuld und dem Verletzen der eigenen Integrität und Würde ist schwer ein Umgang zu finden.</h4>
</li>
</ul>
<h3>Mechanismen der Schamabwehr</h3>
<p style="font-weight: 400;">Statt seine Scham offen zu zeigen und zu ihr zu stehen, wird Scham aus vermeintlichem Selbstschutz fast reflexhaft abgewehrt. Oder sie wird gegen andere umgekehrt: weil ich die Scham nicht aushalte, beschäme ich andere und werde im Teufelskreis der Gewalt zum Täter. Scham zeigt eine tiefe Überlebensnot und gerade das verletzte Grundbedürfnis nach sozialer Bindung ist für den Menschen als soziales Wesen &nbsp;kaum aushaltbar. Da Scham darum nicht gefühlt werden will, bleibt sie oft oberflächlich unsichtbar und wirkt im Verborgenen. Um unser &#8222;Überleben&#8220; zu sichern, bringt sie uns dazu, in vorgebahnte Kompensationsmuster zu springen. Nur um keinen Schmerz zu fühlen. Unser Verhalten in bestimmten Trigger-Situationen wirkt dann unauthentisch und der Situation gegenüber unangemessen übertrieben.&nbsp;</p>
<h4 style="font-weight: 400;">Schamabwehr kann viele Gesichter haben wie</h4>
<ul style="font-weight: 400;">
<li>Wut, Hass, Groll, Rache, (verbale &amp; körperliche) Gewaltbereitschaft, <span style="font-size: 18px;">Aggression, Schuldzuweisung</span></li>
<li>Neid, Ressentiment</li>
<li>Arroganz, One up, Hochmut, Trotz, Maske, Lüge, Rechtfertigung</li>
<li>Perfektionismus, übertriebener Ehrgeiz, Idealisierung, Größenphantasie &#8211; Unbarmherzigkeit gegen sich&nbsp;</li>
<li>Emotionale Erstarrung, Rückzug, Bindungsverlust, Kontaktabbruch, Einigeln, sich verschließen</li>
<li><span style="font-size: 18px;">Zynismus, Pessimismus</span></li>
<li>Ablenkung, Clownverhalten, gute Mine zum bösen Spiel, Schamlosigkeit, Unverschämtheit</li>
<li>Suchtverhalten und Konsum als typischer Teufelskreis von Sucht und Scham</li>
<li>Abwertung, Verachtung und Beschämung von sich selbst oder anderen Menschen&nbsp;</li>
</ul>
<p style="font-weight: 400;">Da sie durch derlei Abwehrverhalten so verdeckt ist, wird Scham leicht übersehen..&nbsp;</p>
<p style="font-weight: 400;"></p>
<h3 style="font-weight: 400;"></h3>
<h3 style="font-weight: 400;">Wirkung von Scham</h3>
<h4 style="font-weight: 400;">Gesunde und zerstörerische Scham</h4>
<p>Scham zu empfinden hat einen gesunden Kern als moralischem Kompass, damit soziales Miteinander gelingen kann. Menschen sind keine Übermenschen und haben keine Chance, stets allen idealisierten Wertvorstellungen zu genügen. Wahrhaftige Fehlerkultur bedeutet, dies als Fakt anzunehmen und zugleich stets nach dem Guten zu streben. Wer seinen eigenen Fehlverhalten gegenüber nachsichtiger wird, kann auch toleranter mit anderen sein. So dass es überhaupt erst möglich wird, gesunde Scham zu empfinden und darüber miteinander zu sprechen.&nbsp;</p>
<p>In der Beschämung von außen steckt dagegen eine Abwertung als Person, die als emotionale Gewalt bewertet werden muss. Sie führt in eine zerstörerische Scham. Gerade chronische Beschämung und Verachtung. wiederholte Demütigungen und emotionale Vernachlässigung durch Menschen, die als Bezugspersonen wichtig sind oder waren, führt in eine traumatische Überwältigung und zu Bindungstraumata. Häufig sind ein geringes Selbstwertgefühl, Beziehungsunfähgkeit, starke Selbstkritik, Depressionen, Aggressionen und soziale Isolation eine Folge. Die Symptome lassen sich nur Schritt für Schritt &nbsp;in der eigenen Entwicklung (heraus aus der Verwicklung) durch zunehmendes Bewusstsein für die Urauslöser überwinden.</p>
<h4>Gesunde Fehlerkultur</h4>
<p style="font-weight: 400;">Scham kann nur dienlich verarbeitet und aufgelöst werden, wenn man lernt, sie wahrzunehmen und sich ihr bewusst zu stellen, statt sie zu verdrängen und sie unbewusst gar auf andere umzuleiten und weiterzugeben. Ziel ist es, die hilfreiche Funktion der Scham zu verstehen und ihre schädlichen Wirkungen zu reduzieren. Dabei ist wichtig, Scham nicht den Beigeschmack von Schuld zu geben. Scham gibt einen Hinweis auf unerfüllte tiefe moralische oder zwischenmenschliche Bedürfnisse. Es gilt, darüber sprechen zu lernen und eine respektvolle, würdigende Haltung zu sich selbst und anderen einzunehmen. Selbstmitgefühl und das eigene Empfinden spielen dabei eine zentrale Rolle. Beschämungen sind aufzudecken.&nbsp;</p>
<p style="font-weight: 400;">Es geht &#8211; gerade wenn es um eigene Werte und Menschenwürde geht &#8211; darum, Kritik oder Rückmeldungen klar in der Sache, in einer grundpositiven Haltung zum Menschen ohne Beschämung wahrnehmen und besprechen zu lernen. Statt Kritik aus Angst davor zu vermeiden, dass sie Scham auslösen kann („du musst dich nicht schämen“), oder Menschen bloß und an den Pranger zu stellen („schäm dich“), darf sie &nbsp;coregulierend wirken und menschliche Entwicklung unterstützen. Erst in der respektvollen Zumutung und Auseinandersetzung mit eigenen menschlichen Fehlern kann Scham ihre eigentliche Funktion erfüllen und ein konstruktiver Impuls für die weitere moralische Entwicklung werden. Und dazu braucht es Achtsamkeit und kommunikatives Feingefühl, den anderen nicht unbewusst zu beschämen.</p>
<h4 style="font-weight: 400;">Scham und menschliche Würde</h4>
<p style="font-weight: 400;">Wird in der Bewusstseinsbildung Scham ehrlich gefühlt, entsteht eine Durchlässigkeit, so dass auch Bedauern und Reue wahrhaftig möglich werden. Das schafft Resonanz in sozialen Beziehungen. Es kommt an und fällt ins Herz. Schnell dahergesagte Entschuldigungen verhindern hingegen eher die Heilung von Beziehungen. Gegenseitiges Vergeben und Verzeihen fallen leichter bei Scham und Einsicht. So wird es möglich, Schatten der Vergangenheit Schritt-für-Schritt aus dem Weg zu räumen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Wird der Schmerz der Scham nicht mehr gefühlt, ist das Fühlen insgesamt blockiert. Der Mensch landet im unbewussten Dauermodus des Hochstresses. Unwillentliche Affekte übernehmen die Regie, um weg von der Überlebensangst zu kommen. Unwillentlich wird der Dauerstress im Körper in typischen Schamhaltungen[2] verkörpert: Statt einer würdevollen stolzen Ausstrahlung, macht sich der Mensch klein, krumm, buckelig. Der Selbstwert, die eigene Würde, ist tief verletzt und der Mensch verkörpert das regelrecht oder übermalt es übertrieben durch unstimmiges, fast karikatives Auftreten. Man lernt sich unsichtbar zu machen oder eine Rolle zu übernehmen.&nbsp;</p>
<p style="font-weight: 400;">Marks sieht Scham als „Wächterin der menschlichen Würde“: Sie ist ein inhärenter Kompass des bewussten Menschen, seinen Selbstwert zu schützen. Sie ist Ausdruck seiner Begabung zur Bewusstwerdung und Selbstreflexion. V.a. ist sie Hinweisgeber für die Korrektur sozialen Verhaltens im Umgang mit sich selbst und anderen.</p>
<p style="font-weight: 400;"></p>
<h2 style="font-weight: 400;">Anhang</h2>
<h3 style="font-weight: 400;">Bedeutung in Gewaltsystemen &#8211; ein dunkles Kapitel der Menschheit</h3>
<p style="font-weight: 400;">Marks betrachtet Scham nicht nur als individuelles Gefühl, sondern interessiert sich v.a. auch für systematische Beschämung in Machtsystemen als gesellschaftliches Phänomen. Seine Beschäftigung mit kollektiver Scham kam ursprünglich von Forschungen zur Frage, wie Menschen für den Nationalsozialismus gewonnen werden konnten.</p>
<p style="font-weight: 400;">In Dominanzsystemen, in denen Macht zum Selbstzweck geworden ist, spielt Narzissmus und Selbstaufwertung auf Kosten anderer eine Rolle. Lob und Beschämung &#8211; in allen vier Ebenen &#8211; hat als Machtmittel und Mittel tiefer emotionaler Gewalt darin System. Kaum jemand erkennt, &nbsp;dass es doch nur ein perfides Schamabwehrprogramm der Mächtigen ist, das Massen kleinhalten will.[3] Es zeigt sich z.B. dass systematisches Beschämen und Kleinmachen im Militär, dazu führt, dass Menschen bereit werden, in den Krieg zu ziehen. Minderheiten, die weniger gefestigt sind und sich zu Opfern machen lassen, werden in schambehafteten Umgebungen leicht zur chronischen Projektionsfläche der Scham anderer. Die Schande wird regelrecht auf sie abgeladen, so dass die Mehrheiten den Schmerz ihrer Scham nicht fühlen müssen.</p>
<p>Dazu ist zu verstehen, dass die &#8222;Pädagogik der <strong style="font-weight: 400; font-size: 18px;">Beschämung&#8220; statt Beziehung </strong><span style="font-weight: 400; font-size: 18px;">ein Jahrhunderte altes </span><b style="font-size: 18px; font-weight: 400;">Erziehungskonzept ist, um Menschen in Systemen und ihren Regeln &#8222;f</b>unktionsfähig&#8220; zu machen<b style="font-size: 18px; font-weight: 400;">. Das Schamgefühl &nbsp;derart gedemütigter Menschen und ihr Hunger nach wahrhaftigem Gesehen</b><b style="font-size: 18px; font-weight: 400;">werden </b>sind leicht in Wut gegen andere zu kanalisieren, wenn ein Heilsbringer kommt, der von der eigenen Scham erlöst und sie in Wut nach außen richtet. So wird &nbsp;die Schamspirale als Teufelskreis emotionaler Gewalt immer weiter angeheizt. Die Geschichte ist voll mit Beispielen. <span style="font-size: 18px;"></span>Stephan Marks zeigt, dass Scham ein Schlüssel zum Verständnis vieler persönlicher und gesellschaftlicher Gewaltentwicklungen ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="font-weight: 400;"></p>
<p style="font-weight: 400;"></p>
<h4 style="font-size: 10pt; line-height: 12pt;">[1] Vgl. <a href="https://amzn.to/3T8c9XM">Stephan Marks (2026): Scham</a> &#8211; über die tabuisierte Emotion, Patmos Verlag, Düsseldorf, Neuauflage.&nbsp;</h4>
<p style="font-size: 10pt; line-height: 12pt;">[2] Akute Schamreaktionen des Körpers zeigen sich besonders am Kopf: Kopfsenken, Blickkontakt vermeiden, Rotwerden (Adrenalin) oder Bleichwerden.</p>
<p style="font-size: 10pt; line-height: 12pt;">[3] Es ist keine 100 Jahre her, da zeigte der Nationalsozialismus in Deutschland, zu welcher Bestialität Menschen fähig sind. So wurden z.B. die Menschen, die im Nationalsozialismus ins KZ eingeliefert wurden, systematisch jeglicher Menschenwürde beraubt. Sie wurden auf allen Ebenen systematisch menschenunwürdig beschämt:&nbsp;</p>
<ul>
<li style="font-size: 10pt; line-height: 12pt;">Anerkennung: Ihnen wurde ihre Identität genommen und eine Nummer und Winkelfarbe zugewiesen.</li>
<li style="font-size: 10pt; line-height: 12pt;">Schutz der eigenen intimsten Grenzen: Bei ihrer Ankunft wurden sie entblößt, am ganzen Körper rasiert und mit den Schnittverletzungen in ein Desinfektionsbad getaucht.</li>
<li style="font-size: 10pt; line-height: 12pt;">Zugehörigkeit: Ihnen wurden alle menschlichen Rechte entzogen. Das Lager war ein rechtsfreier Raum. Dort waren sie unter menschenunwürdigen Bedingungen eingesperrt. Sie wurden im &#8222;Sklavendienst&#8220; bis zur Erschöpfungsgrenze ausgebeutet und waren der Gewaltwillkür schutzlos ausgeliefert.</li>
<li style="font-size: 10pt; line-height: 12pt;">Gewissen: Es wurde eine Häftlingshierarchie aufgebaut, um das Lager mit vergleichsweise wenig Wachpersonal zu kontrollieren. Häftlinge wurden zu Mittätern gemacht indem es &nbsp;ihnen bewusst ermöglicht wurde, sich selbst &nbsp;Hafterleichterungen zu verschaffen.</li>
</ul></div>
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<p>Der Beitrag <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/lerneinheit-positive-fehlerkultur-von-scham-und-beschaemung/">Lerneinheit Positive Fehlerkultur &#8211; Von Scham und Beschämung</a> erschien zuerst auf <a href="https://krankenhausberater.de">Krankenhausberater Ruhl Consulting</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Lerneinheit Entscheidungspyramide &#8211; Von Führungsentscheidungen und Empowerment</title>
		<link>https://krankenhausberater.de/impuls/news/lerneinheit-entscheidungspyramide-von-fuehrungsentscheidungen-und-empowerment/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Elke &#38; Stefan]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Feb 2026 14:13:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogs]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Entscheidungspyramide nach Claus Nowak verdeutlicht Beteiligung als ein Kontinuum, dessen Nuancen plakativ in fünf Abstufungen der Entscheidung entfaltet werden.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/lerneinheit-entscheidungspyramide-von-fuehrungsentscheidungen-und-empowerment/">Lerneinheit Entscheidungspyramide &#8211; Von Führungsentscheidungen und Empowerment</a> erschien zuerst auf <a href="https://krankenhausberater.de">Krankenhausberater Ruhl Consulting</a>.</p>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p style="font-weight: 400;"><strong>Führung fordert mehr denn je, jeden Tag vielfältige Entscheidungen unter Druck und unvollständiger Information zu treffen. Zwischen Patientenwohl, Wirtschaftlichkeit, Personalmangel, wachsender Komplexität und abnehmender Stabilität. Hier gibt es oft kein eindeutiges Richtig oder Falsch. Bei der Entscheidung geht es nicht mehr nur um das Was, sondern auch um das Wie und Wer daran beteiligt ist.</strong></p>
<p style="font-weight: 400;">Viele Spannungen im Alltag entstehen, weil Entscheidungen ausbleiben oder intransparent sind. Oder weil anstelle von Beteiligung einsame Entscheidungen getroffen werden und ein Ja oder Nein der Mitarbeitenden dazu gar nicht erbeten ist. Damit bleibt die Ver-Antwort-ung aus, engagiert für die Entscheidung im täglichen Tun einzustehen. Fehlende Beteiligung und Entscheidungsspielräume gerade in alltagsnahen Fragen kostet Vertrauen, Energie und letztlich Qualität.</p>
<p style="font-weight: 400;"></p>
<h2 style="font-weight: 400;">Fünf Abstufungen von Entscheidung und Beteiligung</h2>
<p style="font-weight: 400;">Die Entscheidungs- bzw. Beteiligungspyramide nach Claus Nowak [1] macht deutlich: Beteiligung ist kein Alles-oder-Nichts, sondern ein Kontinuum. Plakativ veranschaulicht er das in fünf Abstufungen der Entscheidung. Wie entschieden wird, sollte situativ und dem Kontext angepasst sein:</p>
<h4 style="font-weight: 400;">1. Information über Entscheidung</h4>
<p>Wenn es darauf ankommt und die Führungsakzeptanz da ist, sind in der Hierarchie klare schnelle Ansagen top-down möglich. Jedoch ist das als einziger Führungsansatz auf Dauer für freie und unabhängige Mitarbeitenden wenig motivierend.</p>
<h4>2. Erklären der Entscheidung</h4>
<p>Freiwilliges Folgen ist leichter zu erzielen, wenn die Führungskraft sich die Zeit zu Kommunikation nimmt und die Herleitung ihrer Entscheidungen transparent erklärt. Damit Mitarbeitende sie nachvollziehen und verstehen können, und &#8211; wenngleich sie auch nicht unbedingt einverstanden sind &#8211; ihnen auch folgen können.</p>
<h4>3. Beratung vor Entscheidung</h4>
<p>Manche Entscheidungen sind strategisch für den eigenen Verantwortungsbereich zu weitreichend, als dass die Führungskraft die Entscheidung in ihrer Letztverantwortung aus der Hand geben möchte. Dann hat sie immer noch die Möglichkeit, sich von ihren Mitarbeitenden beraten zu lassen, um im Anschluss die Entscheidung bestaufgeklärt unter Einschluss unterschiedlichster Perspektiven treffen zu können.</p>
<h4>4. Gemeinsame Entscheidungsprozesse</h4>
<p>Umfassende Beteiligung entsteht hingegen, wenn Mitarbeitende an der Entscheidung selbst beteiligt werden. Und ja: Diese Partizipation kostet die Führungskraft Zeit. Doch die Kosten, es nicht zu tun, sind langfristig viel gravierender. Keine Beteiligung kostet auf Dauer Motivation. Denn Dialog und Wahrnehmen der Fähigkeiten des Mitarbeitenden stiftet Beziehung. Die bewusste Gestaltung von Entscheidungsprozederen und Mit-Entscheidungsräumen ist kein weicher Faktor, sondern eine zentrale Voraussetzung für Identifikation, Bindung und gemeinsam getragene Verantwortung.</p>
<h4>5. Empowerment &#8211; Entscheidungen bewusst abgeben</h4>
<p>Die Entscheidung kann auch völlig an kompetente Mitarbeitende oder Teams überantwortet werden. Diese entscheiden dann selbstorganisiert. Werden Entscheidung und Verantwortung im definierten Spielraum und klaren Zielen bewusst übertragen und damit auch Lern- und Entwicklungsräume geschaffen, sind wir im Bereich des Empowerment. [2] Die Führung gibt nur noch den Rahmen vor und begleitet den Prozess, ohne ihn zu übernehmen. Das setzt entsprechende Kompetenz auf Mitarbeiterebene, Ressourcen und Reife im System voraus. Der Effekt ist eine Stärkung der Mitarbeitenden, Motivation, Vitalität in der Organisation und größtmögliche Identifikation mit der Organisation.</p>
<h2>Entscheidungen sind Willensbildungsprozesse</h2>
<p style="font-weight: 400;">Klassische Hierarchien stoßen immer wieder an ihre eigenen Grenzen. Bezüglich der Verteilung von Entscheidungsspielräumen zwischen Führungs- und Mitarbeiterebene gilt sich klar zu machen: Entscheidungsmacht abzugeben bedeutet, Verantwortung bewusst zu übertragen – mit klaren Zielen, definierten Rahmen und verlässlicher Unterstützung. Wer delegiert lässt zu, dass Dinge auf unterschiedliche Weise gelöst werden können. Dass es kein Zeichen von Schwäche ist, nicht alles selbst zu entscheiden. Sondern dass es von reifer dialogischer Führung zeugt, Mitarbeitende als kompetent zu sehen, in der Haltung, dass sie ihre Arbeit grundsätzlich mit hoher Eigenverantwortung tun.</p>
<p style="font-weight: 400;">Mit klarer Kommunikation und Erwartungsbildung ist jede Stufe der Entscheidung an sich in Ordnung. Jede Stufe hat ihre eigene Vor- und Nachteile. Für Führungskräfte heißt das: Die eigentliche Führungsleistung liegt oft nicht in der inhaltlichen Entscheidung selbst, sondern in der vorgelagerten Frage: Wie soll situativ im konkreten Kontext entschieden werden? Wer hat welche Kompetenzen? Was ist bereits festgelegt? Wo gebe ich Gestaltungsspielraum? Wie verantworten Mitarbeitende Konsequenzen ihrer Entscheidungen. Hier ist Klarheit zentral: Strategische Weichenstellungen lassen sich oft nicht breit delegieren. Entscheidungen nah an Prozessen, Patienten und Schnittstellen in Kliniken dagegen wohl. Dort liegt Expertise, Erfahrung und Umsetzungswissen. Wird der Raum geöffnet, können bessere Qualität, Entlastung für Führung, Motivation und Empowerment wachsen.</p>
<h2 style="font-weight: 400;">Fazit</h2>
<p style="font-weight: 400;">Wo geteilte Verantwortung auf viele Schultern gesetzt wird, kann hohe Motivation und Lebendigkeit erwachsen. Wann entscheiden Führungskräfte heute zu viel selbst? Wo halten sie Verantwortung fest, obwohl sie im System besser aufgehoben wäre? Und doch auch: Wo bräuchte es umgekehrt mehr Klarheit und Führung, statt diffuse Beteiligung und Verfolgen von Individualinteressen? Es dreht sich letztlich um das rechte Maß an gerechtfertigtem <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/vertrauen-und-kontrolle-in-der-zusammenarbeit/">Vertrauen und Kontrolle</a> im Sinne eines intakten Gemeinsinns. Diese Perspektive und Selbstreflexion können positive Führungskräfte einnehmen, deren erste Sorge der Organisation und weniger den Eigeninteressen gilt.</p>
<p style="font-weight: 400;"></p>
<p style="font-weight: 400;"></p>
<p style="font-weight: 400;"></p>
<h4 style="font-weight: 400;">[1] Vgl. <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/nowak-claus-1-auflage-2015/">Nowak, Claus (2015): Geometrien der Veränderung</a>, Limmer Verlag, Kapitel 3.<br>[2] Rappaport prägte den Begriff des Empowerment. Vgl. Rappaport, Julian (1984), Studies in Empowerment: Steps Toward Understanding and Action, New York.</h4></div>
			</div>
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<p>Der Beitrag <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/lerneinheit-entscheidungspyramide-von-fuehrungsentscheidungen-und-empowerment/">Lerneinheit Entscheidungspyramide &#8211; Von Führungsentscheidungen und Empowerment</a> erschien zuerst auf <a href="https://krankenhausberater.de">Krankenhausberater Ruhl Consulting</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Lerneinheit Haltung und Werte &#8211; Von Wertekonflikten im Wandel der Führungskultur</title>
		<link>https://krankenhausberater.de/impuls/news/lerneinheit-haltung-und-werte-von-wertekonflikten-im-wandel-der-fuehrungskultur/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Elke &#38; Stefan]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Nov 2025 12:50:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://krankenhausberater.de/?p=18781</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wertekonflikte sind Kennzeichen des Wandels der Führungskultur. Die Kunst ist es, in einer guten offenen Haltung zum anderen zu bleiben.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/lerneinheit-haltung-und-werte-von-wertekonflikten-im-wandel-der-fuehrungskultur/">Lerneinheit Haltung und Werte &#8211; Von Wertekonflikten im Wandel der Führungskultur</a> erschien zuerst auf <a href="https://krankenhausberater.de">Krankenhausberater Ruhl Consulting</a>.</p>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h1 style="text-align: justify;"></h1>
<p style="font-weight: 400; text-align: justify;"><strong>Erfahrungen von Stefan Ruhl und Elke Eberts als Begleiter von Führungskräften, Team- und Konfliktmoderatoren spiegeln: </strong><strong>Die Kunst im Konflikt ist es, in einer fairen positiven Haltung zum anderen zu bleiben. Im Moment, in dem die andere Person menschlich nachempfindbar wird, verändert sich die Reibung im Raum. Plötzlich ergeben sich neue friedliche Optionen im Miteinander. Das ermöglicht es, den Kontakt mit der anderen Seite zu halten und zugleich mit sich selbst zu sein, um für sich und seine Grenzen einzutreten. Es ist Kennzeichen des Wandels der Führungskultur hin zu mehr &#8222;Gleichwürdigkeit&#8220;, dass gemeinsame Haltung und Werte fortlaufend miteinander zu erringen sind.</strong></p>
<p style="font-weight: 400; text-align: justify;"><strong></strong></p>
<h2 style="text-align: justify;">Warum Werte in der Führung heute anders verhandelt werden</h2>
<p style="font-weight: 400; text-align: justify;">Führungskultur ist kein starres Werk, sondern ein Gefüge, das sich über Jahre bis Jahrzehnte verändert: Eine typische Dynamik ist im aktuellen Gesellschaftswandel, sich weg von <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/macht-als-basis-fuer-entwicklung-die-queenstrategie/">Machtinsignien</a> und Regelgehorsam, hin zu Beziehung, Selbstbestimmung und geteiltem Bewusstsein für Verantwortung zu bewegen. In einer demokratischen Kultur ist das elementar: Menschen sollen ihre Überzeugungen äußern können – auch wenn andere sie nicht teilen. Dieser Wandel erzeugt Reibung – und Reibungen sind Lernchancen. Eine reife Organisation darf lernen, diese in den Dialog zu bringen. Denn Wertekonflikte sind ein Symptom einer Organisation, die sich fundamental weiterentwickelt. Sie dürfen durchlebt und bewusst miteinander geklärt, statt ausgeblendet, <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/eisenhower-regel-priorisieren-im-selbst-zeitmanagement/">aufgeschoben</a> und bis zum Bruch im Konflikt eskaliert zu werden.[1]</p>
<h2 style="text-align: justify;">Was Haltung bedeutet</h2>
<p style="font-weight: 400; text-align: justify;" data-start="1025" data-end="1185">Dass Menschen mit sich verbunden sind, meint nicht zuletzt, dass sie innenorientiert, von ihren Werten geleitet und geprägt sind. Damit finden sie einen festen Stand in sich. Sie sind nicht ganz so sehr von außen vorgegebenen Spielregeln und Normen, von Prinzipien, die im sozialen System zum Selbstzweck geworden sind, von Belohnungen und Bestrafungen anderer abhängig. Das lässt Menschen nicht nur lebendig, sondern auch authentisch, menschlich und vertrauensvoll wirken.</p>
<p style="font-weight: 400; text-align: justify;">Haltung ist weit mehr als Meinung und Geschmack. Sie ist ein situativer innerer Kompass allen Tuns<strong>, </strong>gespeist aus handlungsleitenden Werten und moralischen Prinzipien. Wer Haltung zeigt handelt konsequent, übernimmt Verantwortung, geht Konflikten nicht aus dem Weg, sondern setzt persönliche Grenzen und schafft so für sich Sinn. Reflektierte Menschen arbeiten bewusst an ihrer Haltung, statt sich von Affekten treiben zu lassen. Um etwa Allparteilichkeit gegenüber allen direkten Mitarbeitenden zu leben, darf ich bewusst an meiner positiven Haltung zum Gegenüber arbeiten – gerade dort, wo es mir nicht leicht fällt. Haltung transportiert sich nicht zuletzt nonverbal und bestimmt damit, ob Kommunikation von anderen als stimmig erlebt wird.</p>
<h2>Warum Wertekonflikte herausfordernd zu lösen sind</h2>
<p style="font-weight: 400; text-align: justify;" data-start="1590" data-end="1708">Werte sind Identitätskerne – tief verankert durch Herkunft, Erziehung, Lebensereignisse. Wertekonflikte sind nur selbstreflektiert zu lösen, denn sie werden fast automatisch als Angriff auf die eigene Person und als Abwertung empfunden. Werte sind schwer verhandelbar, weil es um etwas Grundsätzliches geht, was kaum bewusst veränderbar ist. Verletzte Werte können wie Öl im Feuer wirken: Emotionen übernehmen die Regie, Konflikte beschleunigen und verselbstständigen sich. Gruppendynamisch führt hier <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/ciompi-luc-endert-elke-2011/">emotionale Ansteckung</a> dann leicht zu einer sich exponentiell weiter verstärkende Wirkung. Emotionalität wird aber nicht über Logik gebremst, sondern allenfalls über Selbstreflexion und <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/pessimismus-so-funktioniert-der-schutz-vor-ansteckung/">Gefühlsregulation</a>. Wenn Gefühle gesehen werden, kann ein tiefer Dialog entstehen.</p>
<p style="font-weight: 400; text-align: justify;">Um Wertekonflikte konstruktiv zu lösen, bedarf es eines Bewusstseins, die verschiedenen Perspektiven verstehen zu wollen. Aktiv zuhören, offen fragen und hinterfragen, statt zu (ver-) urteilen: Verstehen wollen, durch welche Erfahrungen die Haltung der anderen Person geprägt ist<em><span>.</span></em> Hinter Werten, was uns wichtig ist, liegen Bedürfnisse: Was brauche ich und die andere Seite? Z.B. Sicherheit, Anerkennung, Gerechtigkeit, Zugehörigkeit, Autonomie? Auf der Bedürfnisebene lassen sich Lösungen finden. Empathie für den anderen, ist gerade dann besonders nötig, wenn er sich so verhält, dass es schwer ist, mit ihm empathisch zu sein. Das hat schon Marshall B. Rosenberg betont. Wer diesen Weg geht, schafft Verbindung statt Trennung und Spaltung. Heilung statt Schmerz und Verletzung. Und dann lässt sich genau schauen: Wo liegen Überschneidungen, gemeinsame Werte und Ziele?</p>
<p style="font-weight: 400; text-align: justify;">Gemeinsamkeiten stabilisieren den Prozess der Konfliktklärung.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Der Konflikt zeigt: Es kann nicht weitergehen wie bisher</h2>
<p style="font-weight: 400; text-align: justify;" data-start="3793" data-end="3816">Ein Wertekonflikt ist nicht der Moment für Rückzug, sondern ein Raum für Transformation. Eigene Grenzen setzen, ohne das Gegenüber in seiner Würde zu entwerten. Empathie zeigen und Unterschiedlichkeit aushalten. Trotz Spannungen im Kontakt und standhaft bei sich bleiben, ohne die Tür zu schließen und Verbundenheit zum anderen zu verlieren. Um gemeinsam zu einer besseren Synthese zu kommen.</p>
<p style="font-weight: 400; text-align: justify;">Die innere Haltung hat eine Schwingungsfrequenz, die bestimmt, aus welcher Energie heraus gehandelt wird. Auf diese kann der Mensch reflektiert Einfluss nehmen. Es ist meine Entscheidung und Verantwortung: Gehe ich in einen Kriegsmodus, spiele ich <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/konflikte-im-team-verstehen-und-klaeren-das-dramadreieck/">Dramadreieck</a> oder öffne ich mein Herz. Die Frequenz ist mit unterschiedlichem Bewusstsein und Realitätswahrnehmung verknüpft. Je höher die Frequenz, desto mehr öffnet sich das Herz, kommt der Mensch zurück in Balance, werden Empathie, menschliche Tiefe und neue Lösungen möglich. Wir stehen also auf einer Schwelle: Je nachdem welchen Weg wir gehen, kann neue, tiefere Bindung entstehen oder ein Team sich spalten und zerschlagen. Wenn wir lernen, offen auf der Bedürfnisebene zu kommunizieren, können wir nicht nur Konflikte lösen, sondern auch tiefere ehrlichere Verbindungen zueinander aufbauen.</p>
<p style="font-weight: var(--g-regular-weight,normal); text-align: justify;">Jeder Wertekonflikt ist darum eine Einladung, sich gemeinsam zu reflektieren und mit offenem Herzen füreinander und mit klarer Haltung neue Lösungen im Dialog zu finden. Oft wird deutlich: Der Werte-Konflikt spiegelt etwas, das den Einzelnen prägt, ihm wichtig ist und ihn deshalb in eine Entscheidungskrise drängt. Es kann nicht so weitergehen wie bislang.</p>
<p style="font-weight: var(--g-regular-weight,normal); text-align: justify;"></p>
<p style="font-weight: var(--g-regular-weight,normal); text-align: justify;"></p>
<h4 style="text-align: justify;">[1] Das aktuelle <a href="https://www.randstad.de/s3fs-media/de/public/2025-01/randstad-arbeitsbarometer-2025.pdf">Randstad Barometer 2025</a> führt vor Augen, dass die Werte eines Unternehmens zum harten Faktor für Jobentscheidung, Verbleib und Kündigung im Unternehmen geworden sind. Fast Jeder 3. kündigt wegen der (als toxisch empfundenen) Unternehmenskultur. Jeder 2. lehnt ein Jobangebot ab, wenn die Werte nicht zur eigenen Überzeugung passen. Laut der Studie leisten 83 Prozent der Befragten mehr, wenn sie sich mit dem Gefühl dazuzugehören mit der Unternehmenskultur verbunden fühlen. Jobsicherheit sowie Sinn und Identifikation sowie Work-Life-Balance liegen als Entscheidungsfaktor für die Generation X und Y noch vor dem Gehalt. Wo Menschen frei sind, funktionieren Befehl und Gehorsam nur begrenzt. Unternehmenskultur erschöpft sich nicht im Alibi eines netten Leitbildes. Sie entfaltet sich vielmehr im dynamischen Prozess und will erlebt werden. Eine dialogisch erlebte Kultur der Augenhöhe beeinflusst direkt Bindung, Leistung und Motivation der Mitarbeitenden.</h4>
<p>&nbsp;</p></div>
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<p>Der Beitrag <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/lerneinheit-haltung-und-werte-von-wertekonflikten-im-wandel-der-fuehrungskultur/">Lerneinheit Haltung und Werte &#8211; Von Wertekonflikten im Wandel der Führungskultur</a> erschien zuerst auf <a href="https://krankenhausberater.de">Krankenhausberater Ruhl Consulting</a>.</p>
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		<title>Lerneinheit Innere Kind Arbeit &#8211; Vom Schatten zurück in die Sonne</title>
		<link>https://krankenhausberater.de/impuls/news/lerneinheit-innere-kind-arbeit-vom-schatten-zurueck-in-die-sonne/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Elke &#38; Stefan]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Oct 2025 12:58:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://krankenhausberater.de/?p=18612</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die innere Kind Arbeit bietet in Selbstreflexion und Coaching einen kraftvollen Ansatz zur eigenen Entwicklung.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/lerneinheit-innere-kind-arbeit-vom-schatten-zurueck-in-die-sonne/">Lerneinheit Innere Kind Arbeit &#8211; Vom Schatten zurück in die Sonne</a> erschien zuerst auf <a href="https://krankenhausberater.de">Krankenhausberater Ruhl Consulting</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Die innere Kind Arbeit ist u.a. durch Bestseller wie von Stefanie populär geworden.[1] Tatsächlich ist die Metapher der Arbeit der &#8222;Mamuschka&#8220; mit ihren inneren Kindern in Selbstreflexion und Coaching ein kraftvollen Ansatz in der eigenen Entwicklung. Dies ist im beruflichen Kontext deshalb so relevant, weil das Maß an Erschöpfung so hoch ist. Um langfristig mit ganzer Lebendigkeit „seinen Job zu machen“, ist es sinnvoll, sich um seine <a href="https://krankenhausberater.de/wp-content/uploads/sites/2/2023/12/ez-elke-eberts-systemische-resilienz_231104.pdf" style="font-weight: 400;">Resilienz und Stressresistenz</a> zu kümmern.</strong></p>
<p><strong></strong></p>
<h2 style="font-weight: 400;">Unsere innere Kinder sehen</h2>
<p style="font-weight: 400;">Wenn wir als Erwachsene mit <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/vom-sinn-unangenehmer-gefuehle-und-dienlichen-umgang-mit-ihnen/">negativen Emotionen</a> im Hier und Jetzt nicht der Situation angemessen reagieren, liegen dort oft unbewusst unverarbeitete frühere Verletzungen darunter. Wenn wir meinen, in einer Situation emotional überzureagieren, sind wir in der Tat oft, von alten Erfahrungen getriggerte, die unsere unbewussten inneren Schutzmechanismen aktivieren. Sie springen unvermittelt durch das „somatischen Schmerzgedächtnis“ aus dem Körper an. Solche Situationen im Nachgang zu reflektieren, ist eine Chance zu heilen und zur eigenen Lebendigkeit und Ganzheit zurück zu finden.</p>
<p style="font-weight: 400;">Verletzte innere Kinder stehen bildlich für Zustände unseres hochsensiblen, fühlenden und wahrnehmenden inneren Wesens. Für alte verdrängte Emotionen und unerfüllte Bedürfnisse, die aufgehört wurden zu fühlen, weil der Schmerz nicht reguliert werden konnte. So sind sie verborgen in uns und prägen unser Leben doch weiter. Die Verletzungen müssen nicht als große Lebensthemen zwingend aus der frühen Kindheit herrühren, wo unser Unbewusstes ohne mentale Filter noch weit geöffnet war. Sie können auch aus der jüngeren Vergangenheit stammen. Wie im wahren Leben: Unsere Kinder bleiben immer unsere Kinder, egal wie alt sie sind.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die bildliche Mutter stellt in ihrer Mutterrolle das Leben ihrer Kinder über ihr eigenes und tut alles dafür, die Bedürfnisse der inneren Kinder zu erfühlen und sie in einem sicheren inneren Raum zu behüten. Diese nährende, gebende Mutter dürfen wir uns selbst sein. Deshalb ist die Mamuschka (korrekt eigentlich Matrjoschka), die äußere der russischen Schachtelpuppen, die ihre inneren Kinder in sich trägt, ein schönes Symbol für die Ganzheit des Menschen. Innere Kind Arbeit ist nämlich eine vielschichtige Arbeit an einer gesunden Selbstbeziehung.</p>
<p style="font-size: 10pt; line-height: 12pt;"></p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1080" height="494" src="https://krankenhausberater.de/wp-content/uploads/sites/2/2025/10/Mamuschka1.jpg" alt="" title="Mamuschka1" srcset="https://krankenhausberater.de/wp-content/uploads/sites/2/2025/10/Mamuschka1.jpg 1080w, https://krankenhausberater.de/wp-content/uploads/sites/2/2025/10/Mamuschka1-980x448.jpg 980w, https://krankenhausberater.de/wp-content/uploads/sites/2/2025/10/Mamuschka1-480x220.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1080px, 100vw" class="wp-image-18749" /></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_4  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><h2 style="font-weight: 400;">Den Schmerz sehen</h2>
<p>Arbeit mit inneren Anteilen setzt voraus, dass wir aushalten können, was unser System dann an verdrängten Verletzungen freigibt. Dazu hilft ein co-regulierendes Gegenüber, das die Mamuschka stärkt. Die <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/georg-und-cleolinda-der-kampf-mit-dem-drachen/">Schatten alter Verletzungen</a> nennt Stahl Schattenkind. Es hat den Mut und die Sicherheit seines eigentlichen Sonnengemütes abgelegt. Eine heutige Reaktion triggert das innere Schattenkind und damit werden alte Reaktionsmuster aktiv. Diese Schutzmechanismen sind unbedingt für ihre anstrengende Leistung zu würdigen und zu bitten, ihren Part heute in die Hände der Mamuschka selbst zurückzulegen.<span>&nbsp;</span>Zur Aufarbeitung ist es NOT-wendig, das innere Kind mit seinen verletzten Gefühlen und unerfüllten Bedürfnissen zu erkennen und ihm aus der Position der emotional geklärten Erwachsenen Liebe, Mitgefühl, Trost und die Sicherheit zu geben, die es damals gebraucht hätte.</p>
<p>Dieser Prozess braucht das tiefe Atmen und Einfühlen, bis der Kopf schweigt und der Trost in den Körper fällt. Dabei geschieht etwas, vielleicht begleitet von Tränen, was Regulation der Emotion und heilsame Wirkung ermöglicht. Ist diese innere Co-Regulation durch die Präsenz der Mamuschka einmal gelungen, wird der Trigger das nächste Mal schon weniger stark sein. Es wird leichter, eine belastende Situation auszuhalten und zu durchleben und dabei mit sich selbst im Hier und Jetzt verbunden zu bleiben. Dabei gilt es, seinen festen Stand im Erwachsenen-Ich zu halten und im Hier und Jetzt zu bleiben. Die alten Bilder zwar erkennen und benennen, aber sie nicht immer wieder neu zu durchleben. Wer so stückweise seine Autobiografie aufarbeitet, befreit sich durch den Schmerz hindurch von unbewussten emotionalen Affekten.</p>
<p>Innere Kind Arbeit heißt also, die unzähligen verletzten inneren Kinder Schritt für Schritt in die eigene Mitte zu nehmen und in dieser Verbundenheit dessen emotionale Bedürfnisse zu würdigen.</p>
<p style="font-weight: 400;"></p>
<h2 style="font-weight: 400;">Den Schmerz anerkennen</h2>
<p style="font-weight: 400;">Der Körper mit seinem Überlebensinstinkt speichert und spiegelt unverarbeitete seelische Verletzungen, selbst wenn der kopflastig gewordene Mensch sich sehr von seinem Körper dissoziiert hat, um nichts zu fühlen. Zentral ist es, sich Schritt für Schritt wieder in die Empfindungen einzufühlen, auch wenn es schmerzt. Bis dahin kann es bereits eine große Wegstrecke sein. Der Trauma Experte Peter Levine betont, dass alter Schmerz zur Heilung eine bottom-up Sequenz vom Körper in den bewussten sprachlichen Ausdruck finden muss.</p>
<p style="font-weight: 400;">Wenn das emotionale Bedürfnis irgendwann einmal gesehen und anerkannt wird, ist ein wichtiger Teil des Weges genommen. Die innere Verletzung wird „nachbemuttert“ und bekommt den sicheren inneren Raum, den sie damals nicht hatte. Das ist ein Prozess. Doch irgendwo auf dem Weg lässt die Erschöpfung nach und der Mensch findet zurück in seine Körperverbundenheit und in seine Kraft. Das ist keine komplizierte Technik, aber fordert den Menschen enorm. Denn es gilt, seine Masken und Schutzschilde abzulegen und sich seinen Verletzungen zu stellen. Gerade dorthin zurück zu kehren, wo es sehr wehgetan hat. Den Schmerz anschauen, kann das innere Kind nicht allein. Es fühlt. Es braucht den emotional stabilen Erwachsenen, der da ist und da bleibt, der den Schmerz des Kindes sieht, um ihn gemeinsam auszuhalten.</p>
<p style="font-weight: 400;">Wenn Emotionen früher abgewertet wurden, wächst das Gefühl, nicht sicher zu sein. Der Selbstwert entwickelt sich nicht gesund. Um die Angst zu verdrängen, werden Kompensationsmuster und <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/innere-antreiber-transaktionsanalyse-innere-erlauber/">Glaubenssätze</a> [2] erlernt. Der Mensch verhärtet, wird hart zu sich selbst und zu anderen. Wenn wir nach einer alten unverarbeiteten Emotion in unserem heutigen übertriebenen oder untertriebenen Reagieren suchen, ist eine mögliche Sequenz von Einstiegsfragen, um über den Körper in die Tiefe zu gehen:</p>
<ul style="line-height: 1. the 4;">
<li>
Welche Stelle zeigt dir dein Köper vielleicht ganz spontan, in der er die alte Verletzung gespeichert hat? Atme in diese Stelle hinein. Lege die Hände auf die Stelle.
</li>
<li>
Welche Empfindung &#8211; wie Enge, Atemnot, Verspannung, Schmerz &#8211; zeigt sich hier?
</li>
<li>
Welches Gefühl verbindest du spontan damit?
</li>
<li>
Wie alt fühlst du dich in der Emotion gerade? Kommt dir ein Geschehen dazu in den Sinn, wo dieses Gefühl herstammt?
</li>
<li>
Was hätte es damals gebraucht? Tritt als Mamuschka in die Situation ein. Halte dem inneren Kind einen sicheren inneren Raum, sei einfach für es da und sehe es.
</li>
<li>
Was verändert sich dadurch in dir?
</li>
</ul>
<p style="font-weight: 400;">In der inneren Kind Arbeit können wir beliebig weit in unsere Vergangenheit zurück gehen (auch bis hin zu unseren Ahnen, die uns ein Päckchen unverarbeiteten Schmerz vererbt haben können):</p>
<ul style="line-height: 1.4;">
<li>
Erwachsene innere Kinder, die einen Verlust oder ein Scheitern nie überwinden konnten&#8230;
</li>
<li>
Jugendliche, die für ihre Bedürfnisse kämpften, und wenn sie sich nicht gehört und gesehen fühlten, mit pubertärer Trotzkraft reagierten. Dafür, dass sie nicht mehr &#8222;funktionierten&#8220; aber als Person beschämt und beschuldigt, vielleicht reglementiert und bestraft wurden&#8230;
</li>
<li>
Schulkinder, die nicht den Vertrauensraum hatten, in dem ihre Gefühle, v.a. die kindlichen Ängste ernstgenommen und sie nicht geschützt und durch Mitgefühl getröstet wurden&#8230;
</li>
<li>
Babies/ Kleinkinder, die alleine und schreien gelassen wurden, denen so grundlegende Sicherheit und Verbundenheit fehlte, so dass sie Gefühle unterdrückten und sich früh von körperlichen Bedürfnissen und Schmerz dissoziierten&#8230;
</li>
</ul>
<p style="font-weight: 400;">Verdrängte Gefühle holen den Menschen wieder ein. Sie erschöpfen, rauben Vitalität. Darum ist es so wichtig, sie benennen zu können und im Mitgefühl anzunehmen. Um ihnen so einen sicheren inneren Raum in lebendiger Verbundenheit zu geben. Denn wie es im Zitat des spanischen Philosophen George Santayana Ausdruck findet: &#8222;Wer die Geschichte nicht erinnert, ist verurteilt, sie neu zu durchleben.&#8220; [3]</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_1">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img decoding="async" width="1080" height="514" src="https://krankenhausberater.de/wp-content/uploads/sites/2/2025/10/Mamuschka2.jpg" alt="" title="Mamuschka2" srcset="https://krankenhausberater.de/wp-content/uploads/sites/2/2025/10/Mamuschka2.jpg 1080w, https://krankenhausberater.de/wp-content/uploads/sites/2/2025/10/Mamuschka2-980x466.jpg 980w, https://krankenhausberater.de/wp-content/uploads/sites/2/2025/10/Mamuschka2-480x228.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1080px, 100vw" class="wp-image-18750" /></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h2></h2>
<h2>Innere Kind Arbeit in coachenden Gesprächen</h2>
<p style="font-weight: 400;">Die innere Kind Arbeit eignet sich nicht nur im Selbstcoaching, sondern findet noch mehr Verbundenheit, wenn wir uns in einer Gemeinschaft wie in der Familie getragen fühlen und in ihr Ausdruck finden können, für das was uns innerlich bewegt. Auch in coachenden Gesprächen können wir uns anderen Menschen &#8222;als Mamuschka&#8220; zur Verfügung stellen und ihnen damit Bewusstseinsbeschleuniger sein. Grundlegend dafür ist, einen sicheren Vertrauensraum zu halten, Trost durch Mitgefühl zu spenden und v.a. <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/baerenkraft-dasein-und-zuhoeren-ohne-bewerten/">Zuhören, ohne zu bewerten</a>. Um die verletzten inneren Kinder zu sehen und zu spüren. Wir werden merken, wie heilsam diese Gespräche durch reine Präsenz auch ohne große Worte wirken.</p>
<p style="font-weight: 400;">Dazu müssen wir aus der Alltagsrealität in ein entspanntes sicheres Setting austreten. Regulation entsteht gerade nicht durch Machen und Beraten, sondern durch Halten. So ermöglichen wir es den inneren Kindern, ins (radikale) Vertrauen ins Leben zu gehen: Wir werden überleben, dass es ist wie es ist. Das Nervensystem lernt allein durch Erfahrung, dass wir es bewältigen, durch den Schmerz hindurchzugehen und sich am Ende etwas löst. Damit es nicht unsere Überlebensinstinkte (Kampf, Flucht, Starre und Unterwerfung etc.) anwirft, braucht es Co-Regulation durch die Mamuschka, die wir uns als Erwachsene in Selbstverbindung selbst sein können oder die andere tragfähige Beziehungen für uns sein können. So lernen wir in (Selbst-) Verbindung und präsenter Körperwahrnehmung, emotionalen Stress mehr und mehr zu regulieren.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_2">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img decoding="async" width="1082" height="540" src="https://krankenhausberater.de/wp-content/uploads/sites/2/2025/10/Mamuschkas.jpg" alt="" title="Mamuschkas" srcset="https://krankenhausberater.de/wp-content/uploads/sites/2/2025/10/Mamuschkas.jpg 1082w, https://krankenhausberater.de/wp-content/uploads/sites/2/2025/10/Mamuschkas-980x489.jpg 980w, https://krankenhausberater.de/wp-content/uploads/sites/2/2025/10/Mamuschkas-480x240.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1082px, 100vw" class="wp-image-18751" /></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p style="font-weight: 400;"></p>
<h2 style="font-weight: 400;">Zurück in unsere Kraft</h2>
<p style="font-weight: 400;">Oder um es mit dem Sonnenkind von Stahl zu sagen: Emotionen, Schmerz und Freude, gehören zur Lebendigkeit. Sie weisen auf wichtige Bedürfnisse und damit auf eine Qualität hin, die uns wichtig ist. Wenn wir uns mit dem Bedürfnis verbinden, kann Friede und Fülle in uns entstehen und den Schmerz wandeln. Wenn so unsere inneren Kinder nicht im Schatten verborgen bleiben, sondern sich in uns geborgen fühlen, spenden Sie uns Sonnenenergie, die uns durchs Leben tanzen lässt. Zu wahrhaftiger Selbstverbindung braucht die Mamuschka alle ihre inneren Kinder. Jedes innere Kind ist wertvoll und hat uns etwas über uns selbst zu sagen.</p>
<p style="font-weight: 400;"></p>
<p style="font-weight: 400;"></p>
<p style="font-size: 10pt; line-height: 12pt;">[1] Die Arbeit mit dem inneren Kind ist heute fester Bestandteil vieler therapeutischer Ansätze mit inneren Anteilen von der Ego-State-Therapie nach Watkins, über die Party-Party nach Virginia Satir bis zum Inneren Team nach Schulz von Thun. Die Grundidee: In uns lebt ein „inneres Kind“, das für alte Verletzungen und unerfüllte Bedürfnisse steht. Dieses Kind braucht einen sicheren inneren Ort, an dem es gesehen, getröstet und angenommen wird. Aus der Humanistischen Psychologie, der Schema- und Gestalttherapie heraus ist dieser Ansatz v.a. durch populäre Bücher verbreitet worden wie durch <a href="https://amzn.to/4my8BIs">Stefanie Stahl (2015)</a>: Das Kind in dir muss Heimat finden oder <a href="https://amzn.to/47JVwXG">Susanne Hühn (2017):</a> Die Heilung des inneren Kindes, Sieben Schritte zur Befreiung des Selbst. Inneren Kind-Anteile sind zudem im <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/ich-zustaende-nach-eric-berne-coaching/">Ego-States-Ansatz nach Eric Berne in der Transaktionsanalyse</a> zentral, die u.a. Eltern-Ich, Erwachsenen-Ich und Kind-Ich als innere Anteile unterscheiden und sie miteinander ins Gespräch bringt.</p>
<p style="font-size: 10pt; line-height: 12pt;"><span style="font-size: 10pt;">Die Schematherapie nach Jeffrey Young geht in der (Sebst-) Beziehungsgestaltung noch einen Schritt weiter: Sie nimmt inneren Anteile auf &nbsp;und externalisiert sie oft über Stuhldialoge und Rollenspiele. Kindlichen emotionalen Modi wird ein gesunder Erwachsener zur Seite gestellt, der das Kind tröstet und für seine durch unerfüllte Bedürfnisse angelegten, dysfunktionalen Muster (Schemata) auf gesunde Weise sorgt. So können alte Schmerzmuster aus der Kindheit nach und nach durch einen gesunden Modus zur funktionalen Selbstregulation durch Nachbeelterung der eigenen Biographie angenommen, biographisch eingeordnet und geheilt werden. So werden Selbstregulation und Autonomieentwicklung gefördert.</span></p>
<p style="font-size: 10pt; line-height: 12pt;">Zur Biographiearbeit als Wert des Lebens an sich und <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/die-drei-magischen-tore-reise-zum-selbst/">Weg zur Selbsterkenntnis</a> vgl. auch <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/hoffmann-oliver-2025/">Hoffmann, Oliver (2025)</a>: Die Ökonomie der Erinnerung: Innere Austauschprozesse als Weg zur geistigen Leistungsfähigkeit, Nomos Verlag.</p>
<p style="font-size: 10pt; line-height: 12pt;">[2] <a href="https://amzn.to/47JVwXG">Susanne Hühn (2017):</a> Die Heilung des inneren Kindes, Sieben Schritte zur Befreiung des Selbst, S. 28, will mit ihren 7 Regeln des inneren Sonnenkindes typische undienliche Glaubenssätze mit stärkenden <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/innere-antreiber-transaktionsanalyse-innere-erlauber/">Erlaubersätze</a> überschreiben. Diese besagen: Ich darf&#8230;</p>
<ul style="font-size: 10pt; line-height: 12pt;">
<li>traurig sein und meine Grenzen ziehen.</li>
<li>mir Zeit nehmen, einfach zu sein, mich in meinen lebendigen Emotionen zu spüren. Das ist der eigentliche Sinn einer regenerierenden Pause.</li>
<li>von meiner Angst lassen und meinen Mut feiern, mich selbst zu zeigen.</li>
<li>aufhören das zu tun, was mir keine Freude macht.</li>
<li>meine Zeit mit Menschen verbringen, die mich lieben.</li>
<li>auch albern sein, ohne mich um meine Wirkung zu sorgen.</li>
<li>andere um Hilfe bitten.</li>
</ul>
<p style="font-size: 10pt; line-height: 12pt;">Link auf Erinnerungen &#8211; Buchempfehlung (Autobiographiearbeit-Link), ggf. auch auf die 3-Tore-zum-Selbst/ zur Selbstentfaltung</p>
<p style="font-size: 10pt; line-height: 12pt;">[3] Das Zitat steht am Eingang von Block 4 des ehemaligen KZ Ausschwitz, wo 1940-1945 über 1 Mio. Menschen grausam ermordet wurden,&nbsp;als Mahnmal dafür, zu welcher Bestialität der Mensch fähig ist.</p></div>
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		<title>Lerneinheit Gerechtigkeit und Fairness &#8211; Von La Guardias Lehrstück</title>
		<link>https://krankenhausberater.de/impuls/news/la-guardia-recht-und-barmherzigkeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Elke &#38; Stefan]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 May 2025 13:03:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://krankenhausberater.de/?p=18134</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein Lehrstück in Sachen Gerechtigkeit und Fairness, Barmherzigkeit und Güte lieferte Fiorello E. La Guardia als Polizeirichter in New York.</p>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Übereinander richten, einander verurteilen und bestrafen &#8211; all das scheint notwendig, wenn es um die Durchsetzung von allgemein gültigen Regeln geht. Um Gerechtigkeit herzustellen. Doch manchmal ist es auch nötig, gütig die persönliche Situation zu berücksichtigen und aktiv Gnade und Barmherzigkeit vor das Recht zu stellen. Weil es individuell fair ist. Ein Lehrstück ist die folgende Anekdote aus dem Leben von Fiorello Enrico La Guardia (1882-1947).[1]</strong></p>
<p><strong></strong></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>An einem eisigen Wintertag um das Jahr 1935 stand in einem ärmlichen Bezirk von New York ein zitternder alter Mann vor dem Polizeirichter. Er hatte einen Laib Brot gestohlen, wurde erwischt und der Polizei übergeben. Der Mann gab den Diebstahl zu. Zu seiner Verteidigung sagte er, die blanke Not habe ihn getrieben. Er müsse seine Familie ernähren, habe aber kein Geld und musste deswegen stehlen. Polizeirichter war der für seinen Gerechtigkeitssinn bekannte New Yorker Bürgermeister Fiorello Enrico La Guardia, der hin und wieder in diesem Richteramt aushelfen musste.</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><em>Gesetz ist Gesetz. Gerechtigkeit heißt, das Gesetz ohne Ansehen der Person umzusetzen. Sich dessen bewusst, verurteilte La Guardia den alten Mann zu einer Geldstrafe von zehn Dollar, wie es das Gesetz bei einem entsprechenden Diebstahl damals vorsah. Dann aber griff er in seine eigene Tasche. Er zog aus ihr einen Zehn-Dollar-Schein und steckte ihn dem Mann zu. Zu den Anwesenden sprach er weiter: „Und ich erlege Ihnen allen hier eine Geldbuße von 50 Cent auf. Da Sie in einer Stadt leben, in der ein Mensch, um zu überleben, Brot stehlen muss.“ Der Gerichtsdiener sammelte das Geld tatsächlich ein und übergab es auf Geheiß La Guardias dem armen Mann. Der aber konnte fassungslos mit 47,50 Dollar den Saal verlassen.</em></p>
<p style="font-weight: 400;"><em></em></p>
<h2 style="font-weight: 400;">Gerechtigkeit und Barmherzgkeit <em></em></h2>
<p style="font-weight: 400;">La Guardian Handeln zeigt, wie Gerechtigkeit und Fairness Hand in Hand gehen können. Was für alle verlässlich und gerecht sein soll, wird vereinbart. Gerechtigkeit schafft Ordnung und soziale Ruhe. Menschen können mit den Regeln leben, solange der individuelle Preis dafür nicht zu hoch ist. Was aber wirklich fair ist, bleibt doch immer die Entscheidung einer inneren Haltung, ein Empfinden innerer Stimmigkeit. Dabei kann es durchaus so sein, dass es Gnade und mehr noch <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/die-samariter-studie-der-einfluss-von-stressoren/">Barmherzigkeit</a> braucht, um sich über das vermeintlich Gerechte hinwegzusetzen, und bewusst und nachvollziehbar aus einem festen inneren Stand heraus und im Mitgefühl füreinander zu verantworten, was situativ fair ist ohne willkürlich zu werden.</p>
<p style="font-weight: 400;">Für La Guardia stimmte etwas nicht in seiner Stadt New York, wenn Familien in den unteren Bevölkerungsschichten für das Lebensnotwendige stehlen müssen und Kinder nichts zu essen haben. Beschämende Szenen spielen sich ab, vor denen er nicht die Augen verschließen wollte. „Im Namen des Volkes“ Recht zu sprechen, aber ein Verständnis für innere Zusammenhänge verloren zu haben, pervertiert jedes gesunde Gerechtigkeitsempfinden. Darin kann La Guardia Verhalten Vorbild sein: Der Ge-RECHT-igkeit Rechnung zu tragen und doch nicht abzustumpfen gegenüber den Nöten eines anderen. Sich ein menschliches Empfinden für Gerechtigkeit und Fairness zu bewahren. Ja mehr noch, sich dafür mit Wort und Tat mit seiner ganzen Person einzusetzen.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Mit dieser weltlichen Ethik steht La Guardian keineswegs alleine. Schon Aristoteles stellte der Gerechtigkeit die Güte zur Seite, eine durch das Gewissen zu leistende Korrektur der Gesetzesgerechtigkeit, um die Intention der Norm zu erreichen. </span>Darum geht es bei der Fairness. Das Maß ist hier das innere Empfinden bzw. das eigene Bedürfnis auf einen stimmigen Ausgleich von Geben und Nehmen. </p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Gerechtigkeit</h2>
<p>Verstehen wir Gerechtigkeit als Gesetztesgerechtigkeit. Dann ist sie ein ethischer Wert, der sich am Wert der Gleichbehandlung und auf Recht, Norm und Gesetz und entsprechend rechtschaffenes Verhalten bezieht. Sie unterstellt, dass mit diesen Regelungen Gerechtigkeit geschaffen wird. Gerecht zu sein, strebt dann nach dem gehorsamen Einhalten vorhandener Normen, Regelungen und Gesetze – ohne Ansehen der Person. Gesetze sind für gängige Fälle allgemein gefasst, und können damit nicht in jedem Einzelfall das Intendierte ausdrücken. So muss das vom Gesetz als gerecht Verlangte bei innerer Prüfung nicht zwingend das wirklich Gewollte sein. Doch die Regel ist einschätzbar und verlässlich und dient so dem sozialen Frieden. Gesetze sind daher ein Meilenstein der Zivilisation.</p>
<p>Der Einzelne wird nicht willkürlich (anders) behandelt &#8211; wenn das zugrunde liegende Recht ohne Ansehen der Person für alle gleichermaßen gilt. Die Beurteilung ist berechenbar, im besten Fall erklärbar und nachvollziehbar. Das Gesetz könnte situativ verbessert werden, um der Lebenswirklichkeit in einer immer komplexeren Welt besser zu entsprechen. Nicht zuletzt damit Gesetzeslücken von Einzelnen nicht ausgenutzt werden. Und doch ist es Utopie, mit einer allgemeinen Regelung jeden Einzelfall und jede Eventualität sachgerecht abzubilden. So ist diese Verlässlichkeit auf formale Gerechtigkeit zwar notwendig für sozialen Frieden, doch auch nicht hinreichend für das Wachsen von Vertrauen und Beziehung unter den Mitgliedern eine Gesellschaft.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Fairness</h2>
<p>Hier kommt die Fairness ins Spiel. Was ein Mensch letztlich als fair empfindet, entscheidet nur er selbst.  Wenn er sich fair und gerecht behandelt fühlt, dann hat dies Einfluss auf seine Offenheit, sein Denken und Verhalten. Auf Leistung und Kooperation auch in unsicheren Zeiten.[2] Es gibt keinen allgemeingültigen Maßstab dafür, was individuell situativ fair ist. So ist hier jeder mit der eigenen Haltung und dem eigenen Gewissen gefordert. Wenn individuell fair empfundenes Verhalten von anderen als Benachteiligung empfunden wird, kommt eine Unwucht ins Team. Es ist die Kunst der Beziehungsgestaltung, immer wieder die rechte Balance zu finden, mit Menschen <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/fair-und-gerecht-die-rolle-von-vertrauen-im-wandel/">gerecht und individuell fair </a>umzugehen. Das ist die Basis, auf der Vertrauen gedeiht oder vernichtet wird.</p>
<p>Gerechtigkeit und Fairness sind beide wichtig. Doch fair und gerecht zu sein, deckt sich nicht zwingend miteinander.[3] Es schürt Konflikte, wenn Gerechtigkeit und/ oder Fairness nicht gegeben sind. Es gibt nur den Ausweg:</p>
<ul style="line-height: 1.2;">
<li>An existierende Regeln dürfen wir uns verbindlich halten.</li>
<li>Jede Ungleichbehandlung will aktiv vertreten werden können.</li>
<li><span style="font-size: 16px;">Es wird passieren, dass wir das Fairness-Gefühl von Menschen verletzen. <br />Wir können das nur kommunikativ aufarbeiten.</span></li>
</ul>
<p>Wenn sich der Einzelne als Person mit seinen Bedürfnissen gesehen, wahrgenommen und unterstützt fühlt, kann er viel ertragen. Auch ein Stück weit Ungerechtigkeit und Unfaires. Auch Eltern werden ihre Kinder nicht alle gleich und gerecht behandeln. Intuitiv gehen Eltern mit jedem Kind, seinem Wesen und seinen Interessen gemäß um. Und wenn sie es zum besten Wohle jedes Kindes tun, fühlt sich dabei trotzdem kein Kind gegenüber dem anderen unfair behandelt. Dann kann Friede in der Familie herrschen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Sind 50 Cent Auflage zur Buße fair und gerecht?</h2>
<p>Mit den 10 Dollar aus der eigenen Tasche lässt es La Guardia jedoch nicht bewenden. Er fordert von jedem im Raum 50 Cent Abgabe, da ein Mensch in der Stadt Not leidet. Die Menschen folgen dem, so dass der Notleidende am Ende die Sammlung von 47,50 Dollar erhält. Das war sicherlich nicht gerecht, gegenüber den Menschen, die zugegen waren. Ein Gesetz dafür gab es nicht und sicherlich wäre der Richterspruch nicht juristisch durchsetzbar gewesen. Und doch hat La Guardia sein Fairness-Urteil nachvollziehbar gemacht. Denn sonst hätten die Menschen blockiert. Sie hätten kein Vertrauen in die Vorgänge gehabt und wären nicht bereit gewesen, mitzuwirken. Sie hätten ohne Sammlung für den Notleidenden den Gerichtssaal verlassen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4 style="font-size: 10pt; line-height: 1.2;">[1] Vgl. Thiel, Hans (1972): Kurze Geschichten zum Nacherzählen, Diesterweg, Stuttgart, S. 34-35.</h4>
<h4 style="font-size: 10pt; line-height: 1.2;">[2] Vgl. Jumpertz, S. (2012): Wie geht gerechte Führung? Corporate Fairness. In: managerSeminare, Heft 172.</h4>
<h4 style="font-size: 10pt; line-height: 1.2;">[3] Es ist <b>gerecht, aber nicht fair</b>… dass z.B. Leasingkräfte für die gleiche Arbeit mehr Geld erhalten als fest angestellte Mitarbeiter: Es wurden dazu Verträge geschlossen.</h4>
<h4 style="font-size: 10pt; line-height: 1.2;">Und es ist <b>nicht gerecht, aber fair</b>… z. B. Menschen, die besonderen Einsatz gezeigt haben, eine Sonderzuwendung zu geben, um ihnen Danke zu sagen.</h4></div>
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		<title>Lerneinheit E-Mail Etikette – Vom guten Stil in der digitalen Welt</title>
		<link>https://krankenhausberater.de/impuls/news/lerneinheit-e-mail-etikette-vom-guten-stil-in-der-digitalen-welt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Elke]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Feb 2025 21:24:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://krankenhausberater.de/?p=18177</guid>

					<description><![CDATA[<p>Haben Sie Ihre E-Mail Etikette reflektiert? Es gehört dazu, die Wirkung im Gegenüber zu beachten, um mit dem Wandel der Zeit zu gehen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/lerneinheit-e-mail-etikette-vom-guten-stil-in-der-digitalen-welt/">Lerneinheit E-Mail Etikette – Vom guten Stil in der digitalen Welt</a> erschien zuerst auf <a href="https://krankenhausberater.de">Krankenhausberater Ruhl Consulting</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><div class="et_pb_section et_pb_section_5 et_section_regular" >
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Haben Sie sich schon einmal reflektiert, wie Sie E-Mails schreiben und wie diese auf die Empfänger wirken? Etikette &#8211; bzw. Netiquette [1] -, ein gepflegter Stil in der Kommunikation, gehören im Job zum Selbstmarketing einfach dazu und wirkt unbewusst im Gegenüber nach. Doch die Antwort, was eine gute Etikette in der schnelllebigen E-Mail-Kommunikation ist, findet sich nicht in klassischen Benimmregeln. Der zeitgemäße Umgang miteinander ändert sich stetig. Darum ist moderne Etikette in der digitalen Kommunikation mehr als das Befolgen alter Konventionen und Höflichkeitsformen.</strong></p>
<p><strong></strong></p>
<h2>E-Mail Etikette für den Absender</h2>
<p>Die E-Mail dient dem kurzen, schnellen Informationsaustausch. Dabei geht es in erster Linie um effektive E-Mail-Kommunikation &#8211; ohne Missverständnisse und vermeidbare Rückfragen. Emotionalität, Emotionalisierung oder ein emotionaler Zustand beim Verfassen der E-Mail haben da keinen Raum. Das Klären emotionaler Themen soll der persönlichen, direkten Kommunikation vorbehalten sein. Es geht also um Klarheit in der Sache, um den Austausch von Information und um eine äußere Form, die v.a. nicht irritiert und keinen Raum für Interpretationen lässt. Zudem vermeidet ein gute Stil unnötiges E-Mail-Ping-Pong.</p>
<p>Als Vorgesetzter erreicht man z.B. Effizienz durch Nutzung des E-Mail Mediums, wenn man umfänglich kommuniziert, was der andere für seine Arbeit wissen muss. E-Mail ist dazu nur geeignet, wenn der Sender davon ausgehen kann, dass die Thematik simpel genug ist. Dass Sender und Empfänger bereits weitgehend abgestimmte <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/innere-landkarten-konstruktion-der-wirklichkeit/">Landkarten</a> haben und darum kaum umfangreiche Rückfragen, sprich ein Dialog, zu Auftragsklärung nötig sein wird. Entscheidend in der elektronischen Kommunikation ist es darum, an die Wahrnehmung und den Komfort des Empfängers bei der Aufnahme des Inhaltes zu denken. Für diese Servicequalität sind einfache Formulierungen, weitmöglich ohne Schachtelsätze, und mit nachvollziehbaren Erklärungen dienlich. Aber auch eine klare äußere Struktur.[2]</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>1. Betreffzeile als Zusammenfassung</h3>
<p>Klarer sachlicher Betreff als E-Mail-Titel soll dem Empfänger konkret zusammenfassen, worum es in der E-Mail geht. Diese Etikette sorgt nicht nur für eine schnelle Orientierung und Erwartungssteuerung des Adressenten, sondern erhöht auch die Wahrscheinlichkeit, dass die E-Mail mit Priorität behandelt wird. Dennoch soll der Text nicht über eine Zeile hinausgehen, um mit einem Blick erfasst zu werden. Da E-Mails immer häufiger auf Smartphones abgerufen werden, ist es umso wichtiger, den Betreff aussagekräftig auf 20-40 Zeichen zu begrenzen, damit der Text noch zur Gänze dargestellt wird: Konkreter als der Betreff „Teamtreffen“, wäre z.B. „Teamtreffen am 1.4.2025 &#8211; Agenda&#8220;.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>2. Höfliche Anrede</h3>
<p>Der Adressat soll sich wertschätzend und in seiner Rolle anerkannt angesprochen fühlen. Auf keinen Fall ist zur Gesprächseröffnung auf eine Anrede &#8211; bestehend aus einer mehr oder weniger formellen Begrüßungsformel, Titel und Name &#8211; zu verzichten. Lieber soll die Anrede einen Tick zu förmlich als zu flapsig sein. Der Verteilerkreis sollte angesichts der heutigen allgemeinen E-Mail-Belastung so klein wie möglich und so groß wie nötig gehalten werden. Wer im direkten Verteiler in &#8222;C:&#8220; steht, soll auch in der Anrede benannt werden. Sollten weitere Adressaten, die Mail in &#8222;CC:&#8220; erhalten, so dient das rein deren Information. Sie sind nicht aufgefordert, auf die Mail in irgendeiner Form zu reagieren. Die Höflichkeit gebietet es im Allgemeinen außerdem, keine Adressaten verdeckt in &#8222;BCC:&#8220; zu nehmen.</p>
<h4>Begrüßungsformel</h4>
<p>Die beruflich verwendete Formel „Sehr geehrte/r&#8220; bzw. „Sehr geehrte Damen und Herren“ galt Jahrzehnte lang als Zeichen von professionellem Respekt. Doch die Arbeitskultur wandelt sich hin zu mehr Informalität, weg von der Distanz, hin zur Nähe. Der hierarchische Abstand wird abgebaut. Klassische formale Anreden wirken da wie leere Floskeln und bauen unnötige Barrieren auf. Sie sind heute z.T. schon ein Relikt aus der alten Arbeitswelt, das im schlimmsten Fall als Gleichgültigkeit gegenüber der Einzelperson ankommt. Auch wenn die Evolution der Arbeitswelt die Form der Kommunikation anpasst &#8211; trotzdem sind natürlich immer auch der hierarchische Kontext und die Formalität des Anlasses zu berücksichtigen. „Sehr geehrte/r&#8220; kann nach wie vor die angemessene Etikette sein, gerade wenn die Präferenzen des Empfängers nicht bekannt sind.</p>
<p>In einer zunehmenden Duz-Kultur können auch „Hallo&#8220;, „Liebe/r&#8220; etc. passend sein. Ich nehme als Brücke zwischen alter und neuer Welt z.B. gerne „Sg. liebe/r Frau/ Herr…,“. Das Kürzel „sg“ am Anfang einer Nachricht hat sich in der Online-Sprache als Akronym für „Sehr geehrte/r“ etabliert. Es ist in der weniger formalen Kommunikation mit Menschen geeignet, die zum einen die klassische Anredeformel kennen und die daraus zum anderen keinen mangelnden Respekt ableiten. Ich selbst als Absenderin möchte es als professionelle Ergänzung zum persönlichen „Liebe/r&#8220; verstanden wissen, die meine Wertschätzung der hierarchischen Verantwortung der Ansprechperson gegenüber betont. „Sg&#8220; eignet sich nicht, wenn der Adressat damit potenziell Schwierigkeiten hat &#8211; weil er mit der Abkürzung nichts anzufangen weiß oder weil es hierarchisch nicht anschlussfähig ist.</p>
<h4>Titel und Name</h4>
<p>Sich als Adressat persönlich mit dem Namen angesprochen zu fühlen, wirkt auf Menschen und baut Verbindung auf. In größeren Verteilerkreisen kann auch die Ansprache mit der Position oder Rolle der Empfänger (z.B. „Liebes Team-Mitglied&#8220;) eine gleichwertige Alternative sein. Ein „Hallo an Alle“ dagegen irritiert, da unklar bleibt, ob sich wirklich jeder im Verteilerkreis adäquat angesprochen fühlt. Die Anrede mit Titeln gerät auch im Deutschen immer mehr aus der Mode. Dennoch legen noch viele Menschen unausgesprochen Wert auf die Nennung ihres Titels. Hier kann man sich Sympathien verscherzen, ohne es zu merken. Formal korrekt ist darum, zumindest Etikette im ersten E-Mail-Kontakt, den höchsten akademischen Grad/ Titel gefolgt vom Nachnamen zu verwenden, z.B. „Sehr geehrte Frau Professorin/ geehrter Herr Professor&#8230;&#8220;. Hier gilt:</p>
<ul style="font-size: 11pt; line-height: 1.1;">
<li><strong>Professoren-Titel</strong> werden bei der Anrede ausgeschrieben und nur in einem unpersönlichen Adressfeld o.ä. abgekürzt.</li>
<li><strong>Doktortitel</strong> <strong>von Professoren</strong> werden in der Anrede nicht zusätzlich zu dem ausgeschriebenen Professorentitel aufgeführt, jedoch bei Verwendung der Abkürzung „Prof. Dr.&#8220;.  </li>
<li><strong>Gendern</strong>: Die Abkürzung &#8222;Prof. Dr.&#8220; lässt sich als genderneutral sehen und durch Voranstellung von &#8222;Herr/ Frau&#8220; spezifizieren. Alternativ kann sie in der weiblichen Form explizit durch „Prof.in Dr.in&#8220; ersetzt werden.</li>
<li><strong>Doktortitel als höchster akademischer Grad</strong> wird im Unterschied dazu auch in der Anrede als &#8222;Dr.&#8220; &#8211; bzw. auch &#8222;Dr.in&#8220; &#8211; abgekürzt, also z.B. „Sehr geehrte/r Herr/ Frau Dr. &#8230;“ .</li>
<li><strong>Akademische Abschlüsse</strong> (wie Dipl.-Kffr., M.Sc., M.A. etc.) werden in der Anrede nicht genannt.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h3>3. Präzise formulierter Haupttext</h3>
<h4>Erster Satz</h4>
<p>Ein E-Mail-Text soll so kurz wie möglich und so lang wie nötig gestaltet werden. Der zentrale Inhalt wird bereits im ersten Satz herausgestellt. Wenn in einer Mail mehrere Themen behandelt werden, so wir das ebenso im 1. Satz deutlich.</p>
<h4>Strukturierung</h4>
<p>Die E-Mail wird v.a. durch einen übersichtlich strukturierten Text und offensichtlich sortierten Gedanken leicht zu erfassen. Das ist ein Service für den Empfänger. Bei mehreren Themen wird für jedes ein eigener kurzer Abschnitt gewählt. Besser noch als Prosa-Text fokussiert eine Gliederung das Lesen &#8211; z.B. mit Hilfe von Nummerierungen oder (gerät- und formatunabhängigen) Aufzählungspunkten. Wem sein Thema wichtig ist, sollte dies auch zeigen und sich die Mühe machen, es vernünftig niederzuschreiben. Eine unstrukturiert geschriebene E-Mail &#8211; im schlimmsten Fall ohne Groß- und Kleinschreibung, Punkt und Komma &#8211; ist Spam für den Adressaten. Häufen sich Rechtschreib- und Interpunktionsfehler, so wirft das ein schlechtes Licht auf den Absender und auf die Ernsthaftigkeit seines Anliegens. </p>
<h4>Emoticons, Smileys und Emojis im professionellen E-Mail-Kontext</h4>
<p>Mittlerweile werden auch in E-Mails Emojis [3] immer mehr genutzt, und zwar auch außerhalb der privaten Kommunikation. Smileys &amp; Co. wollen in der digitalen Welt die fehlende, nonverbale Kommunikation ersetzen – also Nuancen transportieren, die in einem Gespräch von Angesicht zu Angesicht normalerweise durch Mimik, Gestik und Tonfall transportiert werden. Ein Gespräch besteht eben nicht nur aus verbaler Sprache. Zeiteffizient kann eine persönliche Emotion und Note mit einfachem Klick auf eine bestimmte Emoji ausgedrückt werden. Gerade von Berufsgruppen, die in der Alltagskommunikation nicht am Laptop oder Rechner sitzen, werden E-Mails häufig auch auf dem Smartphone getippt. In der äußeren Form nehmen die E-Mails dann eher einen Chat-Stil an und sind häufiger von Emojis gespickt. Doch eigenen sich Emojis im beruflichen E-Mail-Verkehr?</p>
<p>Wenn in förmlichen Kontakt Emojis verwendet werden, dann jedenfalls allenfalls in geringen Maßen. Zum einen kommt es auf den Kontext und die Förmlichkeit einer Nachricht an. In E-Mails, die früher als gedruckter Brief verschickt worden wären (etwa Angebote oder Rechnungen), sind Smileys wegzulassen. Gleiches gilt natürlich etwa für Worte in reinen Großbuchstaben, die als Schreien gelesen werden, und Ausrufezeichen. Zum anderen spielt die Beziehung zum Empfänger eine entscheidende Rolle. Gerade wenn Absender und Empfänger sich noch nie begegnet sind, wirken Smileys schnell unangemessen. Je vertrautet das Verhältnis ist, umso unproblematischer bzw. nützlicher ist die Verwendung von Emojis. </p>
<h4>Schlusssatz</h4>
<p>Der Schlusssatz soll wiederum aus Gründen der Klarheit in der Regel ein Call-to-Action Fazit sein. Also gilt es, am Schluss präzise zu benennen, was der Adressat vom Empfänger konkret bis wann braucht oder wünscht. Im Prinzip soll der Schlusssatz dem Absendenden schon klar sein, bevor er die E-Mail zu schreiben beginnt. Denn das fokussiert darauf, über sein Ziel/ Anliegen/ Bedürfnis Klarheit zu haben.</p>
<ol start="8"></ol>
<p>&nbsp;</p>
<h3>4. Professioneller Abschluss</h3>
<h4>Grußformel und Name</h4>
<p>Den professionellen Abschluss einer E-Mail bilden dann gemäß Etikette eine angemessene Grußformel &#8211; ohne Komma oder Ausrufezeichen (was grammatikalisch eine Aufforderung darstellt) anschließend &#8211; gefolgt vom Namen des Absenders. Z.B. bei mir</p>
<p>Herzliche Grüße<br />Elke Eberts</p>
<p>In der Grußformel am Ende einer E-Mail wird dabei der Titel des Absenders in der Regel nicht genannt. Stattdessen erscheint der Titel meist dann danach in der E-Mail Signatur.</p>
<p>In der Online-Sprache v.a. in Chats und E-Mails sind immer mehr etablierte Abkürzungen für wiederkehrende Ausdrücke zu lesen. Z.B. „hg“, „lg&#8220;, „sg“ oder „kg“ als Akronyme in der Abschiedsfloskel für „herzliche Grüße“, „liebe Grüße“, „schöne Grüße“ oder „kollegiale Grüße“. Die Form „mfg“ für „Mit freundlichen Grüßen“ gilt dabei jedoch inzwischen als in die Jahre gekommen und wird nicht mehr so häufig verwendet wie noch vor wenigen Jahren. Tatsächlich schreibe ich etwa in privaten Mails sehr oft nur &#8222;HG Elke&#8220;, weil ich die akustische Verwandtschaft von &#8222;Ha-G&#8220; mit englisch Hug, Umarmung, stimmig und schön finde. Im beruflichen Kontext hingegen wäre mir das zu wenig professionelle Distanz.</p>
<h4>Signatur</h4>
<p>Eine Signatur mit den offiziellen Kontaktdaten ans Ende der E-Mail zu stellen ist ein Service für eine etwaige folgende Kontaktaufnahme des Adressaten, auf den aus Höflichkeit nicht verzichtet werden soll. Damit ist die Signatur ebenfalls Ausdruck von Etikette. Die E-Mail-Signatur soll dabei übersichtlich, informativ und gut lesbar bleiben. Wesentlich sind:</p>
<ul style="font-size: 11pt; line-height: 1.1;">
<li><strong>Absender:</strong> Titel und Name sowie Funktion und Firma des Absenders</li>
<li><strong>Kontaktdaten:</strong> Übliche geschäftliche Kontaktdaten wie Postadresse, Telefon, E-Mail-Adresse sowie Website, ggf. mit Logo der Firma als CI</li>
<li><strong>Sonstiges:</strong> Optional ggf. auch Social-Media-Links und rechtliche Angaben (wie Handelsregister, Sitz, Geschäftsführende)</li>
</ul>
<p>Insgesamt sollten eine einheitliche Standard-Schriftart und Schriftgröße bis hin zur Signatur über die gesamte E-Mail und keine unnötigen farblichen Hervorhebungen verwendet werden.</p>
<p>Wie Kommunikation ankommt, liegt nach dem Sender-Empfänger-Modell mehr noch in der Hand des Empfängers, wie er die Kommunikation entschlüsselt, als in der Hand des Senders. Darum bleibt last not least als wichtiger Tipp beim eigenen Kommunikationsstil: Gehen Sie dialogisch gut auf ihr Gegenüber ein, statt stur gängigen Techniken und Methoden zu folgen. Einen eigenen Kommunikationsstil zu entwickeln, heißt nicht, sich beim Sprachstil nicht auf verschiedene Konversationspartner einzustellen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>E-Mail Etikette für den Empfänger</h2>
<p style="font-weight: 400;">Auch der Empfänger kann professionell und verbindlich mit der E-Mail-Kommunikation umgehen. E-Mails haben die Umlaufgeschwindigkeit im Vergleich zum klassischen Postverkehr enorm erhöht. Das sollte den Nutzer aber nicht dazu verleiten, permanent seinen Maileingang im Auge zu behalten, um umgehend auf jeglichen Posteingang zu reagieren. Zumindest nicht, wenn die E-Mail-Korrespondenz nicht die Kerntätigkeit des eigenen Berufsfeldes ist. Maximal 2-3 Zeitfenster für E-Mail-Bearbeitung pro Tag sollten die Regel sein, um sich selbst zu fokussieren. 24-48 Stunden Reaktionszeit (an Werktagen) auf eine eingehende E-Mail gilt im geschäftlichen Kontext in den meisten Fällen noch als angemessen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Automatische Eingangsbenachrichtigungen sollten ausgeschaltet sein, um den Absender nicht mit Mails zu überfluten. Proaktive inhaltliche Rückmeldungen werden hingegen meist dankbar aufgenommen und nicht als Spam betrachtet. Dazu gehören:</p>
<ul style="line-height: 1.1;">
<li style="font-size: 11pt;"><strong>Auftragsquittierung:</strong> Kurze Antwort, in der man sich für den Auftrag bedankt und eine realistische Timeline festgelegt</li>
<li style="font-size: 11pt;"><strong>Zwischenfeedback:</strong> Bei längeren Bearbeitungszeiträumen, ein proaktives und prägnantes Update zum Stand der Umsetzung</li>
<li><strong style="font-size: 11pt;">Erledigung:</strong><span style="font-size: 11pt;"> die Abgabe, idealerweise nicht erst „pünktlich“ last m</span><span style="font-size: 14.666668px;">inute</span><span style="font-size: 11pt;"> zur Deadline (on time/ </span><span style="font-size: 14.666667px;">just</span><span style="font-size: 11pt;"> in time), sondern „rechtzeitig&#8220; im Bearbeitungszeitraum (in time). </span><span style="font-size: 14.666668px;">Nicht warten und ggf. nachhaken zu müssen, dürfte den Empfänger positiv überraschen.</span></li>
</ul>
<p>Tipp zum Abschluss: Die E-Mail-Kommunikation können Sie in Ihrem Verantwortungsbereich effektiver gestalten, wenn Sie die vorliegende Etikette auch allen Ihren Mitarbeitenden und Kollegen als verbindlich an die Hand geben. Zu diesem Zweck finden Sie hier unsere <a href="https://krankenhausberater.de/wp-content/uploads/sites/2/2025/02/Lerneinheit-E-Mail-Etikette_EE-250222.pdf">PDF-Version als Whitepaper.</a> Wir freuen uns über jedes Zitat.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4> </h4>
<h4 style="font-size: 10pt; line-height: 12pt;">[1] Etikette bezeichnet allgemeine gesellschaftliche Verhaltensregeln und Höflichkeitsformen, die in verschiedenen sozialen und beruflichen Kontexten gelten, wie die höfliche Anrede oder angemessene Manieren in formellen Situationen. Netiquette ist darüber hinaus eine Wortverschmelzung aus „Netz“ und „Etikette“ und bezieht sich speziell auf Verhaltensregeln im digitalen Raum wie Internet, Chats und E-Mails.</h4>
<h4 style="font-size: 10pt; line-height: 12pt;">[2] Die folgende Struktur sowie einige der Empfehlungen sind angelehnt an Kerr, Justin (2016): Subject: How to write an email, ExtraCurricular Press, San Francisco, 2. Auflage. Das Werk ist Teil seines How-to-Bundels (mit den drei weiteren Werken: How to be a boss, How to cry at work und How to quit your job). Der Jungunternehmer Kerr geht so weit, eine ineffiziente E-Mail-Struktur als ein Schlaglicht auf die Verschleierung von Bürokratie und Führungsschwäche zu sehen. Ineffiziente E-Mail-Kommunikation öffnet einer massiven Verschwendung von Ressourcen Tür und Tor und hält Leistungsträger vom Arbeiten ab.</h4>
<h4 style="font-size: 10pt; line-height: 12pt;">[3] Emoticons sind Folgen aus ASCII-Zeichen. Mit Hilfe der Steuerungszeichen werden Emoticons in die Tastatur eingegeben. Das wohl bekannteste ist das Grinse-Gesicht mit :-). Einige Programme wandeln die Strichbilder automatisch in grafische Emoticons um – das sind dann die so g. Smileys. Mit ihnen lassen sich Stimmungen wie Wut, Angst, Freude transportieren. Emojis als Oberbegriff und Weiterentwicklungen von Emoticons stellen darüber hinaus nicht nur comicartige Darstellungen von Emotionen dar, sondern auch Tiere, Pflanzen, Speisen, Getränke etc.</h4></div>
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			</div></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/lerneinheit-e-mail-etikette-vom-guten-stil-in-der-digitalen-welt/">Lerneinheit E-Mail Etikette – Vom guten Stil in der digitalen Welt</a> erschien zuerst auf <a href="https://krankenhausberater.de">Krankenhausberater Ruhl Consulting</a>.</p>
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		<title>Lerneinheit Onboarding &#8211; Vom Andocken der Neuen</title>
		<link>https://krankenhausberater.de/impuls/news/lerneinheit-onboarding-vom-andocken-der-juengeren-generation/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Elke &#38; Stefan]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Nov 2024 16:39:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogs]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bewerber fragen gezielt nach dem Onboarding. Dass die Onboarding Journey eine positive Erfahrung wird, ist kein Zufall, sondern echte Arbeit...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/lerneinheit-onboarding-vom-andocken-der-juengeren-generation/">Lerneinheit Onboarding &#8211; Vom Andocken der Neuen</a> erschien zuerst auf <a href="https://krankenhausberater.de">Krankenhausberater Ruhl Consulting</a>.</p>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p style="font-weight: 400;"><strong>Bewerber fragen gezielt nach, wie sich das Onboarding in der Organisation gestaltet. Ein gutes Konzept macht die künftige Stelle attraktiver. Und wenn die O<em>nboarding Journey</em> tatsächlich rundum eine positive Erfahrung wird, integriert das den neuen Mitarbeitenden organisatorisch, fachlich, sozial und emotional gut in das neue Arbeitsumfeld. Doch das ist kein Zufall, da steckt viel Arbeit dahinter.</strong></p>
<p style="font-weight: 400;"><strong></strong></p>
<h2 style="font-weight: 400;">Die drei Phasen im Onboarding</h2>
<p style="font-weight: 400;">Mit der bilateralen Stellenzusage endet das Recruiting und beginnt das Onboarding. Es geht um die spannende Phase, wie neue Mitarbeitende an Bord geholt und ihr Einstieg ins Team gestaltet wird. Ein Phänomen des Kulturwandels ist es, dass die jüngeren Generationen – aber längst nicht nur sie – in einem Umfeld vielfältiger Optionen durchaus zügig für sich selbst entscheiden, ob die neue Stelle dem Praxistest standhält. Und hier geht es mehr als alles andere um das Erleben von einer echten Willkommenskultur und von persönlichen Entfaltungschancen. Wie werden Neue willkommen geheißen und integriert? Wie empfinden sie die Passung? Finden sie sich selbst richtig in der Stelle und wie schnell identifizieren sie sich mit ihrer Aufgabe? Über sechs Monate lässt sich keinem Kandidaten etwas vormachen – im Gegenteil Absprungentscheidungen finden oft viel früher statt.</p>
<h3>I. Preboarding | Vorbereitung: Von der Stellenzusage bis zum ersten Arbeitstag</h3>
<p style="font-weight: 400;">Engagierte Beschäftigte der Generation Y und Z sind rar und stark umworben. Sie vergleichen ihre Optionen – auch noch nach der Vertragsunterschrift halten sie sich gerne Möglichkeiten offen. Auf Unterstützung und Orientierung sprechen sie gut an. Darum ist die Beziehungsaufnahme mit dem künftigen Team schon vor Jobstart hilfreich:</p>
<ul style="line-height: 1.1;">
<li>Bereits zu Teamveranstaltungen einladen und sich bereits informell austauschen. </li>
<li>Ein „Buddy“ aus dem Team, möglichst aus der gleichen Generation, steht vorab schon für Fragen zur Verfügung.</li>
<li>Vorab werden bereits digitale Informationsangebote zum künftigen Arbeitsumfeld allgemein und zum ersten Arbeitstag im besonderen verschickt.</li>
</ul>
<p style="font-weight: 400;"></p>
<h3 style="font-weight: 400;">II. Einstieg | Orientierung: Die ersten Arbeitstage im Onboarding</h3>
<p style="font-weight: 400;">Gerade der erste Tag ist geprägt von vielen neuen Eindrücken und Informationen. Hier können Organisationen mit klaren Strukturen und Verlässlichkeit punkten. Denn was Menschen nicht vergessen ist, wie sie sich am Anfang gefühlt haben, v.a. wie sie sich aufgenommen gefühlt haben. Dazu gehören Begrüßungsrunden im künftigen Arbeitsumfeld ebenso wie Einführungstage des Unternehmens. Und ein vorbereiteter Arbeitsplatz, vorbereitete Arbeitsmittel und infrastrukturelle Zugänge, um vom ersten Arbeitstag an arbeitsfähig zu sein, zeigen dem Kandidaten &#8211; du bist hier wichtig. Hierin spiegelt sich die Wahrhaftigkeit der Willkommenskultur.</p>
<ul style="line-height: 1.1;">
<li>Willkommensmappe mit relevanten Informationen zur Orientierung und einen Plan für die ersten Arbeitstage</li>
<li>Einführungstage zusammen mit anderen Jobstartern in der Organisation, wo praktisches Wissen über die Organisation ausgetauscht wird.</li>
<li>Der persönliche Buddy stellt das individualisierte Buddyprogramm zusammen und steht niederschwellig und locker für die Einstiegsfragen zur Verfügung.</li>
</ul>
<p style="font-weight: 400;"></p>
<h3 style="font-weight: 400;">III. Einarbeitung | Integration: Die ersten Wochen bis zum Abschluss der Probezeit</h3>
<p style="font-weight: 400;">In den ersten Wochen geht es darum, Aufgaben, Abläufe und das Team kennenzulernen und die eigene Rolle zu finden:</p>
<ul style="line-height: 1.1;">
<li>Diese Einarbeitung soll einem systematischen Leitfaden folgen (z.B. digitale Checklisten zu Best Practices).</li>
<li>Regelmäßige konstruktive Feedbackgespräche mit dem direkten Vorgesetzten (Fragen- und Erwartungsklärung in der ersten Woche, mindestens drei systematische Rückkopplungsgespräche zum Stand der Einarbeitung)  werden am besten direkt terminiert. Der neue Mitarbeitende soll gefordert und gefördert werden, den eigenen Kompetenzen entsprechend früh eigene Verantwortung zu übernehmen.</li>
<li>Der Buddy bleibt freundschaftliche Bezugsperson bis zum Ende der Probezeit und fördert nicht zuletzt das interne Vernetzen des Schützlings. </li>
</ul>
<p><strong> </strong></p>
<p>Und Sie? Wenn Sie sich an Ihren letzen Einstieg erinnern  &#8211; wie haben Sie persönlich Ihre <em>Onboarding Journey</em> erlebt? Was lernen Sie daraus?</p>
<p><strong> </strong></p></div>
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<p>Der Beitrag <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/lerneinheit-onboarding-vom-andocken-der-juengeren-generation/">Lerneinheit Onboarding &#8211; Vom Andocken der Neuen</a> erschien zuerst auf <a href="https://krankenhausberater.de">Krankenhausberater Ruhl Consulting</a>.</p>
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		<title>Lerneinheit Konfliktklärung &#8211; Vom Streit um die Orange</title>
		<link>https://krankenhausberater.de/impuls/news/lerneinheit-konfliktklarung-vom-beispiel-der-orange/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Elke]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Sep 2024 10:42:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://krankenhausberater.de/?p=5758</guid>

					<description><![CDATA[<p>Was lässt sich vom Streit um die Orange über nachhaltige Konfliktklärung lernen? Wieso sichert Allparteilichkeit alleine weder Fairness noch Gewaltfreiheit?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/lerneinheit-konfliktklarung-vom-beispiel-der-orange/">Lerneinheit Konfliktklärung &#8211; Vom Streit um die Orange</a> erschien zuerst auf <a href="https://krankenhausberater.de">Krankenhausberater Ruhl Consulting</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><div class="et_pb_section et_pb_section_7 et_section_regular" >
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Was lässt sich vom Streit der Kinder um die Orange über nachhaltige Konfliktklärung lernen? Wieso sichert Allparteilichkeit alleine noch keine von allen als fair empfundenen Lösungen, die gewaltfrei den Willen aller achten? Wie wird die Würde aller am besten geachtet und wie können die Betroffenen aus ihrer Passivität heraus in der Klärung kommen? </strong> </p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Konfliktklärung im Streit unter Kindern</h2>
<p>Der gewöhnliche Streit unter Kindern ist, dass eines etwas haben will, was das andere gerade besitzt. Manche Kinder spielen ihre körperliche Stärke aus. Andere warten auf eine günstige Gelegenheit, sich die Sache anzueignen. So kommt es zum Streit. Kinder bis zu vier Jahren sind nicht in der Lage, ihr Handeln moralisch einzuordnen. Andere, die genug konditioniert wurden, unterdrücken vielleicht ihr Bedürfnis. Die wenigsten sprechen einfach aus, worum es ihnen gerade geht. Wenn Eltern oder Erzieher in den Streit der Kinder immer wieder als Schiedsrichter eingreifen, dann riskieren sie, dass die Kleinen auch später im Leben Autoritäten die Lösung ihrer Konflikte anheim stellen. Sie erwarten, dass diese schützend oder strafend eingreifen. Das Orangenbeispiel ist darum eine bekannte Metapher eines Konflikts:</p>
<p><i>Ein Mädchen hat sich eine Orange auf den Küchentisch gelegt. Als die kleine Schwester sie sich nimmt, zanken sich die Schwestern um die Orange. Der Streit eskaliert. Die Kleine rennt schreiend mit der Orange in den Garten. Der Mutter ist der Lärm in der Mittagsruhe zuviel. Um dem Radau schnell ein Ende zu setzen, nimmt sie kurzerhand dem Kind die Orange ab (wenn zwei sich streiten freut sich bekanntlich der Dritte). Dann nimmt sie ein Messer, teilt die Orange in zwei gleiche Hälfen und gibt jeder Schwester ohne Schuldvorwürfe je eine. Die Kleine nimmt ihre Hälfte, schält sie, wirft die Schale ins Gebüsch in Nachbars Garten und lässt sich die Orange schmecken. Die Größere geht sichtlich frustriert in die Küche zu ihrem geöffneten Backbuch zurück und backt einen altholländischen Oranjekoek für die Familie. Damit der Orangenkuchen richtig aromatisch wird, braucht es die geriebene Schale einer ganzen Orange…</i></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Allparteilichkeit und Gerechtigkeit der Mutter in der Konfliktklärung</h3>
<p>Natürlich liebt die Mutter ihre Kinder, möchte ein gutes Vorbild sein und alles richtig machen. Sie hat aus ihrer Sicht lange genug gewartet, dass die Kinder ihren Streit um die Orange klären. Als sich der Lärm dann in den Garten verlegte, war ihre Geduld erschöpft und sie greift &#8211; gut gemeint, aber nach „Wolfsart“ [1] nicht gerade gewaltfrei &#8211; als Streitschlichterin ein. Im Schiedsspruch diktiert sie in ihrer Autorität einen Kompromiss zwischen den streitenden Schwestern und löst den Streit durch ein Eingreifen mit dem Messer, in dem sie die Orange in zwei gerechte Hälften zerlegt. Dem lauten Gelärme und Gezanke setzt sie so ein Ende. So hat sie sich selbst das Bedürfnis erfüllt und die Mittagsruhe der Nachbarn nicht weiter gestört. Wie aber geht das weiter? War es die beste Lösung für alle Involvierten oder wären bessere Lösungen denkbar gewesen? Und wenn ja, wie?</p>
<h3>Weniger die Machtposition in der Konfliktklärung nutzen</h3>
<p>Durch das Nutzen ihrer Machtposition greift sie gleichermaßen als <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/konflikte-im-team-verstehen-und-klaeren-das-dramadreieck/">Täterin, Retterin und Opfer in das Drama</a> im Konflikt ein:</p>
<ul style="line-height: 1.4 px;">
<li>Die Täterin, die die Kinder vor vollendete Tatsachen stellt. Jedes bekommt eine halbe Orange, die andere Hälfte aber nicht.</li>
<li>Der Retterin, die die Verantwortung der Kinder übernimmt, selbst eine Lösung aus dem Streit heraus zu finden.</li>
<li>Das Opfer, das sich in vorauseilendem Gehorsam, dem schlechten Urteil zu entziehen versucht, was die Nachbarn über die Familie denken könnten.</li>
</ul>
<p>Womöglich ist ihr <a href="https://krankenhausberater.de/?p=18134">Gerechtigkeit</a> wichtig und sie suchte einen Kompromiss, der keines der beiden Kinder bevorzugt. Sie vermeidet ein Gespräch darüber, wer angefangen hat und wer im Unrecht ist, um allparteilich zu bleiben und um keines der Mädchen bloß zu stellen. „Wer hat angefangen?“ und die typischen Fragen nach dem „Warum?&#8220;, die implizit Schuld zuordnen, führen in der Lösung ja keinen Schritt weiter. Vielmehr schaffen sie nur noch deutlicher Verlierer, wenn sich die Mutter verleiten ließe, Partei zu ergreifen. Kinder, die einen Streit begonnen haben, haben ihre Bedürfnisse verteidigt und haben meist gar nicht die Absicht, dem anderen zu schaden. Meist fühlen sie sich danach nicht gut. Zu moralisieren bringt also nicht viel. Hat sie den Konflikt gut gelöst? Sollte sie noch ein Gespräch mit den Kindern führen, wo doch jetzt alles irgendwie geregelt und Ruhe eingetreten ist?</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Gewaltfreiheit durch Würdigen der Bedürfnisse</h2>
<h3>Raum der Gleichwertigkeit und Verbundenheit im Konflikt</h3>
<p>Mitnichten. Sie hat Ruhe geschaffen und den Kindern aus der emotionalen Phase der lautstarken Auseinandersetzung heraus geholfen. Bei genauerer Betrachtung hat sie dabei ihre Machtposition über die Kinder genutzt. Statt einen Raum zwischen Reiz und Reaktion zu halten, in dem ein ruhiges Gespräch geführt wird und die Kinder unterstützt werden, selbst miteinander eine gewaltfreie Lösung ihres Problems zu finden. Eine Lösung, die beiden Einfluss gibt und die beide als fair betrachten. Gerade</p>
<ul style="line-height: 1.4;">
<li>unter Zeitdruck („Jetzt ist die Zeit der heiligen Mittagsruhe.“),</li>
<li>bei Angst um ihr Image („Was denken denn die Nachbarn von uns?“),</li>
<li>wenn sie einfach gerade nicht in ihrer Kraft ist,</li>
</ul>
<p>ist es herausfordernd für die Mutter. Das heißt, sich selbst zunächst zurücknehmen und einen solchen Raum der Gleichwertigkeit und Verbundenheit zu schaffen, in dem die Bedürfnisse aller gesehen und respektiert werden. Das bedarf der Selbstreflexion.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Spielart des Recht des Stärkeren im Konflikt vermeiden</h3>
<p>Jeder Machteingriff von außen hinterlässt Verlierer. Doch selbst von pädagogischem Fachpersonal im Kindergarten ist immer wieder zu erleben, wie es als Schiedsrichter eingreift und entscheidet, wenn sich zwei Kinder um etwas streiten und weinen.[5] Im Prinzip ist das nichts anderes als die Spielart der Konfliktlösung durch das Recht des Stärkeren. Wer schwächer ist, holt sich eben einen Erwachsenen zur Seite, der für die Einhaltung von Regeln und für ein Machtwort sorgt. Viele würden das sogar als gerecht bezeichnen: Wenn ein Erzieher eingreift und das Spielzeug einem Kind zurückgibt, das es als erstes hatte, bis ein anderes kam und es ihm wegnahm, dann ist das gut und richtig. Mit Gewalt jemanden etwas wegnehmen – das geht doch nicht…</p>
<p>Vielleicht würde man denken, das Verhalten der kleinen Schwester müsste bestraft werden, damit sie merkt, dass man das nicht macht und es in Zukunft unterlässt? Die große Schwester fühlt sich doch unfair von Schwester und Mutter behandelt, weil ihr nicht anerkannt wurde, dass sie die Orange zuerst hatte und sie die Schale einer ganzen Orange gebraucht hätte, die nun z.T. sinnlos in Nachbars Gebüsch verteilt liegt und dort wohl eher für Ärger als für Freude sorgt. Die kleine Schwester denkt vielleicht ihrerseits, dass sie die Orange zuerst hatte und ist sich keines Fehlers bewusst, für das sie Strafe verdient hätte. Welche Gedanken und Gefühle könnten bei ihr für das streitbare Verhalten gesorgt haben? <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/rashomon-wie-motive-unsere-wahrnehmung-praegen/">Wahrnehmungen und Narrative</a> sind im Konflikt natürlicherweise vom Schutz des Selbstwertes geprägt&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Gewaltfreiheit heißt, den Willen aller zu achten</h3>
<p>Mutter und Erzieher würden – in ihrer guten Absicht – wohl über sich geschockt sein, wenn sie sich über die Gewalttätigkeit ihres Verhaltens bewusst würden: Durch die Macht des Stärkeren agiert sie mit Gewalt. Gewalt im Sinne von M. Rosenberg meint nämlich nicht nur körperliche Gewalt, sondern fängt bereits an, wenn wir Menschen die Freiheit einer Wahl und die (soziale) Verantwortung nehmen. Wenn wir Menschen gegen ihren Willen daran hindern, ihre Bedürfnisse zu erfüllen. So halten wir den Kreislauf von Gewalt und Gegengewalt in Gang oder nehmen ihn passiv hin.</p>
<blockquote>
<h4>Gewalt ist schon dann im Spiel, wenn nicht der Wille jedes Beteiligten geachtet wird.</h4>
</blockquote>
<p>Sobald man sich also nicht für die Anliegen aller Betroffenen interessiert und ihnen eine Lösung überstülpt. Werden Bedürfnisse nicht gewürdigt, bleibt ein Schmerz zurück. Emotionale Schmerzen aber unterscheidet unser Hirn nicht von körperlichen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Passivität bzw. Widerstandslosigkeit sind keine Lösungen in der Konfliktklärung</h3>
<p>Mahathma Gandhi formulierte die These, dass Gewaltfreiheit – ein Widerstand ohne Gewalt (Satyagraha, Güte-, Liebes-, Seelenkraft) – der Gegengewalt vorzuziehen sein. Interessanterweise sei aber Gegengewalt der Passivität – der Widerstandslosigkeit – vorzuziehen, um kohärent in seiner Freiheit und Verantwortung zu bleiben. Passivität ist also Gewalt gegen die eigene Menschenwürde. Natürlich bleibt Gegengewalt auch als letztes Mittel der Verteidigung &#8211; als kleineres Übel &#8211; doch stets ein Übel.</p>
<blockquote>
<h4>Gewaltfreiheit vor Gegengewalt vor Passivität.</h4>
</blockquote>
<p>Was heißt das für das Orangenbeispiel? Mutter und Töchter haben in einem Kreislauf der Gewalt agiert. Das ist gesünder, als die eigenen Bedürfnisse zu verdängen und gar nicht für sich einzutreten. Die Frage ist, wie es auch zu einer gewaltfreien Lösung kommen kann. Gewaltfreiheit ist ein Austreten aus dem Rollenspiel von Täter, Retter und Opfer, um als erwachsener Mensch ohne Gewalt für die (eigene) Würde aktiv einzutreten, für die (eigenen) Gefühle und Bedürfnisse zu sorgen und Verantwortung für sie zu übernehmen. Letztlich müssen alle Seiten gewinnen und sich in der Beziehung zueinander vereinen. So dass Geben und Nehmen quasi eins werden. Im Raum der Gleichwertigkeit entsteht Bewusstsein über die gemeinsame Verbundenheit und darüber, wie jedes Handeln Auswirkung hat. Echter Konsens (Synthese) wird in der Konfliktklärung möglich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Konfliktklärung im moderierten Dialog [6]</h3></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_toggle et_pb_toggle_0 et_pb_toggle_item  et_pb_toggle_close">
				
				
				
				
				<h3 class="et_pb_toggle_title">1. Vorbereiten und 3x anklopfen</h3>
				<div class="et_pb_toggle_content clearfix"><p>Alle Konfliktparteien müssen willig sein, ihren Konflikt miteinander zu lösen. Sonst ist eine Konfliktklärung aussichtslos. Im jeweiligen Vorgespräch ist es sinnvoll, 3x bei den Konfliktparteien anzuklopfen.</p>
<ul style="line-height: 12pt;">
<li>Können wir darüber sprechen, was los ist? Passt es dir jetzt?</li>
<li>Ich möchte über den lauten Streit gerade sprechen, um eine Lösung zu finden, die für euch beide passt. Bist du damit einverstanden?</li>
<li>Ich möchte verstehen, wie es euch gegangen ist, was euch wichtig war und was ihr jetzt braucht. Bist du einverstanden?</li>
</ul>
<p>Bei einem „Nein“ kann sich die Frage anschließen, was es braucht, sich darauf einlassen zu können.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_toggle et_pb_toggle_1 et_pb_toggle_item  et_pb_toggle_close">
				
				
				
				
				<h3 class="et_pb_toggle_title">2. Eröffnen und Rahmen des moderierten Dialogs</h3>
				<div class="et_pb_toggle_content clearfix"><p>Was ist das Ziel, die gegenseitige Absicht, der Ablauf und die anzuerkennenden Spielregeln für das Gespräch? Zur Betonung des Kontaktaufbaus werden die Konfliktparteien wertschätzend mit Namen angesprochen und wahrgenommen.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_toggle et_pb_toggle_2 et_pb_toggle_item  et_pb_toggle_close">
				
				
				
				
				<h3 class="et_pb_toggle_title">3. Erklären zur gewaltfreien Klärung des Problems</h3>
				<div class="et_pb_toggle_content clearfix"><p>Was lernen die beiden Kinder über Rücksicht und die Bedürfnisse anderer Menschen, wenn darüber kein Austausch in Ruhe erfolgt? Lernen sie am praktischen Vorbild, dass es gut ist, der Stärkere zu sein und autoritäre Macht zu haben und dass es wichtig ist, vor anderen gut dazustehen? Die Mutter hat zu schnell eine Lösung herbeiführen wollen und dabei versäumt, die Probleme der Beteiligten erst einmal auszuleuchten und zu verstehen. So hat sie entscheidende <strong>fünf W-Fragen</strong> in der <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/kompetenz-konfliktmoderation-wuenschepost/">Konfliktbearbeitung</a> nicht gestellt und gegenseitig anhören lassen: [2]</p>
<ul style="line-height: 12pt;">
<li>Was genau ist das Problem, um das es beiden geht?</li>
<li>Wie erklären sich die beiden selbst ihren Streit?</li>
<li>Was war der Auslöser, der sie so in Unmut gebracht hat?</li>
<li>Wozu wollen die beiden Seiten, was sie wollen?</li>
<li>Was ist jeweils ihr Bedürfnis?</li>
</ul>
<p>Die Fragen bringen zum Ausdruck, was in den Streitparteien vorgeht. Sie lassen so die jeweilige Perspektive erklärlich werden. Die Moderation baut im entschleunigten Dialog mit ständigen gegenseitigen Rückfragen Brücken, damit die Streitparteien sich gegenseitig zuhören. </p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_11  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Die <span style="font-size: 16px;">Mutter ist durch ihre Sorge um die Ruhestörung zur weiteren Konfliktpartei geworden und darf dies ebenso in die Kommunikation einbringen, damit daraus nachhaltige Lösungen erwachsen können. So offensichtlich Probleme und Anliegen auch scheinen mögen – Orangen will man ja meistens essen – wenn sie nach den jeweiligen Intentionen gefragt hätte, hätte sie ihre Kinder nicht mit ihrer Entscheidung entmündigen müssen.</span></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_toggle et_pb_toggle_3 et_pb_toggle_item  et_pb_toggle_close">
				
				
				
				
				<h3 class="et_pb_toggle_title">4.  Lösungen im Konsens statt (faule) Kompromisse finden</h3>
				<div class="et_pb_toggle_content clearfix"><p>Konflikte tragen wie Knoten die Lösungen schon in sich. Es hätte sich herausstellen können, dass nur eine der Schwestern Fruchtfleisch oder frisch gepressten Orangensaft gewollt hätte. Die andere brauchte nur die Schale, um einen Orangenkuchen zu backen. Beide hätten ihre Bedürfnisse befriedigen können, wenn sie miteinander geredet hätten, statt nur Ansprüche an die Orange anzumelden. Wenn die Große alt genug ist, um Backrezepte zu lesen, müsste sie auch alt genug sein, um zu wissen, dass die Schale meist nicht der begehrteste Teil der Orange ist. So hätte der Konflikt durch Moderation der Mutter zum Konsens hin geklärt und im Win/ Win/ Win für die beiden Schwestern und die Mutter gelöst werden können.</p>
<p>Doch oft ist nicht so offensichtlich, wie sich Bedürfnisse integrieren lassen, ohne dass im Kompromiss der Gewinn des einen einen Verlust eines anderen bedeutet. In der Konfliktklärung ist ein Raum zu öffnen, in dem Menschen sich gegenseitig zuhören und wahrnehmen, was den anderen bewegt. Um Konsens zu finden, braucht es Zeit und Raum. Hilfreich ist:</p>
<ul style="line-height: 12pt;">
<li>Sich (mit einer neutralen und vertrauenswürdigen Moderation) ohne Publikum besprechen.</li>
<li>Klären und verstehen, was hinter dem Anliegen des anderen steckt. Das fordert, die eigenen Bedürfnisse für den Moment zurück stellen können.</li>
<li>Lösungen miteinander vereinbaren, die gemeinsam getragen und nicht von Außen übergestülpt werden &#8211; auch wenn das viel Zeit kostet.</li>
</ul>
<p>Kompromisse können verordnet werden. Konsens lässt sich nur durch die Betroffenen selbst finden. Das dauert viel länger als ein Machteingriff von außen. Doch die Zeit wird in die eigene Kompetenz zur Konfliktklärung für das weitere Leben investiert. Auch wenn eine gemeinsame Lösung nicht immer so leicht zu erzielen ist wie im Orangenbeispiel, in dem es einem Mädchen um die Schale und dem anderen um die Frucht geht. Es gilt zu unterstützen, einen Raum der Verbundenheit und Gleichwertigkeit zu geschaffen. Und nicht mit einer vorschnellen Entscheidung den Kindern die Verantwortung für ihre Konfliktklärung zu nehmen. Konfliktklärung ist die Chance, mit seinen Bedürfnissen anerkannt zu werden und Beziehungen zu vertiefen.[3] Statt Lob, Strafe, Rechtfertigungen, Verurteilungen, Schuldzuweisungen etc. Raum zu geben.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_12  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><blockquote>
<h4>Das ist ein merkwürdiges Paradoxon: Wenn ich für mich selbst und meine Bedürfnisse eingetreten bin, ist es nicht mehr so wichtig, ob sie tatsächlich erfüllt werden. [4]</h4>
</blockquote></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_toggle et_pb_toggle_4 et_pb_toggle_item  et_pb_toggle_close">
				
				
				
				
				<h3 class="et_pb_toggle_title">5.  Vereinbarungen und Würdigung des Prozesses zum Abschluss</h3>
				<div class="et_pb_toggle_content clearfix"><p>ch schaffe Verbundenheit und öffne mich dafür, den anderen unterstützen zu wollen und in der Beziehung zu Win-Win-Lösungen zu kommen. So lassen sich Konflikte ohne Gewinner und Verlierer lösen und der Kreislauf der Gewalt stoppen. Es braucht nicht viel mehr, als Brücken für das Miteinander und die gegenseitige Wahrnehmung zu bauen. Wie groß könnte das Glück der kleinen Schwester sein, wenn sie mit der Großen zusammen Orangenkuchen backen und mit der Familie essen darf…</p>
<p>Kinder werden durch solche Begleitungen in ihren Gefühlen und Bedürfnissen ernst genommen und gespiegelt. Das ist für die Entwicklung ihres Selbstbewusstseins wesentlich. So entwickeln sie das Selbstvertrauen, Menschen verstehen zu können und eigene Entscheidungsmöglichkeiten zu haben. Sie können gerade unter kompetenter und entspannter Anleitung von Erwachsenen viel über eine konstruktive Konfliktklärung am praktischen Beispiel erfahren. Wo Menschen gegenseitig ihren Bedürfnissen gemeinsam auf den Grund gehen und sie auszudrücken lernen, beginnt soziales Lernen und Entwickeln. Da wird vorgelebt, dass die Bedürfnisse aller gleichermaßen zählen.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_13  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><h2></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Grundrecht der Menschenwürde</h3>
<p>2000 wurde mit Änderung des Grundgesetzes [5] das Recht des Kindes auf gewaltfreie Erziehung mit Verbot jeder körperlichen und seelischen Gewalt in BGB und SGB verankert. Dass Kinder ein Recht auf Gewaltfreiheit haben, gilt in Deutschland erst seit 2010 (!), als die UN Kinderrecht Konvention von 1989 final anerkannt wurde. Damit wurde mit der Tradition gebrochen, Kinder als Objekte zu behandeln, die zu funktionieren und nicht zur Last zu fallen haben. Da Erwachsene bei ihrer Sozialisation selbst aber anders behandelt wurden, wird ein wirklicher gesellschaftlicher Wandel noch länger dauern als die gesetzliche Verankerung. Menschen haben unterschiedliches Verständnis und Verhältnis zu Konflikten und ihren Lösungen. So sind gerade pädagogische Fachkräfte gefordert, Gewaltfreiheit als Prinzip der Konfliktklärung zu sehen und Kindern ein Vorbild zu sein.[7]</p>
<p>Streit ist ein Weg von Kindern, Probleme zu artikulieren. Wer sie bei der Lösung alleine lässt, muss sich nicht über verhaltensauffällige Kinder wundern. Wer aber Gefühle und so Selbstempathie empfindet, kann sich spätestens mit 7 Jahren auch anteilnehmend in andere hineinversetzen. Jüngere Kinder tun dies affektiv – oder reagieren bei Konflikten aggressiv, wenn sie überfordert sind und sich schützen. So empfiehlt die <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/rosenberg-marshall-b-10-auflage-2012/"><strong>Gewaltfreie Kommunikation, </strong></a>Kinder nicht zu beschuldigen, zu strafen etc., sondern sie darin zu stärken, <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/das-lied-deiner-seele-wenn-du-es-vergessen-hast/"><strong>Mitgefühl für ihr unglückliches Verhalten</strong></a> zu entwickeln und die gute Absicht dahinter zu würdigen. Auf Basis des Verständnisses, lassen sich dann gemeinsam neue Optionen für die Zukunft entwickeln. Pädagogik wird zum Beziehungsberuf, dessen Instrument die Kommunikation ist, der aber mehr durch Präsenz und Vorbild als durch Worte wirkt.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_14  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4 style="font-size: 10pt; line-height: 12pt;">[1] Die Gewaltfreie Kommunikation als Instrument setzt systemische und konstruktivistische Denkansätze der humanistischen Psychologie in Sprache um. Sie nutzt &#8222;Wolf&#8220; und &#8222;Giraffe&#8220; als Methaphern für gewaltvolle und gewaltfreie Ausdrucksweisen von Bedürfnissen. Der Wolf steht als Urbild des &#8211; gerne verdrängten &#8211; Triebhaften als Gegenentwurf zur &#8222;Giraffensprache&#8220;, wie sich die Gewaltfreie Kommunikation gerne nennt. Die Giraffe hat mit ihrem langer Hals den Überblick und mit dem größten Herz unter den Landsäugetieren wird ihr eine besondere Empfindsamkeit und Feinfühligkeit zugeschrieben. Rosenberg selbst war über den Dualismus der beiden Figuren und der verbundenen Abwertung des Wolfes später nicht sehr glücklich. </h4>
<h4 style="font-size: 10pt; line-height: 12pt;">[2] Der kleine, aber feine Unterschied zwischen <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/strategiearbeit-probleme-erkennen-loesungen-finden/#warum-und-wozu">Wozu- und Warum-Fragen</a> ist in der Konfliktklärung zentral. Vgl. zu den 5 Schritten in dessen Zentrum sich die 5 W-Fragen in der Rahmung einbetten auch das <a href="https://www.youtube.com/watch?v=XboBsk9tv8Q">Kommunikationsmodell von Theodor von Stockert und Mechthild von Scheurl-Defersdorf,</a> dessen Anliegen das Vermeiden emotionaler Missverständnisse ist.</h4>
<h4 style="font-size: 10pt; line-height: 12pt;">[3] In der Konfliktlösung versperrt Sachlichkeit die Verbundenheit. Das ist das zentrale Manko des eher verhandlungstechnisch ausgelegten Harvard Konzepts der Konfliktlösung. Es ignoriert, dass die emotionale Störung der Beziehungsebene für eine langfristige Konfliktklärung immer Vorrang vor dem Inhalt haben muss, will man keinen brüchigen Frieden riskieren. Vgl. u.a. Thomann, Christoph| Prior, Christian (2007): <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/klaerungshelfer-thomann-christoph-prior-christian-4-aufl-2007/">Klärungshelfer</a> 3. Das Praxisbuch. Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, 4. Auflage.</h4>
<h4 style="font-size: 10pt; line-height: 12pt;">[4] Es resultiert direkt aus einem anderen zentralen Paradoxon: Wenn ich mich so wie ich bin akzeptiere, dann ändere ich mich auf dem Fuße. Vgl. Rogers, C.R. (1983): Entwicklung der Persönlichkeit. Stuttgart: Klett-Cotta, 4. Auflage, S. 33.</h4>
<h4 style="font-size: 10pt; line-height: 12pt;">[5] Der Raum der Gleichwertigkeit und Verbundenheit ist ein Raum der Gleichwürdigkeit. Bis zum 2. Weltkrieg war der Schutz der Menschenwürde fast ausschließlich Sache nationaler Verfassungen. Nach dem nationalsozialistischen Terror sollten Bedingungen geschaffen werden, unter denen alle Menschen in Frieden, frei von Furcht und Mangel leben können und es wurden 1945 die Vereinten Nationen gegründet. Deren <a href="https://www.un.org/depts/german/menschenrechte/aemr.pdf">Allgemeine Erklärung der Menschenrechte</a> von 1948 entstammen abendländischer Denktradition &#8211; griechischer Philosophie und jüdisch-christlichem Ethos &#8211; in Verbindung mit europäischer Aufklärung und Anerkennung personaler Autonomie. In Artikel I des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland wurde 1949 die Unantastbarkeit der Würde des Menschen mit der Anerkennung der Menschenrechte und der Rechtsverbindlichkeit der Grundrechte verankert.</h4>
<h4 style="font-size: 10pt; line-height: 12pt;">[6] Der Prozess der Konfliktklärung wird gerne in 5 Stufen dargestellt, wie etwa auch in der Streitschlichtung oder -vermeidung nach <a href="https://www.youtube.com/watch?v=XboBsk9tv8Q">Stockert/ von Scheurl-Defersdorf.</a></h4>
<h4 style="font-size: 10pt; line-height: 12pt;">[7] Vgl. Leitner, Barbara (2020):<a href="https://www.amazon.de/Gewaltfreie-Kommunikation-KiTa-Wertsch%C3%A4tzende-Beziehungen/dp/3749501556/"> Gewaltfreie Kommunikation in der KiTa</a>: Wertschätzende Beziehungen gestalten – zu Eltern, Kindern, im Team und zu sich selbst, Junfermann Verlag.</h4></div>
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			</div></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/lerneinheit-konfliktklarung-vom-beispiel-der-orange/">Lerneinheit Konfliktklärung &#8211; Vom Streit um die Orange</a> erschien zuerst auf <a href="https://krankenhausberater.de">Krankenhausberater Ruhl Consulting</a>.</p>
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		<title>Lerneinheit Nein sagen &#8211; Vom Ringen um Autonomie &#038; Verbindung</title>
		<link>https://krankenhausberater.de/impuls/news/lerneinheit-nein-sagen-vom-ringen-um-autonomie-und-verbundenheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Elke &#38; Stefan]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 May 2024 16:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://krankenhausberater.de/?p=17534</guid>

					<description><![CDATA[<p>Klar Nein sagen ist eine Kunst. Eine Lösung zur Balance von Autonomie und Verbundenheit leitet sich aus der Gewaltfreien Kommunikation ab.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/lerneinheit-nein-sagen-vom-ringen-um-autonomie-und-verbundenheit/">Lerneinheit Nein sagen &#8211; Vom Ringen um Autonomie &amp; Verbindung</a> erschien zuerst auf <a href="https://krankenhausberater.de">Krankenhausberater Ruhl Consulting</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><div class="et_pb_section et_pb_section_8 et_section_regular" >
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p style="font-weight: 400;"><strong>Eine Kunst für Beziehungsmenschen ist es, klar Nein zu sagen. Eine Erklärung hierfür und ein Lösungsmodell leiten sich aus der Gewaltfreie Kommunikation (GFK) nach Marshall B. Rosenberg ab. Dabei geht es um die Balance von Autonomie und Verbundenheit, die eine Beziehung auf Augenhöhe ausmacht.</strong></p>
<h3 style="font-weight: 400;">1. Die Schönheit des Bittens erkennen<strong></strong></h3>
<p style="font-weight: 400;">Um gut für sich selbst und seine Bedürfnisse zu sorgen, hat der Mensch als soziales Wesen eine schöne Strategie zur Verfügung: Mitmenschen einbinden und sie um konkrete Unterstützung bitten. Sich gegenseitig aus freien Stücken zu unterstützen ist eine vertiefende Erfahrung in der Beziehung. Sie wird durch das Stellen einer konkreten Bitte oft erst gebahnt. Doch die Bitte zu erfüllen, muss für den Gebetenen gerade auch stimmig sein. Ansonsten kommt es darauf an, ein Nein als Würdigung der Freiheit und Autonomie des Anderen hinnehmen zu können. Dies unterscheidet die Bitte von der Forderung. Die Bitte ist in die Offenheit gekleidet, sowohl ein Ja als auch ein Nein des Gegenübers zu akzeptieren. Sich im Klaren zu sein, dass die Bitte ein Lösungs-Strategie darstellt. Ohne sie mit dem dahinter liegenden Bedürfnis selbst zu verwechseln.</p>
<p style="font-weight: 400;">Ohne einen Funkten Hoffnung auf Erfüllung ist es undenkbar, dass jemand eine Bitte äußert. Die ausgesprochene Bitte senkt das Risiko, wegen unausgesprochener gegenseitiger Erwartungen aneinander vorbei zu handeln. Die Offenheit in punkto ein &#8222;Ja&#8220; oder ein &#8222;Nein&#8220; zu bekommen, macht das &#8222;Ja&#8220; wertvoll. Bitten zu äußern ermöglicht es, effektive Mitgestalter des eigenen Lebens und seiner Beziehungen zu sein. Forderungen und Kontrolle hingegen tötet Lebendigkeit.</p>
<p style="font-weight: 400;"><strong></strong></p>
<h3 style="font-weight: 400;">2. Eine aus freien Stücken erfüllte Bitte schafft Verbindung</h3>
<p style="font-weight: 400;">Wenn wir anderen eine Bitte aus eigener bewusster Entscheidung dafür erfüllen, dann macht uns das glücklich. Faszinosum ist: In dem Moment, in dem wir jemanden ohne Gegenleistung eine Bitte erfüllen, <a href=" https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/001872676902200407">verbinden wir das unbewusst mit Sympathie</a> und Zuneigung füreinander. Die gleiche Freude tragen wir in uns, wenn wir im Vertrauen darauf, dass das Gegenüber seine Bedürfnisse genauso ernst nimmt wie meine, Zuwendung auf unsere Bitte bekommen. Das gute Gefühl stellt sich aber nur ein, wenn das &#8222;ja&#8220; ehrlich gemeint ist.</p>
<p style="font-weight: 400;">Man kann Ja-Sagern kritisch gegenüber stehen. Doch das heißt noch lange nicht, dass man sich leicht tut, klar Nein zu einer konkreten Bitte zu sagen und für seine eigenen Grenzen einzustehen. Man fragt sich zumindest unbewusst, was es mit dem Anderen bzw. der gegenseitigen Verbindung macht. Die Frage ist, wie kann ich für mich Nein sagen, ohne unsere Verbindung zu unterbrechen? Wer nämlich nicht Nein sagt, nur um nicht durch das Abschlagen einer Bitte zu verletzen &#8211; macht die Verbundenheit von der Reaktion auf eine Bitte abhängig. Das schafft Pseudoharmonie, also nur eine scheinbar harmonische Verbundenheit. Und der Preis für den Scheinfrieden ist hoch. Die Gefahr ist, dass sich viele nicht ausgesprochene Neins ansammeln bis man den Kipppunkt überschreitet und dann unverhofft ein riesiges Beziehungsproblem vorliegt.</p>
<p style="font-weight: 400;">
<h3>3. Sich Selbsteinfühlung geben: Jedes Nein ist zugleich auch ein Ja</h3>
<p style="font-weight: 400;">In Zeiten knapper oder erschöpfter Ressourcen braucht es oft nichts mehr als ein aufrichtiges Nein. Schon <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/bernhard-von-clairvaux-die-schale-der-liebe/">Bernhard von Clairvaux</a> fragt, was ein freigebiges Ja nutzt, wenn der andere sich dabei verausgabt. Dann hat das Annehmen einen schalen Beigeschmack und gerade kein erhebendes Gefühl. Eine Verbindung wird dadurch tief, dass sie belastbar ist, sich umeinander sorgt und mit den gegenseitigen Bedürfnissen in Kontakt ist. Aber nicht durch die Aufrechnung von Gefallen. Das Nein zur Bitte des anderen ist die Kehrseite der Entscheidung für ein Ja zu eigenen Prioritäten. Sich dessen bewusst zu sein, dass die eigenen Bedürfnisse genauso wichtig wie die des anderen sind, macht es leichter, für sich selbst einzustehen und die Bitte abzuschlagen. Hier stellt sich die Frage, wie ich das Nein klar kommunizieren und gleichzeitig unsere Verbindung pflegen kann?</p>
<p style="font-weight: 400;">
<h3 style="font-weight: 400;">4. Wenn Bitten keine Bitten sondern Forderungen sind, wird kein Nein akzeptiert</h3>
<p style="font-weight: 400;">Klar ist, dass Menschen kaum Verständnis haben für ein kategorisches Nein, ein Nein zu gängigen Verhaltenscodes oder zu klaren Anweisungen. Wenn das Mittel der Anweisung jedoch über Gebühr eingesetzt wird, Erpressung oder andersartiger emotionaler Druck ausgeübt werden, dann entsteht ein Beziehungsgefälle der Abhängigkeit. Nur eine Seite entscheidet. Der Preis dafür ist hoch: Weder Gleichwertigkeit, noch Engagement und Motivation sind zu erleben. Es entsteht kein warmes Gefühl und keine tiefe Herzensverbundenheit. Man interessiert sich nicht wirklich füreinander. Es geht für den Betroffenen auf Dauer nicht mehr um die einzelne Bitte an sich, sondern um das Hinterfragen des Systems. Im dialogischen Kontext aber, in dem Menschen sich auf Augenhöhe begegnen und ihre gegenseitige Entscheidungsfreiheit respektieren, ist ein Nein eine Option.</p>
<h3 style="font-weight: 400;"></h3>
<h3 style="font-weight: 400;">5. Was ich verstehen kann, dafür kann ich leichter Verständnis haben</h3>
<p style="font-weight: 400;">Wenn Ihr Vorgesetzter Sie bittet, eine Zusatzaufgabe zu übernehmen, Sie aber anderen Prioritäten in ihrer Planung folgen&#8230; Wie sagen Sie dann Nein, dass es gut annehmbar ist? Die gute Erklärung der Motive hinter dem Nein, macht es verstehbar. Man öffnet sich dem anderen mit seinen Beweggründen, um gut mit dem Interessenskonflikt umgehen zu können. Die guten Gründe für das Nein werden zur Nachvollziehbarkeit in Verbindung mit den eigenen Gefühlen und Bedürfnissen gebracht. Im Dialog kann beim Bittende nachgefragt werden, was er gehört hat, um sich zu vergewissern, richtig verstanden worden zu sein. So kann lebendiges Verständnis wachsen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die Begründung mag im Vertrauen in die sichere Verbindung in vielen Fällen ausreichen. Trotzdem kann es sein, dass der andere zwar das Nein nachvollziehen kann, aber sich angesichts seiner eigenen (Not-) Lage zurückgesetzt und alleine gelassen fühlt. Formal hat er zwar eine Handlungsbitte ausgesprochen. Aber im Sinne des <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/lerneinheit-kommunikation-von-a-wie-ansehen-bis-z-wie-zuhoeren/">4-Ohren-Modells</a> schwingen in ihr auch Ich-Botschaften/ Selbstkundgabe und auf Ebene des Wir eine unausgesprochene Beziehungsbitte mit. Das macht es Menschen oft schwer, anderen Nein zu sagen und diese in ihren Hoffnungen und Erwartungen zu enttäuschen. Schnell kann sich aus einer Verletzung ein Konflikt entwickeln und Wertschätzung verloren gehen. Ein sicheres Zeichen, dass die Antwort als persönliche Kränkung erlebt wird und vielleicht sogar alte unverarbeitete Verletzungen getriggert werden.</p>
<p style="font-weight: 400;">
<h3 style="font-weight: 400;">6. Die Bedürfnisse beider Seiten wollen gehört werden</h3>
<p style="font-weight: 400;">Beim leisesten Anflug von negativer Reaktivität soll man sich daher die Zeit nehmen und in die gegenseitige Bedürfnisklärung einsteigen. In den Giraffentanz wie die GFK den Dialog um die Klärung gegenseitiger Bedürfnisse auch liebevoll nennt.[1] Gefühle speisen sich nicht aus Argumenten, sondern aus Bedürfnissen [2]. Am Ende geht es bei einer friedvollen Haltung immer um Verbundenheit. Bevor sachliche gemeinsame Strategien tragfähig werden, sind Bedürfnisse und die Beziehung zu klären. Die Pflege der emotionalen Ebene hat Vorrang vor dem Inhalt. So dass am Ende ein Nein keine Rolle mehr spielt: Die Bitte wird gemeinsam solange in einer Dauerschleife weiter zur Synthese modifiziert. Bis beide dazu Ja sagen können und die Bedürfnisse beider Seiten berücksichtigt sind.</p>
<p style="font-weight: 400;"></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_3">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img decoding="async" width="1224" height="614" src="https://krankenhausberater.de/wp-content/uploads/sites/2/2024/05/Klar-Nein-Sagen-im-Giraffentanz-1.jpg" alt="" title="Klar-Nein-Sagen-im-Giraffentanz-1" srcset="https://krankenhausberater.de/wp-content/uploads/sites/2/2024/05/Klar-Nein-Sagen-im-Giraffentanz-1.jpg 1224w, https://krankenhausberater.de/wp-content/uploads/sites/2/2024/05/Klar-Nein-Sagen-im-Giraffentanz-1-980x492.jpg 980w, https://krankenhausberater.de/wp-content/uploads/sites/2/2024/05/Klar-Nein-Sagen-im-Giraffentanz-1-480x241.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1224px, 100vw" class="wp-image-17547" /></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Es gilt, nicht der Gefahr des Ja-Aber-Spiels und damit dem Austausch von Argumenten zu verfallen, wenn man die Bedürfnisse auf den Tisch bringen will. Sondern selbst geklärt, die eignen Bedürfnisse einen Moment hinten anzustellen und die Bedürfnisse des andern empathisch in den Blick zu nehmen. Um sich aufrichtig mitteilen zu können, ist zunächst Empathie für die Bitte zu geben. So dass der Bittende die Sicherheit bekommt, gesehen und gehört zu werden. Zu zeigen, dass man die Bitte gehört hat und welche empathische Vermutung zum Wozu &#8211; als Frage oder Konjunktiv formuliert &#8211; man dazu hat.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>7. Niemand kann Empathie geben, bevor er nicht selbst Empathie bekommen hat</p>
<p>Eine konkrete Bitte ist eine Strategie, die zunächst die Bedürfnisse des Fragenden in den Blick nimmt. In der GFK ist die Bitte nur verstehbar, wenn sie in Zusammenhang mit den dahinter stehenden Gefühlen und Bedürfnissen geäußert wird. Wer eine Bitte äußert, will etwas ändern. Die GFK kennt unterschiedliche Arten von Bitten auf Ebene der Strategie. Ihr Fokus liegt dabei darauf, in Verbundenheit miteinander zu sein.</p>
<ul style="line-height: 1.2;">
<li>
<h3>Handlungsbitten: sind Bitten um eine bestimmte Handlung oder um ein inhaltliches Feedback (oft um zu schnellen Lösungen zu kommen)</h3>
</li>
<li>
<h3>Beziehungsbitten: sind Bitten um eine einfühlsame Reaktion, um eine Mitteilung, was beim anderen angekommen ist oder wie es ihm damit geht, was er dabei empfindet. Es geht dabei als darum, dem Fühlen Raum zu geben.</h3>
</li>
</ul>
<p>Es gilt, das Bedürfnis hinter der Bitte zu ergründen. Empathische Vermutungen dürfen dabei nicht auf Gedanken abstellen, sondern das Fühlen adressieren. Schnell werden im Eifer des Gefechtes Gefühle mit Gedanken oder gar Vorwürfen verwechselt. Das aber zerstört den Willen zur Kooperation. Selbst wenn eine Handlungsbitte geäußert wurde, kann es sein, dass der Anfrager das Nein nicht in der Sache, sondern (1.) auf der persönlichen Ebene hört, als Absage an die Beziehung. Und dass er (2.) so in seine Bedürfnisse verstrickt ist, dass er kein Ohr für die Antwort hat und ein Nein (noch) nicht empathisch hören kann. Dann war die Fähigkeit, offen mit einer Antwort umgehen zu können, nicht gegeben.</p>
<p>Eine echte Bitte im Dialog muss mit einer offenen Entscheidung &#8211; ja oder nein &#8211; umgehen können. Sonst ist es keine. Dann gilt es erst einmal, um die Beziehung zu halten, die eigenen Bedürfnisse einen Moment zu parken und die Bedürfnisse hinter der Bitte in den Blick zu nehmen. Der Bittende braucht so lange Einfühlung, bis er sich entspannt hat. Die Zeit zum Nachspüren, ob es im Hier und Jetzt gut ist, Zuhören, Raum halten. Wenn der Bittende in seinem Konflikt nicht reflektiert ist, sich selbst Einfühlung zu geben, braucht er die Empathie des Zuhörers. Sich auf der Ebene seiner Bedürfnisse gehört zu fühlen, lässt spüren, dass ich dem anderen wichtig bin. Menschen sind oft erst in der Lage, empathisch auf die Bedürfnisse anderer zu reagieren, wenn sie selbst Empathie bekommen haben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>8. Empathisch Zuhören bevor man sich aufrichtig mitteilen kann</h3>
<p>Marshall B. Rosenberg erkannte: &#8222;Empathisch mit dem Nein des anderen zu sein, schützt uns davor, es persönlich zu nehmen.&#8220;</p>
<p>In der GFK gibt es keine Abkürzung als sich in die Bedürfnisse beider Seiten einzufühlen. Das ist das, was in Menschen lebendig ist. Ein Ansatz Nein zu sagen und gleichzeitig in der Verbundenheit zu bleiben, ist daher, nicht nur das eigene Nein gut zu erklären, sondern sich auch die Zeit zu nehmen, eine andere Strategie im Hier und Jetzt mit dem Anfrager zu entwickeln. Solange gemeinsam einen Weg für beide Seiten zu erkunden. Immer wieder offen nachfragen, was der andere verstanden hat, wie es ihm damit geht und was er braucht. Hier sind z.T. mehrere Runden zu drehen, sich die Bedürfnisse zu spiegeln und eine Synthese zu finden. Diese Aufarbeitung im offenen Dialog kann Zeit benötigen, die nicht immer da ist. Doch sie hat das Potenzial, die Verbundenheit trotz des initialen Neins zu stärken.</p>
<p>Auf Ebene der mit der Bitte vorgeschlagenen Strategie gibt es kein Commitment. Das muss nicht heißen, dass es keine andere gemeinsam getragene Lösung gibt. So gesehen bleibt es beim autonomen Nein zur anfänglichen Bitte, die nicht für beide Seiten stimmig ist. Aber der Dialog endet immer mit einem Ja zur Verbindung  durch achtsame Anerkennung der Bedürfnisse aller Seiten. Im dialogischen Austausch selbst liegt eine neue tiefe Beziehungerfahrung. Statt im Widerstand und in Negativität zum Nein bzw. zur Bitte zu sein, wird kein Leid erschaffen, sondern es entsteht eine höhere warme Herzensenergie, indem beide Seiten mit ihrer Lebendigkeit in Kontakt kommen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>9. Umgang mit Blockaden</h3>
<p>Gehört zu werden im Anliegen schafft Öffnung auch für Anliegen des anderen. Selbst wenn ich diese Verbundenheit will, sich gegenseitig in seinen Bedürfnissen zu sehen und Lösungen zu finden, ist das nicht immer sofort möglich:</p>
<ul style="line-height: 1.2;">
<li>Ich bin selbst nicht in meiner Kraft und in der Lage, mich auf den Klärungsprozess einzulassen.</li>
<li>Man hat sich in ein Ja-Aber-Gefecht mit Urteilen, Drohungen und Schuldvorwürfe so verfahren, dass im Moment nicht auf die Ebene der Bedürfnisse vorzudringen ist. Obwohl im Grunde jeder nur darum kämpft, mit seinen Bedürfnissen gesehen zu werden.</li>
<li>Die Beteiligten brauchen Zeit zum Abkühlen und Nachspüren, bevor die gemeinsame Lösung sich entwickeln kann.</li>
</ul>
<p>Bei solchen Blockaden hilft erst einmal der Ausstieg aus der Situation mit ehrlichem Bedauern und Dankbarkeit für die Ehrlichkeit. Für den Moment tritt jeder für sich ein und man lässt die Differenz stehen ohne sie persönlich zu nehmen. Ein Wiederanschließen ist dann leichter zu einem späteren Zeitpunkt aus Distanz zu den kraftraubenden Emotionen möglich.</p>
<p>Die Aufrichtigkeit des Neins braucht Empathie für beide Seiten. Das gibt Sicherheit, einander zu hören und anzuerkennen. Dahinter steck eine enorme Kraft der Verbundenheit: Die Bedürfnisse werden ins Leben geholt und schaffen lebendige Beziehungen. In dieser Haltung fließt jedes Einstehen für sich selbst letztlich sogar in eine Vertiefung der authentischen Verbindung zwischen Menschen.</p>
<p>So steht am Ende der Bitte das Danke.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_17  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>.</p>
<h2>Autonomie in der Verbundenheit</h2>
<p>1. Bitte hören: Und das Beziehungsangebot dahinter erkennen.<br />2. Autonome Selbstklärung: Will ich dazu ja sagen?<br />3. Selbsteinfühlung geben: Jedes Nein ist zugleich auch ein Ja. Ja wozu?<br /><em>4. Kulturcheck: Wenn Bitten Forderungen sind, wird kein Nein akzeptiert. <br />    Wo Gehorsamkeit eingefordert wird, leiden Verbindung, Augenhöhe, Entscheidungsfreiheit.</em><br />5. Erklären: Was ich verstehen kann, dafür kann ich leichter Verständnis haben.<br />6. „Giraffentanz“: Bedürfnisse beider Seiten gleichwertig hören.<br />7. Die Kunst der Konfliktklärung liegt darin, die Bedürfnisse des anderen zu sehen <br />    (und die eigenen nur für einen Moment parken zu können).<br />8. Empathisch zuhören, aufrichtig mitteilen: Z.T. sind bis zur gemeinsamen Strategie <br />     viele Schleifen im Prozess zu drehen. Am Ende steht das „Ja“ zueinander…<br /><em>9. Blockaden erkennen und erst einmal aus dem Prozess rausgehen (Reiz-Reaktions-Schema).</em></p>
<p><em></em></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_18  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>&nbsp;</p>
<h4 style="font-weight: 400;">[1] Ein authentisches Anschauungsbeispiel ist die <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Av4entn-HzQ">Milchtütenbitte</a> von Iris und Jürgen. Im langsamen Dialog mit laufender Rückkopplung an die Bedürfnisse beider zeigen sie, wie es gelingt, die eigenen Bedürfnisse und die Reaktanz des anderen darauf anzusprechen und &#8211; in der Haltung, gegenseitig verbunden bleiben zu wollen und sich die Zeit zu nehmen- die Beziehung in der Akzeptanz der gegenseitigen lebendigen Bedürfnisse zu vertiefen. Die Kunst ist, keinen Vorwurf zu hören, sondern die Selbstkundgabe.</h4>
<h4>[2] Axiom der GFK: Bedürfnisse sind universal gültig, insbesondere unabhängig von Person, Zeit und Ort, sonst sind es Strategien.</h4></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_19  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><hr />
<p>&nbsp;</p>
<h4>Inspiration durch Impulse</h4>
<p style="font-size: 10pt;line-height: 12pt">Die digitale Transformation vernetzt und verändert unsere Welt. Wissen wird schnell in z.T. höchster Qualität virtuell geteilt. Einfach nur ins Web gestellt. Es kann so laufend in immer neuen Kontexten neu verknüpft werden. Immer neue Inspiration regt die Reflexion, den Abgleich der eigenen Sinne und soziale Interaktion an. Wir leisten da bewusst einen Beitrag, wo es von der Oberflächlichkeit weg um Vertiefeng der Gedanken geht. Um Lösungen in die Umsetzung zu begleiten. Von Mensch zu Mensch, Face to face. Wir freuen uns, wenn es Sie erreicht.</p>
<p style="font-size: 10pt;line-height: 12pt"><span></span><a href="https://krankenhausberater.de/newsletter/">Abonnieren Sie unseren Newsletter</a> und erhalten Sie 4x im Jahr unsere neuen Beiträge des letzten Quartals auf einen Blick bequem per Mail.</p></div>
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			</div>
				
				
			</div></p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Lerneinheit Leadership Programme – Von Fakten der Lacerenza Studie</title>
		<link>https://krankenhausberater.de/impuls/news/studie-zur-effektivitaet-von-leadership-programmen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Elke &#38; Stefan]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Mar 2024 21:23:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://krankenhausberater.de/?p=17159</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Meta Studie von Lacerenza et.al. ist eine einmalig breite Analyse der Wirksamkeit von Leadership Programmen. Die Ergebnisse sind hier zusammengefasst.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/studie-zur-effektivitaet-von-leadership-programmen/">Lerneinheit Leadership Programme – Von Fakten der Lacerenza Studie</a> erschien zuerst auf <a href="https://krankenhausberater.de">Krankenhausberater Ruhl Consulting</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><div class="et_pb_section et_pb_section_9 et_section_regular" >
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p style="font-weight: 400"><strong>Die Meta Studie von Lacerenza et.al. (2017) ist eine breit angelegte Meta Analyse von Studien zur Wirksamkeit von Leadership Programmen. Sie schloss englischsprachige empirische Studien von 1951-2014 ein, die Aussagen über die Wirksamkeit durch Vorher/Nachher-Vergleich und/ oder durch Vergleich mit einer unabhängigen Kontrollgruppe ermöglichten. Es blieben 335 Einzelstudien, die entsprechend 15 potenziellen Einflussfaktoren und den 4 Outcome Kriterien von Kirkpatrick codiert und dann umfangreichen Testungen unterworfen wurden. Damit liefert die Meta Studie in bis dahin ungekanntem Maße validierte Zahlen/ Daten/ Fakten für die Effektivität von Leadership Programmen. Die Ergebnisse sind hoch relevant. Die Meta Studie ist hier von uns in wenigen Zeilen zusammengefasst.</strong></p>
<p style="font-weight: 400">
<h2></h2>
<h2>Das Stufenmodell von Kirkpatrick (1959) zur Evaluation von Trainings</h2>
<p>Kirkpatrick [1] hat ein Modell zur Bewertung der Effektivität von Trainings entlang von vier Outcome Kriterien entwickelt. Das Modell von Kirkpatrick ist das in Theorie und Praxis bis heute am weitesten verbreitete Framework. Daher stellt es die Grundlage für die Evaluation von Bildungsmaßnahmen dar. Kirkpatricks These ist, dass ein Training nur wirklichen Mehrwert bietet, wenn sukzessive alle vier Kriterien der Evaluation durchlaufen werden. Die Kriterien bilden Stufe für Stufe den Prozess ab, den ein Teilnehmer durchläuft. Jede Stufe ist dabei jeweils Voraussetzung für einen Erfolg auf der nächsten Stufe: Die unmittelbaren Reaktionen beeinflussen die Lernmotivation der Teilnehmer. Die ist wiederum Voraussetzung für den Transfer in die Praxis und das Erzielen von Ergebnissen im Umfeld der Teilnehmer und in der Organisation.</p>
<p>Die Evaluation von Trainings soll darum den vier Stufen folgen. Die Prüfung kann auf jeder Stufe Hinweise zur Verbesserung bieten. Überprüft werden sollen laut Kirkpatrick die Reaktionen, der Lernerfolg, der Praxistransfer und das Ergebnis.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_toggle et_pb_toggle_5 et_pb_toggle_item  et_pb_toggle_close">
				
				
				
				
				<h3 class="et_pb_toggle_title">1. Stufe: Reaktionen – Zufriedenheit und Nutzenbewertung</h3>
				<div class="et_pb_toggle_content clearfix"><p>Zunächst sollen die unmittelbaren Reaktionen der Teilnehmer auf das Training abgefragt werden. Hier geht es v.a. um ihre Zufriedenheit und die Wahrnehmung des Nutzens. Haben sie eine positive Haltung zum Training, haben sie eine andere Motivation zu lernen. Zudem vermittelt die Abfrage den Teilnehmern, dass ihre Meinung wichtig ist und daraus Veränderungen abgeleitet werden. Die Reaktion der Teilnehmer auf ein Training ist wichtig, doch reicht allein nicht. Wenn Trainings in der Praxis evaluiert werden, beinhaltet das fast immer die Reaktionen.</p>
<p>Die Reaktionen können als Indikator genommen werden, wie ein Mensch zum Lernen motiviert ist und Interesse für die unmittelbare Anwendung des Gelernten hat. Ohne Motivation findet nach der Lerntheorie kein Lernen statt. Wie nützlich ein Teilnehmer ein Programm findet, könnte so Einfluss auf seine Lernmotivation haben. Im Allg. rufen Schulungen positive Reaktionen bei den Teilnehmern hervor und werden als Unterstützung geschätzt.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_toggle et_pb_toggle_6 et_pb_toggle_item  et_pb_toggle_close">
				
				
				
				
				<h3 class="et_pb_toggle_title">2. Stufe: Lernerfolg – Wissen, Kompetenz und Einstellung</h3>
				<div class="et_pb_toggle_content clearfix"><p>Lernen ist eine „permanente Veränderung von Wissen oder Fertigkeiten&#8230; durch Erfahrung&#8220; [2]. Bei der Überprüfung des Lernerfolgs der Teilnehmer sind drei Lernmaße wichtig: welches Wissen (kognitive, intellektuelle oder mentale Kenntnisse) erlernt und welche Kompetenzen (z.B. Führungsfähigkeiten und/ oder Fertigkeiten) entwickelt wurden und ob die Einstellung (affektive Zustände oder mentale Konstruktionen der Welt) sich verändert hat. Alle drei Elemente sollten dabei bereits vor dem Training abgefragt werden. Bevor Inhalte umgesetzt werden können, muss sicher sein, dass diese auch gelernt wurden. Es ist z.B. zu erwarten, dass Hard Skill Trainings stärker auf Verhalten als auf Haltungen fokussieren.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_toggle et_pb_toggle_7 et_pb_toggle_item  et_pb_toggle_close">
				
				
				
				
				<h3 class="et_pb_toggle_title">3. Stufe: Praxistransfer – Wissen, Kompetenz, Einstellung und Arbeitsleistung</h3>
				<div class="et_pb_toggle_content clearfix"><p>Auf der 3. Stufe soll die faktische Anderung des Verhaltens am Arbeitsplatz anhand der Teilnehmer selbst oder der Beurteilung ihres Umfeldes überprüft werden. Sie ist meist das eigentliche Ziel eines Trainings und kann doch erst überprüft werden, nachdem der Teilnehmer die Zeit und Möglichkeit zur (langfristigen) Anwendung hatte. Es geht darum festzustellen, ob und in welchem Ausmaß Teilnehmer die vermittelten Kompetenzen nutzen und damit Arbeitsleistung erbringen. Daher ist die Transferbewertung für die Beurteilung der Wirksamkeit von Führungstrainings entscheidend. Die empirische und metaanalytische Evidenz deutet darauf hin, dass Leadership Programme im Allg. einen Praxistransfer erreichen.[3]</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_toggle et_pb_toggle_8 et_pb_toggle_item  et_pb_toggle_close">
				
				
				
				
				<h3 class="et_pb_toggle_title">4. Stufe: Ergebnisse – Organisation und nachgeordnete Mitarbeiter</h3>
				<div class="et_pb_toggle_content clearfix"><p>Abschließend sollen die finalen Ergebnisse für das Unternehmen evaluiert werden. Kirkpatrick empfiehlt dazu, auf jeder Stufe die Verwendung von Vergleichsgruppen zu nutzen, die kein (oder ein anderes Training) erhalten haben. Signifikante Effekte waren in Einzelstudien vielfach nicht nachweisbar, während Meta Studien darauf hindeuten, dass Leadership Programme einen positiven Effekt auf die Ergebnisse haben.[3] Dies kann als Nebenprodukt vom Lernen und Praxistransfer gesehen werden.</p>
<p>Die Verbesserung der Führung steigert die Effektivität der Geführten nach unten (trickle down) und aggregiert sich zu Ergebnissen auf Ebene der Organisation (trickle up). Nachgeordnete Ergebnisse können sein: Mitarbeiterzufriedenheit, Leistungsbewertung der Führung durch deren Mitarbeitende. Organisatorische Ergebnisse können dann Fluktuation, Fehlzeiten, Schwund, Return on Investment, Erträge, Nutzen des Trainings im Vergleich zu den Kosten etc. sein. Wenn die Auswirkungen nicht direkt überprüft werden können, können diese auch indirekt durch Einschätzung der Führungskräfte überprüft werden.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_21  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><h2 style="font-weight: 400">Design der Lacerenza Studie</h2>
<p style="font-weight: 400"><strong>Das Hauptziel der Lacerenza Studie [3] sind zwei explorative Fragen: Sind Leadership Programme effektiv und unter welchen Einflussfaktoren sind sie ggf. am effektivsten?</strong></p>
<p style="font-weight: 400">Dazu führten die Autoren eine aufwändige Meta Analyse von empirischen Studien von 1951-2014 durch, die sich mit der Bewertung von Leadership Programmen beschäftigen. Die erste Recherche ergab über 20.742 Artikel in der Erwachsenenbildung.[4] Die Analyse schloss Studien ein, wenn sie eines der folgenden Versuchsdesigns erfüllte: Messungen der Teilnehmer vor und nach dem Training oder Messung einer Experimental- und einer unabhängigen Kontrollgruppe bzw. beides in Kombination. Dieses Kriterium schloss die Mehrzahl der Studien aus. Weitere Einschlusskriterien waren, dass die Studie in englischer Sprache verfasst war, Stichprobenumfang und Informationen zur Berechnung einer Effektgröße lieferte. Schließlich mussten die Teilnehmer Angestellte sein. Die Anwendung der Kriterien führte zu einer Stichprobe von 335 unabhängigen Studien mit 26.573 Teilnehmern.[5]</p>
<p style="font-weight: 400">Lerntheorie und Forschung zur Ausbildung von Führung wurden in ein Studiendesign übersetzt. Das Kirkpatrick Modell wurde genutzt, um die Wirksamkeit von Führungstrainings in Bezug auf das Outcome segmentiert zu analysieren. Die Modellierung umfasste auf Seite der Einflussgrößen 15 potenzielle Treiber der Effektivität von Leadership Programmen. In enormer Fleißarbeit wurden alle 335 Einzelstudien gemäß der Modellierung kodiert und dann umfangreiche Tests vorgenommen. So liefert die Lacerenza Studie einen Schatz von in bis dahin unbekanntem Maße validierte Zahlen/ Daten/ Fakten für die Effektivität von Leadership Programmen. Auf denen können Programme seitdem systematisch aufsetzen.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_22  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><h2>Frage 1: Sind Leadership Programme effektiv?</h2>
<p>Leadership Programme wurden systematisch entwickelt. Sie sollen Führungskräfte aus- und weiterzubilden, sich effektiv an Führungsrollen und -prozessen im Dienste der Performances zu beteiligen. Dabei zielen neuere Ansätze v.a. auf das soziale Zusammenspiel zwischen Führung und Geführten. Die Studie stellt hier rein auf die Inhalte der Programme ab und behandelt diverse Labels der Trainings als synomym.[6]</p>
<p>Die Studie von Lacernza et.al. liefert bemerkenswerte Beiträge. Im Gesamteffekt kann die Meta Studie mit dem großen Datensatz erstmals die Wirksamkeit von Leadership Programmen mit hoher Signifikanz belegen. Die Programme sind damit weit effektiver, als es Bemerkungen aus der Praxis und frühere Studien vermuten lassen.</p>
<p>Die Studie weist auch nach, dass diese zu besserem Lernen (25% effektiver, hier v.a. kognitiv), besseren Transfers in die Praxis (28% effektiver, hier v.a. kompetenzbasiert) und besseren Ergebnissen (hier v.a. im Orga-Gefüge 25% effektiver und im Hinblick auf Transformation und Entwicklung der Mitarbeiter) führen. Insofern zeigt die Lacernza Studie, dass Führung systematisch trainiert werden kann und Leadership Programme die Outcomes verbessern. Diese Studie ist zudem die erste, die zeigt, dass Leadership Programme positive Reaktionen der Teilnehmer im Hinblick auf die Bewertung von Nutzen und Zufriedenheit erzeugen. Dass sie von den Teilnehmern also geschätzt werden.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_23  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><h2>Frage 2: Wie lässt sich die Effektivität eines Programms stärken?</h2>
<p>Um die Effektivität von Leadership Programmen entlang des Modells von Kirkpatrick weiter zu fokussieren, wurden 15 potenzielle Einflussfaktoren aus der Lerntheorie umfangreichen Tests unterzogen. Es wurde jeweils gefragt, inwieweit die Einflussfaktoren die Wirksamkeit der Progamme in den vier Kriterien signifikant stärken. Dabei stellte sich heraus, dass Studien, die über Reaktionen berichten, meist ein Post-Only-Versuchsdesign verwenden, wodurch die überwiegende Mehrheit der Primärstudien mit Reaktionsdaten von der metaanalytischen Untersuchung ausgeschlossen wurde. Nur sieben experimentelle Studien mit Reaktionsdaten wurden in die Meta Analyse eingeschlossen. So waren bei den Reaktionen kaum signifikante Ergebnisse zu erhalten. Die folgenden Ergebnisse beziehen sich daher nur auf die drei mittel- bis langfristigen Kriterien Lernen, Transfer und Ergebnisse.</p>
<p>Die Tests deuten in der Tat darauf hin, dass das Ausmaß, in dem ein Programm effektiv ist, mit Design, Bereitstellung und Implementierung zusammen hängt. Daher kann Studie als Leitfaden bei der Entwicklung eines Leadership Programms in der Praxis dienen. Folgende 15 Einflussfaktoren wurden untersucht und führten wie folgt zu differenzierten Testergebnissen:</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_toggle et_pb_toggle_9 et_pb_toggle_item  et_pb_toggle_close">
				
				
				
				
				<h3 class="et_pb_toggle_title">1. Bedarfsanalyse</h3>
				<div class="et_pb_toggle_content clearfix"><p style="font-weight: 400">Bedarfsanalysen identifizieren relevante Schulungsbedarfe in der Organisation und richten das Programm darauf passgenau aus. Hypothese ist, dass die Relevanz zu Lernen und Umsetzung am Arbeitsplatz motiviert und stärker auf Ergebnisse fokussiert. Die Studie zeigt, dass Programme, die spezifisch aus einer vorgeschalteten Bedarfsanalyse entwickelt wurden, zu mehr Lernen und Transfer führen. Dies unterstützt nicht nur die seit langem bestehende Theorie, sondern auch die verbreitete Praxis. Dieses Muster wurde jedoch nicht für die Ergebnisse gefunden.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_toggle et_pb_toggle_10 et_pb_toggle_item  et_pb_toggle_close">
				
				
				
				
				<h3 class="et_pb_toggle_title">2. Freiwilligkeit vs. Verpflichtung zur Teilnahme</h3>
				<div class="et_pb_toggle_content clearfix"><p style="font-weight: 400">In puncto Lernerfolg gab es keinen signifikanten Unterschied. Freiwillige, intrinsisch motivierte Teilnahmen zeigten jedoch einen positiven Transfereffekt gegenüber obligatorischen Programmen.</p>
<p style="font-weight: 400">Die Freiwilligkeit weist dagegen deutlich schwächere organisatorischen Ergebnisse auf, da sie eine geringere Durchdringung in der Führung erreicht. In der Meta Stichprobe umfassten obligatorische Programme, die organisatorische Ergebnisse evaluierten, im Mittel 263/41 &gt; 6,4 mal so viele Teilnehmer wie freiwillige Programme. Das aber bedeutet, dass freiwillige Programme attraktiver zu gestalten sind, um wesentlich mehr Teilnehmer zu gewinnen.</p>
<p style="font-weight: 400">Dies bestätigt die Theorie, die besagt, dass Teilnehmer, die hohe Motivation aufweisen und einen Wert im Leadership Programm sehen, das Gelernte mit größerer Wahrscheinlichkeit am Arbeitsplatz umsetzen. Dadurch steigen Nutzen und Effektivität des Trainings. Um die Transfer Motivation zu pushen, sollten darum auf Freiwilligkeit gesetzt werden. Ein befriedigtes Bedürfnis nach Autonomie fördert die Motivation, Konzepte zu erlernen und umzusetzen.[7]</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_toggle et_pb_toggle_11 et_pb_toggle_item  et_pb_toggle_close">
				
				
				
				
				<h3 class="et_pb_toggle_title">3. Integrationszeit zwischen den Modulen (Spacing)</h3>
				<div class="et_pb_toggle_content clearfix"><p>Durch Zeiten zwischen den Modulen erreichen es Teilnehmer entspannter, Inhalte zu lernen, umzusetzen und nachhaltig in die Organisation zu integrieren. In der Tat kann die statistische Testung nicht nachweisen, dass Integrationszeiten zwischen den Einheiten zu signifikant effektiveren Lernen führen. Das spiegelt nicht die gängige Lerneffizienztheorie, die eine Grenze der Gedächtniskapazität postuliert. Sobald die Grenze überschritten ist, werden übermäßige Informationen nicht im Langzeitgedächtnis verarbeitet. D.h. es wird unterstellt, dass bei Überschreiten der Kapazität die Verarbeitungs- und Lernfähigkeiten behindert werden oder ganz verloren gehen. Dadurch wird  die Fähigkeit des Lernenden eingeschränkt, in Zukunft auf die Informationen zuzugreifen.</p>
<p>Trainingsprogramme, die sich über mehrere Module erstreckten, zeigten allerdings in der nachgelagerten Verarbeitung größere Transfer- und Ergebnis-Wirksamkeit als Programme ohne Integrationszeiten.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_toggle et_pb_toggle_12 et_pb_toggle_item  et_pb_toggle_close">
				
				
				
				
				<h3 class="et_pb_toggle_title">4. Untere Führungsebene</h3>
				<div class="et_pb_toggle_content clearfix"><p>Frühere metaanalytische Arbeiten ergaben den so g. Deckeneffekt: Dass Führungskräfte auf unterer Ebene &#8211; d. h. diejenigen, die direkt mit Mitarbeitern interagieren &#8211; im Vergleich zu jenen auf mittlerer und hoher Ebene für Führungstrainings empfänglicher sind und die Programme entsprechend stärker wirken. Die <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/veraenderungsresistent-einstieg-in-umsetzungsbegleitung/">Veränderungsresistenz</a> der oberen Ebenen wird durch vergangene Erfolge und Erfahrungen erklärt. Neue Führungskräfte steigen auf unteren Führungsebenen in die Führungsrolle ein und erreichen die erhofften Zugewinne leichter. Das Argument wird im heutigen Gesellschaftswandel, der zu neuen Anforderungen an Führung führt, jedoch auf den Kopf gestellt.</p>
<p>In dieser Studie zeigt sich der Deckeneffekt nur für den Transfer. Lernzuwächse sowie organisatorische und mitarbeiterbezogene Ergebnisse unterscheiden sich nicht signifikant je nach Führungsebene. Insgesamt zeigt die Analyse damit, das vorausgehende Studien weniger auf einen Deckeneffekt oder ein Motivationsdefizit bei höherrangigen Führungskräften weisen, als auf ein Transferproblem, das ggf. durch bereits lange etablierte, schwer zu ändernde  Gewohnheiten verursacht wird. </p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_toggle et_pb_toggle_13 et_pb_toggle_item  et_pb_toggle_close">
				
				
				
				
				<h3 class="et_pb_toggle_title">5. Einbindung externer Trainer</h3>
				<div class="et_pb_toggle_content clearfix"><p>,Nicht selten wird Führung sich selbstorganisiert per Learning by Doing angeeignet. Bei Lernen und Ergebnisse gab es keine signifikanten Unterschiede. Jedoch waren Programme, die von externen Dozenten durchgeführt wurden, mit signifikant stärkeren Effekten für den Transfer verbunden als selbstorganisierte Programme. Externe Trainer wirken also auf die Motivation zur Umsetzung signifikant ein.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_toggle et_pb_toggle_14 et_pb_toggle_item  et_pb_toggle_close">
				
				
				
				
				<h3 class="et_pb_toggle_title">6. Praxisorientierte Schulungsmethoden</h3>
				<div class="et_pb_toggle_content clearfix"><p>Schulungsmethoden können didaktisch in 3 Kategorien eingeteilt werden:</p>
<ul style="line-height: 1.2">
<li>kognitive Vermittlung auf Basis von Information (z.B. Vorlesung, Präsentation, textbasierte Materialien)</li>
<li>Kompetenz Vermittlung auf Basis von Demonstrationen und Trainings (z. B. Fallstudien, Modellierung, Avatare, Audio, Video, Simulationen)</li>
<li>praxisbasierte Übungen (z. B. Rollenspiele, Simulationen, Spiele, Übungen, Selbstreflexionen)</li>
</ul>
<p>Die Lernwissenschaft geht in puncto Führungsskills davon aus, dass isoliert betrachtet von den drei Methoden die praxisbasierte am effektivsten wirkt. Und auch frühere metaanalytische Forschungen weisen nach, dass praxisbasierte Methoden in Tendenz effektiver als andere sind. Sie ermöglichen es den Teilnehmern, das Material zu konzeptualisieren und in einer realistischen Umgebung umzusetzen. V.a. die konstruktivistische Lerntheorie nach Piaget legt nahe, dass Lernen verbessert wird, wenn der Lernende durch seine Erfahrungen Konstruktionen der Welt entwickelt und darüber reflektiert. Wenn Führungskräften ermöglicht wird, bestimmte Kompetenzen zu üben, sind sie in der Lage, ihre Führungserfahrung aktiv zu reflektieren. Das erhöht die Geschwindigkeit, mit der sie aus ihren Erfahrungen lernen.[3]</p>
<p>Faktisch aber zeigten informationsbasierte Methoden signifikant stärkere Effekte auf das Lernen als praxisbasierte. Das entgegengesetzte, theoretisch erwartete Muster trat bei den Ergebnissen auf. Für den Transfer wurden keine signifikanten Unterschiede gefunden.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_toggle et_pb_toggle_15 et_pb_toggle_item  et_pb_toggle_close">
				
				
				
				
				<h3 class="et_pb_toggle_title">7. Methodenmix aus mehreren Vermittlungsmethoden</h3>
				<div class="et_pb_toggle_content clearfix"><p style="font-weight: 400">Parallel stellt die Studie fest, dass Leadership Programme, die einen Mix aus allen drei Methoden beinhalten, bei Lernen, Transfer und Ergebnisse signifikant effektiver waren als Programme, die nicht alle drei Methoden berücksichtigen. Es zeigt sich, dass jede Methode für sich genommen durch Hinzunahme von 1-2 weiteren Vermittlungswegen hochsignifikant effektiver wird.</p>
<p style="font-weight: 400">Programme, die alle drei Methoden beinhalten, weisen eine größere Effekte für Lernen und Ergebnisse auf – v.a. jeweils gegenüber Programmen, die nur mit Informationen arbeiten. Aber auch für den Transfer zeigten Programme, die alle drei Methoden beinhalten, signifikant stärkere Effekte im Vergleich zu Programmen, die nur Praxis beinhalteten oder nur informationsbasierte Methoden sowie bestimmte Kombinationen von nur zwei Vermittlungsmethoden.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_toggle et_pb_toggle_16 et_pb_toggle_item  et_pb_toggle_close">
				
				
				
				
				<h3 class="et_pb_toggle_title">8. Feedback im Training</h3>
				<div class="et_pb_toggle_content clearfix"><p>Programme, die effektives Feedback an die Teilnehmer enthielten, hatten signifikant stärkere Effekte für den Transfer als solche ohne Feedback. Es gab jedoch keinen signifikanten Unterschied zwischen Interventionen, die Feedback verwendeten, und solchen ohne Feedback in den Bereichen Lernen und Ergebnisse. Letzteres könnte daran liegen, dass keine effektiven Feedback-Designs (mit effektiven Feedback-Kriterien) implementiert wurden. Ein Beispiel, wie Feedback die Effektivität von Führungstrainings verbessern kann, ist eine Checkliste von Feedbackkriterien nach einem Rollenspiel.</p>
<p style="font-weight: 400">Feedback ermöglicht den Teilnehmern einen Einblick in ihre aktuellen Fähigkeiten, Erfolge, Misserfolge und Verhaltensdefizite zu bekommen und ihre Leistung im Vergleich zur Erwartung verorten können. Darüber hinaus hilft Feedback beim Lernen und Transfer. Teilnehmer, die sich aktiv an Trainingsaktiviäten. beteiligen, lernen schneller, weil sie ihr Lernen und Verhalten anpassen, nachdem sie Problemfelder ermittelt haben. Das führt zu einem höheren Umsetzungstransfer. Feedback erzeugt jedoch auch Affekte. Damit kann es emotional getriggert Wahrnehmung des Nutzens erhöhen, wodurch positive Reaktionen zunehmen.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_toggle et_pb_toggle_17 et_pb_toggle_item  et_pb_toggle_close">
				
				
				
				
				<h3 class="et_pb_toggle_title">9. 360-Grad-Feedback</h3>
				<div class="et_pb_toggle_content clearfix"><p style="font-weight: 400">Es war mit der geringen Zahl verfügbarer Primärstudien mit Fokus auf 360-Grad Feedback <span>(das ist Feedback</span> aus mehreren Quellen wie z. B. von Vorgesetzten, Mitarbeitern, Kunden) statistisch nicht nachweisbar, dass Feedbacks effektiver sind die auf mehreren und nicht nur auf einer Quelle beruhen. Obwohl etwa 90% der großen Unternehmen das 360-Grad Instrument nutzen. Die Führung erhält einen Bericht mit den zusammengefassten Bewertungen, um eine ganzheitlichere Sicht auf ihre Wirkung zu erhalten. [3]</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_toggle et_pb_toggle_18 et_pb_toggle_item  et_pb_toggle_close">
				
				
				
				
				<h3 class="et_pb_toggle_title">10. Inhouse Trainings</h3>
				<div class="et_pb_toggle_content clearfix"><p style="font-weight: 400">Trainings vor Ort zeigten signifikant stärkere Auswirkungen auf die Ergebnisse als externe Programme, offsite der gewohnten Arbeitsumgebung. Der Effekt war jedoch nicht signifikant für das Lernen oder den Transfer. Erklärung kann sein, dass sich Inhouse Programme mit den spezifischen Schulungsbedarfen auseinander gesetzt haben und für die Teilnehmer maßgeschneidert und anwendbar konzipiert sind. Zudem können die Kosten für externe Programme höher sein, so dass tendenziell weniger umfassende externe Trainings gewählt werden als vor Ort. Obwohl einige Forscher und Praktiker feststellen konnten, dass die Arbeit vor Ort die Teilnehmer ablenken können, überwiegen langfristig die Vorteile.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_toggle et_pb_toggle_19 et_pb_toggle_item  et_pb_toggle_close">
				
				
				
				
				<h3 class="et_pb_toggle_title">11. Leadership Programme in Präsenz</h3>
				<div class="et_pb_toggle_content clearfix"><p>Die Theorie sieht Selbstbestimmung und Lernerzentrierung und den archivarischen Zugang zu den Materialien als Vorteile von E-Learning. Die erschwerte zwischenmenschliche Interaktionen, der Mangel an Feedback und Probleme von Nutzern mit der Technologie als Nachteile. Programmen in Präsenz ist es en passant möglich,  individuell den Fortschritt jedes Teilnehmers zu beobachten und Inhalte, Schwierigkeit und Didaktik bei Bedarf anzupassen. Im Gegensatz dazu sind virtuelle Programme mit ihrer asynchrone Kommunikation hier wenig interaktiv.</p>
<p style="font-weight: 400">Face-to-Face Programme weisen einen signifikant stärkeren Effekt für den Transfer auf als virtuelle Programme, bei denen die Trainer nicht physisch vor Ort sind. Das Setting des Leadership Programms – ob in Präsenz oder E-Learning – hat hingegen keinen nachweisbaren Effekt auf das Lernen und die Ergebnisse.<span>  </span></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_toggle et_pb_toggle_20 et_pb_toggle_item  et_pb_toggle_close">
				
				
				
				
				<h3 class="et_pb_toggle_title">12. Soft Skills vs. Hard Skills</h3>
				<div class="et_pb_toggle_content clearfix"><p>Welche Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten das Programm umfassen soll, um die Effektivität zu maximieren, wenn eine Bedarfsanalyse nichts vorgibt, wurde mit Hilfe der 4 Domänen nach Hogan/ Warrenfeltz (2003) untersucht: [8]</p>
<ul style="line-height: 1.2">
<li>Intrapersonale Fähigkeiten der Selbstführung (z.B. Stressbewältigung, Selbst- und Zeitmanagement)</li>
<li>Interpersonelle zwischenmenschliche Fähigkeiten (z.B. Kommunikation, aktives Zuhören)</li>
<li>Führungsqualitäten (z.B. Teambildung, Erzielen von Ergebnissen durch Beeinflussung des Verhaltens anderer)</li>
<li>Geschäftliche bzw. betriebswirtschaftliche Fähigkeiten (z.B. Strategie, Datenanalyse, Problemlösung und Entscheidung, Finanzen und Budgets)</li>
</ul>
<p>Der Fokus in den ersten drei Kompetenzfeldern liegt auf Soft Skills. Im letzten liegt er auf Hard Skills. Alle vier Donänen erwiesen sich als wirksam. Jedoch waren Programme, die bestimmte Felder umfassten, signifikant effektiver: Sowohl in Bezug auf das Lernen als auch auf den Transfer war das Training betriebswirtschaftlicher Kompetenzen am effektivsten. Von Lacerenza et. al. wird das damit begründet, dass von den vier Feldern die Hard Skills am einfachsten zu erlernen und zu vermitteln sind.[3] Soft Skills (d.h. die ersten drei Felder) sind dagegen für die langfristigen Ergebnisse wichtigster als Hard Skills. Beim unmittelbaren Lernerfolg waren zudem Selbstführungsinhalte effektiver als intrapersonale Kompetenzen. Beim Transfer waren Führungsqualitäten signifikant wirksamer als intrapersonale Kompetenzen.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_toggle et_pb_toggle_21 et_pb_toggle_item  et_pb_toggle_close">
				
				
				
				
				<h3 class="et_pb_toggle_title">13. Gemeinsame Evaluation durch Wissenschaft und Praxis</h3>
				<div class="et_pb_toggle_content clearfix"><p>Evaluatoren aus der Praxis sind in der Regel an der Konzeption, Durchführung und Evaluation des Programms selbst beteiligt. Sie haben daher subjektives Interesse an den Bewertungen. Zu erwarten ist, dass Leadership Programme, die von einem Team aus Wissenschaftlern und Praktikern evaluiert werden, die Theorie bereits in Konzeption und Durchführung des Programms transferieren.</p>
<p>Studien mit akademischen und praktischen Evaluatoren erzielten die signifikant größten Effekte in Lernen und Transfer im Vergleich zu Studien, die nur von unabhängigen Akademikern bewertet wurden. Größere Lerneffekte waren auch bei gemischten oder rein akademischen Teams im Vergleich zu rein praxisorganisierten Evaluationen assoziiert. Ein anderes Resultat zeigen die langfristigen Ergebnisse: Studien nur mit akademischen Evaluatoren zeigten die größten Auswirkungen auf die Ergebnisse im Vergleich zu den Evaluatoren aus der Praxis und gemischten Teams von Evaluatoren.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_toggle et_pb_toggle_22 et_pb_toggle_item  et_pb_toggle_close">
				
				
				
				
				<h3 class="et_pb_toggle_title">14. Dauer des Trainings</h3>
				<div class="et_pb_toggle_content clearfix"><p style="font-weight: 400">Die Dauer des Trainings (in Stunden) hat einen Einfluss auf die Effektivität. Allerdings erst in der langen Sicht auf die der organisatorischen Ergebnisse und nachgeordneten Ergebnisse via Transformation und Entwicklung der Mitarbeiter. Dies kann am erhöhten Wissenstransfer, mehr Zeit für die Vermittlung und die Verinnerlichung oder an einer erhöhten Wahrnehmung des Wertes von umfangreicheren Leadership Programmen gleichermaßen liegen. <span>Die signifikant positive Korrelation zeigt, dass</span> die Führungskräfteentwicklung den Einsatz an Zeit braucht, um nachhaltige Ergebnisse zu erreichen.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_toggle et_pb_toggle_23 et_pb_toggle_item  et_pb_toggle_close">
				
				
				
				
				<h3 class="et_pb_toggle_title">15. Steigende Wirksamkeit im Laufe der Zeit</h3>
				<div class="et_pb_toggle_content clearfix"><p>Design, Durchführung und Implementierung von Leadership Programmen haben sich über die Jahre verändert. Das Erscheinungsjahr der jeweiligen Studie zeigt einen signifikant positiven Zusammenhang mit den Ergebnissen. Die zunehmende Wirksamkeit der Programme – etwa durch eine immer ausgefeiltere Didaktik &#8211; erweist sich hingegen in puncto Lernen oder Transfer nicht als statistisch signifikant.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_24  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><h2>Schlussfolgerung</h2>
<p>Die meisten der untersuchten Einflussfaktoren der Wirksamkeit von Leadership Programmen waren für einige, aber nicht für alle Outcome Kriterien wichtig. Z.T. sogar mit gegenläufigem Effekt auf unterschiedliche Kriterien. Das bedeutet, dass Programme gewünschte Effekte in den verschiedenen Kriterien priorisieren und das Trainingsdesign entsprechend ausgestalten sollten.</p>
<p>Folgende Einflussfaktoren bestätigten sich in der Lacerenza Studie als signifikant in Bezug auf die jeweiligen Outcome Kriterien:</p>
<p style="font-weight: 400"></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_4">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img decoding="async" width="908" height="460" src="https://krankenhausberater.de/wp-content/uploads/sites/2/2024/02/Wirksamkeit-Leadership-Programme-Lacerenza-Studie.jpg" alt="Lacerenza et. al. Studie - Wirksamkeit von Leadership Programmen" title="Wirksamkeit Leadership Programme - Lacerenza Studie" srcset="https://krankenhausberater.de/wp-content/uploads/sites/2/2024/02/Wirksamkeit-Leadership-Programme-Lacerenza-Studie.jpg 908w, https://krankenhausberater.de/wp-content/uploads/sites/2/2024/02/Wirksamkeit-Leadership-Programme-Lacerenza-Studie-480x243.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 908px, 100vw" class="wp-image-17318" /></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_25  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Aus ihren umfangreichen Untersuchungen leiten Lacerenza et. al. folgende acht Evidenced-based Best Practices Empfehlungen für die Gestaltung effektiver Leadership Programme ab:</p>
<p>&nbsp;</p>
<ul style="line-height: 1.2">
<li>Führungskräfte können ausgebildet werden. Leadership Programme sind dazu wirksam.</li>
<li>Vor der Konzeption des Programms sollte der Bedarf analysiert und die gewünschten Ergebnisse und deren Priorität identifiziert werden.</li>
<li>Die Vermittlung soll didaktisch stets mehrere Methoden umfassen (Informationen, Demonstrationen und praktische Übungen). V.a. ist auf die Praxisorientierung Wert zu legen.</li>
<li>Dass sich der Aufwand für systematische 360-Grad Feedbacks an die Führungskräfte gegenüber einfachen Feedbacks rechnet, ist nicht evident.</li>
<li>Zwischen den Schulungsmodulen soll genügend Zeit zur Integration des Lernstoffs liegen.</li>
<li>Selbstorganisiertes Lernen im Leadership ist weniger effektiv als ein Training.</li>
<li>Bringen Sie zur Evaluation des Programms Wissenschaft und Praxis zusammen.</li>
<li>Die Merkmale des Trainingsdesigns haben unterschiedliche mittel- und langfristigen Wirkrichtungen.</li>
</ul></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_26  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>&nbsp;</p>
<h4>[1] Vgl. Kirkpatrick, D. L. (1959/ 1960): Techniques for evaluating training programs, Part I-IV. In: Journal of the American Society for Training and Development, 13 (11-12) sowie 14 (1-2).</h4>
<h4>[2] Weiss, H. M. (1990). Learning theory and industrial and organizational psychology. In: M. D. Dunnette/ L. M. Hough (Eds.), Handbook of industrial and organizational psychology, 2. Aufl., Bd. 1, S. 171–221, Palo Alto, Consulting Psychologists Press, hier S. 172.</h4>
<h4>[3] Vgl. Lacerenza, Christina N./ Reyes, Denise L./ Marlow, Shannon L. / Joseph, Dana L./ Salas, Eduardo (2017): <a href="https://www.researchgate.net/publication/318737359_Leadership_Training_Design_Delivery_and_Implementation_A_Meta-Analysis">Leadership Training Design, Delivery, and Implementation: A Meta-Analysis,</a>in: Journal of Applied Psychology, DOI: 10.1037/apl0000241.</h4>
<h4>[4] Es ist wahrscheinlich, dass ineffektive Leadership Programm in der Literatur nicht berichtet werden. So wird in Studien eine positive Auswahl betrachtet.</h4>
<h4>[5] Die bisher umfassendste Meta Analyse von Leadership Trainings umfasste nur die Minderheit der Studien von 1952-1982. Vgl. Burke, M. J,/ Day, R. R. (1986): <a href="http://dx.doi.org/10.1037/0021-9010.71.2.232">A cumulative study of the effectivenessof managerial training</a>. Journal of Applied Psychology, 71, S. 232–265.</h4>
<h4>[6] Tests der unterschiedlichen Labels für das Programm haben keinen signifikanten Einfluss auf das Lernen. Für den Transfer waren Programme effektiver, die sich &#8222;Ausbildung&#8220; oder Führungstrainings bezeichneten gegenüber solchen mit dem Titel &#8222;Führungskräfteentwicklung&#8220;. Bei den Ergebnissen waren Programmen, die als &#8222;Führungskräfteentwicklung&#8220; bezeichnet wurden, hingegen signifikant effektiver als &#8222;Führungstraining&#8220; und &#8222;Managementtraining&#8220;. Wir leiten daraus ab, dass Entwicklung eher ein Terminus ist, der top down zugeschrieben ist und weniger die intrinsische Motivation anspricht. Wir sind daher von &#8222;Führungskräfteentwicklungsprogramm&#8220; auf das weniger sperrige Label &#8222;Führungsprogramm&#8220; umgestiegen.</h4>
<h4>[7] Vgl. Cohen, D. J. (1990). What motivates trainees? Training and DevelopmentJournal, S. 91.</h4>
<h4>[8] Vgl. Hogan, R./ Warrenfeltz, R. (2003): <a href="http://dx.doi.org/10.5465/AMLE.2003.9324043">Educating the modern manager.</a> Academy of Management Learning &amp; Education, 2, S. 74-84. </h4></div>
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			</div></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/studie-zur-effektivitaet-von-leadership-programmen/">Lerneinheit Leadership Programme – Von Fakten der Lacerenza Studie</a> erschien zuerst auf <a href="https://krankenhausberater.de">Krankenhausberater Ruhl Consulting</a>.</p>
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		<title>Lerneinheit Konzentrisch Kondensieren &#8211; Von gemeinsamer Entscheidung</title>
		<link>https://krankenhausberater.de/impuls/news/lerneinheit-konzentrisch-kondensieren-von-gemeinsamer-entscheidung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Elke &#38; Stefan]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 Dec 2023 20:56:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://krankenhausberater.de/?p=16725</guid>

					<description><![CDATA[<p>Hier stellen wir Ihnen unsere Methode gemeinsamen Entscheidungsfindung in (großen) Teams vor: Wie funktioniert konzentrisch Kondensieren?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/lerneinheit-konzentrisch-kondensieren-von-gemeinsamer-entscheidung/">Lerneinheit Konzentrisch Kondensieren &#8211; Von gemeinsamer Entscheidung</a> erschien zuerst auf <a href="https://krankenhausberater.de">Krankenhausberater Ruhl Consulting</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><div class="et_pb_section et_pb_section_10 et_section_regular" >
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><b>Hier stellen wir Ihnen unsere Methode gemeinsamen Entscheidungsfindung in (großen) Teams vor: Konzentrisch Kondensieren. Im Führungswandel ist ein zentraler Punkt, das Team ausreichend an relevanten Entscheidungen zu beteiligen. Mitentscheiden bedeutet Mitverantworten, Mitverantworten aber schafft, dass sich ein Mensch involviert und mit dem Team identifiziert. In Sachen Personalbindung sind Mitarbeiterbeteiligung und Empowerment daher wesentlich&#8230;</b></p>
<p><b></b></p>
<p><strong>Konzentrisch Kondensieren als Entscheidungsmethode</strong></p>
<p>Wenn die Führungskraft bereit und entschieden ist, die Entscheidung in einer gewissen Fragen an das Team zu delegieren, stellt sich als nächstes gerade in großen Teams die Frage: Wie kommen wir organisatorisch zu gemeinsam getragenen Entscheidungen? Übliche Verfahren hier sind die Mehrheitsabstimmung, Konsensbildung durch Vereinbarung auf eine gemeinsam vereinbarte Variante, Konsentierung (als Weg des geringsten Widerstandes) etc. In dieser Lerneinheit geht es nun um den Prozess der Kondensieren in immer größeren Kreisen.<strong></strong></p>
<p>Zunächst wird die zu entscheidenden Frage klar in den Raum gestellt. Dann kondensieren wir nach dem von uns im praktischen Einsatz entwickelten und über die Jahre verfeinerten Ansatz. Der Verlauf vom autonomen Subjekt bis zum Team als Ganzes läuft konzentrisch wie folgt:</p>
<h3>5 Minuten &#8211; Selbstreflexion</h3>
<p>Ich nehme mir kurz Zeit, um mich auf die Frage einzustimmen. Welche Gedanken, Gefühle, Erinnerungen, Bedürfnissec kommen bei mir unwillkürlich aus dem Bauch heraus auf? Ich notiere mir Stichworte auf Moderaionskarten.</p>
<h3>20 Minuten – Dialoque Walk oder Murmelgruppe zu zweit</h3>
<p>Wir tauschen unsere Gedanken &#8211; z.B. bei einem kurzen Spaziergang &#8211; miteinander aus. Punkte, die uns dabei neu in den Sinn kommen notieren wir auch kurz als Stichworte – direkt oder im Anschluss. Dann legen wir unsere Stichworte zusammen (Dopplungen werden entfernt).</p>
<h3>20 Minuten – Kleingruppe: Kondensieren zu viert</h3>
<p>Zwei Paargruppen setzen sich zusammen. Wir stellen uns in der Kleingruppe unsere Überlegungen gegenseitig vor. Aufgabe ist es, zu viert im Anschluss herauszufiltern, welche Ideen die größte Energie für unsere Kleingruppe haben und diese auf Moderationskarten stichwortartig festzuhalten.</p>
<h3>30 Minuten – Weitere Verdoppelung, weiteres Kondensieren: Gruppen je zu acht</h3>
<p>Benennen Sie in der Gruppe eine Moderation, die einen Konsens aus den bisherigen Ergebnissen der beiden Kleingruppen herbeiführt. Die Moderation kann später im Plenum das Gruppenergebnis selbst vortragen oder hierfür einen Präsentator wählen. Ihre Aufgabe ist es zudem, darauf zu achten, dass jeder in der Gruppe mit seinen Anliegen gehört wird. Nach 30 Minuten soll die Gruppe ein Konsensergebnis erarbeitet haben, das von allen gemeinsam getragen wird. Wozu Widerstand existiert, das ist nicht konsensfähig und kann nicht in das Gruppenergebnis einfließen. D.h. es gilt sich gegenseitig zu überzeugen: Jede Meinung zählt!</p>
<p>Als Moderation der Gruppe achten Sie darauf, dass</p>
<ul style="line-height: 1.2;">
<li>die Zeit eingehalten wird.</li>
<li>zu Beginn festgelegt wird, wer die Ergebnisse im Plenum  präsentiert.</li>
<li>die Redebeiträge &#8211; nur soweit notwendig – ggf. gesteuert werden.</li>
<li>Sie nicht inhaltlich mitdiskutieren, sondern den Prozess leiten.</li>
</ul>
<p>Nach insgesamt 75 Min. kommen alle aktiven Teilnehmenden wieder im Plenum zusammen, um sich gegenseitig ihre Ergebnisse vorstellen. Bei 56 Teilnehmenden sind das z.B. 7 Gruppen. 7 Gruppen sind eine Obergrenze. Bei mehr als 56 Teilnehmenden ist eine weitere Kondensierungsstufe einzubauen.</p>
<h3>Mindestens 15 Minuten (Zeitbedarf wächst mit zunehmender Anzahl an Grupen)  &#8211; Plenum</h3>
<p>Im Plenum stellen die Arbeitsgruppen ihre jeweiligen final kondensierten Ergebnisse vor. Jeder Gruppe stehen dafür maximal 5 Minuten zur Verfügung. Die Gesamtmoderation verarbeitete die Teilergebnisse zu einem gemeinsamen Gesamtergebnis.</p>
<p>Der Aufwand für den Prozess lohnt, da die Teilnehmenden aktiv in die Erarbeitung der <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/storch-maja-entscheidungen-7-auflage-2014/">Entscheidung</a> eingebunden sind. Die im Prozess freigesetzte Motivation und Teamerfahrung sind wertvoll und bereichernd.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="font-size: 10pt; line-height: 12pt;">Bitte geben Sie uns als Urheber an, wenn Sie den Prozess verwenden oder über ihn schreiben. Vielen Dank dafür.</p></div>
			</div>
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			</div></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/lerneinheit-konzentrisch-kondensieren-von-gemeinsamer-entscheidung/">Lerneinheit Konzentrisch Kondensieren &#8211; Von gemeinsamer Entscheidung</a> erschien zuerst auf <a href="https://krankenhausberater.de">Krankenhausberater Ruhl Consulting</a>.</p>
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		<title>Lerneinheit Blinde Flecken &#8211; Vom Feedback annehmen</title>
		<link>https://krankenhausberater.de/impuls/news/feedback-annehmen-meine-blinden-flecken/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Elke &#38; Stefan]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Oct 2023 14:33:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://krankenhausberater.ruhl-consulting.de/impuls/news/entwicklungsorientierte-mitarbeitergespraeche/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Feedback und Reflexion von außen sind Chancen zur persönlichen Entwicklung. Gerade wenn es blinde Flecken erhellt. Doch was, wenn das Schmerz erzeugt?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/feedback-annehmen-meine-blinden-flecken/">Lerneinheit Blinde Flecken &#8211; Vom Feedback annehmen</a> erschien zuerst auf <a href="https://krankenhausberater.de">Krankenhausberater Ruhl Consulting</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><div class="et_pb_section et_pb_section_11 et_section_regular" >
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><b>Feedback ist eine Chance zur persönlichen Entwicklung. Gerade wenn die Reflexion von außen blinde Flecken trifft. Doch beim Abweichen von Selbst- und Fremdbild ist es auch ganz schnell sehr schmerzhaft. Was heißt das für den Umgang mit dem blinden Fleck und über Feedback annehmen?</b></p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Wie komme ich mir selbst und meinen blinden Flecken auf die Spur?</h2>
<h4>Johari Fenster</h4>
<p><span><strong>Jo</strong>seph Luft und <strong>Ha</strong>rry <strong>I</strong>ngham</span> haben in den 1950-er Jahren mit dem <strong>Johari </strong>Fenster ein anschauliches Modell entwickelt, inwiefern der Mensch seinem Selbst als seinem Wesenskern auf die Schliche kommt.[1]. Dabei spannen sie mit zwei Achsen „Mir selbst bewusst/ unbewusst“ und „Anderen bewusst/ unbewusst” vier Felder auf:</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_5">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img decoding="async" width="1118" height="806" src="https://krankenhausberater.de/wp-content/uploads/sites/2/2025/07/Johari-Fenster.png" alt="Blinder Fleck" title="Johari Fenster" srcset="https://krankenhausberater.de/wp-content/uploads/sites/2/2025/07/Johari-Fenster.png 1118w, https://krankenhausberater.de/wp-content/uploads/sites/2/2025/07/Johari-Fenster-980x707.png 980w, https://krankenhausberater.de/wp-content/uploads/sites/2/2025/07/Johari-Fenster-480x346.png 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1118px, 100vw" class="wp-image-18555" /></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_toggle et_pb_toggle_24 et_pb_toggle_item  et_pb_toggle_close">
				
				
				
				
				<h4 class="et_pb_toggle_title">Offene Identität</h4>
				<div class="et_pb_toggle_content clearfix"><p>Die offene Identität zeigt ein geteiltes Selbst- und Fremdbild, in dem innere und äußere Wahrnehmungen bewusst und stimmig sind. In dem Bereich wirkt die Person authentisch, stimmig, verlässlich. Da ist die Basis, auf der sich Vertrauen und Beziehung vertiefen. Je größer die offene Identität sind, umso tiefer ist die innere Verbundenheit.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_toggle et_pb_toggle_25 et_pb_toggle_item  et_pb_toggle_close">
				
				
				
				
				<h4 class="et_pb_toggle_title">Private Identität</h4>
				<div class="et_pb_toggle_content clearfix"><p>Die private Identität wir anderen verheimlicht, indem ich mich &#8211; bewusst oder unbewusst &#8211; nicht aufrichtig mitteile. Mein Selbstbild basiert auf Fühlen, Denken, Ich-Bewusstsein aus dem eigenen Körper heraus. Da Wirkung in der sozialen Interaktion auch nonverbal durch die oft unwillkürliche Körpersprache erzeugt wird, spiegeln sich innere Vorgänge dennoch nach außen. Wo Interaktionen entkörperlicht (disembodied), also nonverbalen Reaktionen unterdrückt sind, verarmt die zwischenmenschliche Kommunikation zwischen den Interagierenden und sie kommen schlecht miteinander in Resonanz. Wer etwa seine professionelle Rolle völlig von der privaten Person entkoppelt, wird darin schwerlich authentisch zu sein.<span style="font-size: 16px;"></span></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_toggle et_pb_toggle_26 et_pb_toggle_item  et_pb_toggle_close">
				
				
				
				
				<h4 class="et_pb_toggle_title">Blinde Flecken</h4>
				<div class="et_pb_toggle_content clearfix"><p><span style="font-size: 16px;">Blinde Flecken der Persönlichkeit liegen dort, wo Dinge für andere wahrnehmbar, dem Betroffenen selbst aber nicht bewusst sind. Etwa wie eigenes Verhalten auf andere wirkt. </span>Um seinen blinden Flecken für die eigene Weiterentwicklung auf die Spur zu kommen, braucht es Spiegelung von außen. Dazu bietet sich v.a. an, sich Feedback von anderen geben zu lassen. Aus sich herauszutreten oder von einer Kamera aufnehmen zu lassen und sich aus der Distanz der Beobachterrolle selbst zu reflektieren, kann auch hilfreich sein.</p>
<p style="font-weight: 400;"><span>So wie die meisten Menschen durch ihre Konstitution ohne Spiegel (oder Kameras) nicht einmal</span> 50% ihres Körpers von außen wahrnehmen könnten, sind wir ohne psychisch geistige Reflexion von außen blind für unser Fremdbild. Physikalische und psychische Spiegel haben ihre je eigene Wahrheit. Durch bewussten Abgleich mit dem Selbstbild lassen sich blinde Flecken verkleinern. </p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_toggle et_pb_toggle_27 et_pb_toggle_item  et_pb_toggle_close">
				
				
				
				
				<h4 class="et_pb_toggle_title">Unbewusstes Selbst</h4>
				<div class="et_pb_toggle_content clearfix"><p>Das unbewusstes Selbst lässt sich über die Zeit des Lebens durch Selbsterfahrung und Selbstreflexion immer tiefer erschließen, ohne es je absolut erkundet zu haben. In dem Bereich liegen unsere Potenziale wie auch unsere Schatten die es zu integrieren gilt. Der Entwicklungsweg führt immer mehr dazu, man selbst zu sein und sein ureigenes Potenzial zu leben. Was im Innern liegt, lässt sich körperlich im Bewusstseinszustand tiefer Selbstverbindung nachspüren. Was taucht in mir auf, wenn der äußere Lärm zur Seite geschoben wird und ich meiner inneren Stimme lausche? Was dort intuitiv empor kommt sortiert sich oft erst im Rückblick auf den<span style="font-size: 16px;"> eigenen Lebenslauf.</span></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_29  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Um blinden Flecken durch Spiegelung von außen auf die Spur zu kommen bietet sich also an: I. sich Feedback von einer Person des Vertrauens geben lassen, <br />II. sich aus der Distanz der Beobachterrolle im Hier und Jetzt selbst reflektieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>I. Sich Feedback geben lassen</h2>
<h3>Die Haltung des Feedbackgebers</h3>
<p>Wenn Feedback [2] ein Fremdbild spiegelt, das vom eigenen Selbstbild abweicht, ist das oft schmerzhaft. Eine narzisstische Kränkung. Intuitiv wissen wir das und geben achtsam förderndes, konstruktives Feedback. Die positiv wohlwollende Haltung zur Person aus der heraus Feedback gegeben wird, ist entscheidend dafür, ob es vom Betroffenen angenommen oder abgewehrt wird. Das Unterbewusste schützt den Menschen:  Feedback wird nur bei ausreichendem Vertrauen zum Sender angenommen. Die positive Haltung des Senders aktiviert Belohnungsareale in seinem Gehirn, so dass es sich gut anfühlt, Feedback zu geben und die Beziehung stärkt.[3] Bei guter Resonanz kann dies sogar zum Glückszustand des sog. Helpers High führen. Und je zufriedener und glücklicher wir dadurch sind, desto lieber helfen wir wiederum – ein positiver Feedback-Loop-Effekt in tragfähigen Beziehungen.</p>
<p>Dabei geht es um ehrliche Wahrnehmung – nicht um Recht oder Unrecht. Um die Sicherheit des Füreinanders und um Offenheit dazu, was der Anderen mit dem Feedback weiter macht. Wer das Selbstbild des Anderen gut kennt, kann daran gut anschließen und weitergehend auch blinde Flecken ausleuchten. Um zu neuem Denken über sich selbst anzuregen, sind Wertschätzung und gegenseitiges Vertrauen nötig. So soll ja bereits Sokrates einen Schüler mit der Begründung fortgeschickt haben:  “Ich kann dich nichts lehren. Du liebst mich nicht&#8230;”</p>
<h3>Feedback Regel: Feedback offen annehmen &#8211; ohne &#8222;wenn und aber&#8220;</h3>
<p>Führungskräfte haben die Aufgabe laufend kritisch Rückmeldung zu geben, um das Funktionieren des Teams zu unterstützen. Wenn ihr Impuls angenommen und umgesetzt wird, fühlt Führung sich wirkungsvoll. Doch Feedback gut anzunehmen, ist oft herausfordernd&#8230; V.a. wenn es nicht selbst erbeten oder institutionell geregelt worden ist. Wer nach persönlichem Feedback fragt, möchte etwas über die Wirkung von sich auf den anderen erfahren. Daher gibt es am Feedback nichts zu diskutieren und zu kommentieren. Der natürlichen Abwehr entspricht das nicht gerade. Um offen zu sein, braucht es bewusste Selbstreflexion. Präsent zuzuhören, allenfalls Verständnisfragen zu stellen und das Gesagte wirken zu lassen &#8211; das will geübt werden. Dann werde ich merken, dass mein Umfeld sich immer mehr traut, mir offen und ehrlich Feedback zu geben.</p>
<p>Den sofortigen &#8222;ja, aber&#8220; Impuls zu unterdrücken, bedarf gewisser Reife der Reflexion. Denn natürlich wollen wir unser Selbstbild verteidigen. Der innere <a href="/impuls/news/5-phasen-der-veraenderung-probleme-loesen/" title="5 Phasen der Veränderung - Widerstand zu Widerspruch machen">Widerstand </a>äußert sich in spontanem Widerspruch oder Rechtfertigung. In der Regel nutzen wir das Wort „aber“, um auf unsere Position aufmerksam zu machen. Da wir uns noch nicht gehört und verstanden fühlen. Die Frage hinter jedem “aber” ist daher: Was würde sich bei uns erfüllen, wenn der Andere den Satz hinter dem „aber“ hören würde? Was hält uns davon ab, dass wir das „Ja“ für sich stehen lassen können? Das „aber“ weist so auf ein unerfülltes Bedürfnis hin. Praktisch streicht das “aber” jedoch faktisch alles zuvor Gesagte. Das Feedback, um das wir eben noch gebeten haben, wird abgewehrt. Die Kunst im Nehmen von Feedback ist, das Gesagte stehen lassen zu können. Das “aber” für den Moment für mich zu behalten.</p>
<h3>Inneren Widerstand gegen die Sache überwinden</h3>
<p>Je sicherer wir uns gesehen fühlen, umso leichter fällt es, den Impuls zur Gegenrede zu unterdrücken. Dann ist der empfundene Stress und Widerstand beim Deuten auf einen blinden Fleck niedriger. Bleiben wir entspannt, dann können wir uns dafür öffnen und allenfalls mit vertiefenden Verständnisfragen reagieren. So beginnt die Reflexion. Die Sicht des anderen ist eine Perspektive. Nicht mehr und nicht weniger. Ich muss sie nicht zu meiner Wahrheit machen. Doch in jedem Fall darf ich sie prüfen. Ich habe hier die Chance, etwas Neues über mich zu erfahren. Ich kann mir immer noch sagen, dass das Feedback mehr eine Selbstaussage über den Feedbackgeber und seine Konstruktion der Wirklichkeit ist, als eine absolute Wahrheit über mich. So gibt es für den reflektierten Feedback-Nehmer eine weise Regel: Feedback mit einem einfachen &#8222;Danke&#8220; erst einmal stehen lassen&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2 style="font-weight: 400;">II. Spiegelarbeit &#8211; Uns selbst aus der Distanz der Beobachterrolle besehen</h2>
<h3 style="font-weight: 400;">Die Haltung, wie wir uns ansehen, ist wichtiger als was wir an uns ansehen&#8230; </h3>
<p style="font-weight: 400;">Uns selbst wichtig nehmen und uns mit liebevollen Augen anzusehen, können wir wortwörtlch nehmen. In unserem Gesicht gibt es viele Muskeln, die die innere Stimmung ausdrücken. Die Anspannung der Gesichtsmuskeln führt zu Verspannungen im ganzen Körper. Gesicht und innere Organe sind verbunden. Darum wirkt Gesichtsentspannung ganzheitlich und verändert auch das Atmungs- und Nervensystem. Wenn wir lächeln, lösen sich augenblicklich die Spannungen der Muskeln im Gesicht und im Körper. Der Atem wird ruhiger und gleichmäßig. Wir werden optimistischer, fühlen innere Weite und Wärme. So tun wir uns etwas Gutes, geben uns selbst Zuneigung. Wenn wir mit einem Lächeln unseren Körper spüren, kommen wir in liebevollen Kontakt mit uns selbst.</p>
<p style="font-weight: 400;">Den liebevollen Blick für sich selbst zu üben, lässt Dankbarkeit in uns aufsteigen. Der Tag beginnt anders, wenn ich am Morgen mit freundlichem Blick in den Spiegel schaue. Und wenn ich mir dabei ein Lächeln als Ermutigung schenke, kann ich es anschließend auch in die Welt weitergeben. Wirkungsvoll ist es, wenn ich Botschaften an mein Unterbewusstes vor dem Spiegel laut ausspreche. Der Spiegel reflektiert, was wir über uns selbst denken. Vor dem Spiegel werden wir uns sofort bewusst, wo innere Widerstände wirken und wo wir offen sind. Die achtsame Betrachtung im Spiegel hilft uns, unserer Worte und unseres Verhaltens bewusster zu sein. Und so hilft Spiegelarbeit, die <span style="font-size: 16px; background-color: #ffffff;"> </span><span style="font-size: 16px; background-color: #ffffff;">in unserem Leben</span><span style="font-size: 16px; background-color: #ffffff;"> </span><span style="font-size: 16px;">wichtigste <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/gute-beziehungen-staerken-glueck-und-gesundheit-sissi/">Beziehung zu stärken</a>: die Beziehung zu uns selbst.</span></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_30  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><h3>Spiegelarbeit</h3>
<p>Schau dir selbst liebevoll in die Augen. Nehme deinen liebevollen Blick wahr. Spüre das liebevolle Gefühl zu dir. Was siehst und liebst du an dir?[4] Und wiederholen Sie die Routine jeden Morgen &#8211; mindestens so lange bis ein fröhliches &#8222;Ich mag mich&#8220; wirklich ihren Tag erhellt. Nur wer diese Liebe in sich selbst fühlt, kann sie weiter in die Welt tragen&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_31  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><h4 style="font-size: 10pt; line-height: 1.2;">[1] Johari-Fenster: Luft, J. &amp; Ingham, H. (1955). The Johari Window, a graphic model for interpersonal relations. Western Training Laboratory in Group Development, August 1955; University of California at Los Angeles, Extension Office.</h4>
<h4 style="font-size: 10pt; line-height: 1.2;">[2] Feedback (= Rückmeldung/ Rückkopplung) geben wir verbal und non-verbal. Paul <a href="/impuls/news/watzlawick-paul-15-auflage-2009/" title="Paul Watzlawick - Axiome der Kommunikation">Watzlawick </a>hat den Ausspruch geprägt: „Man kann nicht NICHT kommunizieren!“ (Metakommunikatives Axiom) </h4>
<h4 style="font-size: 10pt; line-height: 1.2;">[3] Vgl. <a href="/impuls/news/fischer-epe-maren-4-auflage-2011/" title="Maren Fischer-Epe Coaching Miteinander Ziele erreichen">M. Fischer-Epe: Coaching: Miteinander Ziele erreichen</a>, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Hamburg Reinbek, 4. Auflage 2011, S. 102 ff.</h4>
<h4 style="font-size: 10pt; line-height: 1.2;">[4] Menschen, die tiefe Minderwertigkeitsgefühle erlernt haben (wie =&gt; <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/macht-der-konditionierung-der-elefant-am-kleinen-pfahl/">der am Holzpfahl gebundene Elefant mit seiner erlernten Hilflosigkeit</a>) , können diese scheinbar unspektakuläre Frage schwerlich aushalten. Menschen mit gesundem Selbstwertgefühl dagegen antworten darauf häufig ohne viel Aufheben darum zu machen.</h4></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div>
				
				
			</div></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://krankenhausberater.de/impuls/news/feedback-annehmen-meine-blinden-flecken/">Lerneinheit Blinde Flecken &#8211; Vom Feedback annehmen</a> erschien zuerst auf <a href="https://krankenhausberater.de">Krankenhausberater Ruhl Consulting</a>.</p>
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